Header Banner
Header Banner
Header Banner
Header Banner

Supermarkt ohne Kasse

Supermarkt ohne Kasse

Nach einer einjährigen Testphase öffnete Amazon in Seattle den ersten Supermarkt, in dem man sich nehmen kann, was man will, um dann einfach aus dem Laden herauszuspazieren. Kunden dürften sich wie Ladendiebe vorkommen.

Kunden müssen sich zunächst ein neues Amazon-App herunterladen und können anschließend einkaufen gehen. Neue Technologie und Hunderte von Kameras und Sensoren machen es möglich, dass Kunden sich über ein ständig wiederkehrendes Problem, über das sich die Leute in der ganzen Welt ärgern, nicht mehr beschweren müssen: lange Schlangen vor den Kassen. Die gibt es überall, und Amazon macht damit Schluss, indem kurzerhand die Kassen abgeschafft werden.

Die Herangehensweise ist, wie man es von dem Unternehmen erwarten dürfte, natürlich mit Hich-Tech verbunden. Es dürfte sich seit der Erfindung des Barcodes um die größte neue Idee im Bereich Supermarkt handeln, die zukünftig viel verändern könnte. Vorausgesetzt, die Idee setzt sich durch und wird ihren Erwartungen gerecht. Die Möglichkeit, in einen Supermarkt zu gehen, zu nehmen, was man braucht und einfach wieder zu gehen, hat sicherlich etwas von Freiheit, zumal man nicht erst zur Kasse gebeten wird.

Das ist die Definition von Umwälzung. Das ist Netflix, das Blockbuster ersetzt, das ist Uber, das Taxis ersetzt“, sagte Brendan Witcher, Analyst bei Forrester Research, der im Amazon-Supermarkt zur Probe einkaufte.

Kritiker meinen, dass diese Umwälzung aber auch bedeuten könnte, dass es weniger Arbeitsplätze gibt, weil niemand mehr an der Kasse sitzen wird.

Die Technologie kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem es in dem Bereich Supermärkte schon allerlei Änderungen gegeben hat. Dazu gehört sicher auch, dass man bei Amazon Online Lebensmittel einkaufen und sich liefern lassen kann. Amazon verspricht auch gleichzeitig, mit der vom Unternehmen gekauften Supermarktkette Whole Foods, mehr Bio-Lebensmittel anzubieten, die zudem vor Ort angebaut werden.

Aber in den 100 Jahren, so lange gibt es moderne Supermärkte, ist es niemandem gelungen, das Problem der Warteschlangen vor den Kassen zu lösen.

Wie macht Amazon das?

Für 73 Prozent der Konsumenten, die wir befragten, ist das Wichtigste, das sie sich von einem Unternehmen wünschen, dass dieses die Zeit der Kunden als wertvoll erachtet. Amazon Go macht genau das“, sagte Witcher.

Damit sie in dem dem Supermarkt einkaufen können, der etwa die Größe eines 7-Eleven hat, müssen Kunden wie erwähnt zunächst das Amazon-Go-App herunterladen und mit einer Zahlungsmethode verlinken. Dann öffnen sie das App und betreten den Laden.

Sobald die Kunden im Laden sind, beobachten Kameras an der Decke, Sensoren an den Regalen und viel Computertechnik, welche Waren in die Hand genommen und in die Tasche oder Tüte wandern.

Während sie durch den Laden gehen, wird jedes Produkt in der Tasche auch den digitalen Einkaufswagen hinzugefügt.

Wenn Kunden etwas in die Hand nehmen und es zurückstellen, so wird das erkannt und aus dem virtuellen Einkaufswagen entfernt, falls das Produkt schon darin gelandet ist.

Nach dem Einkauf, und die Technologie nennt sich nicht ohne Grund „Just Walk Out“, verlässt man einfach den Laden.

Das Geschäft weiß, dass man geht und zieht den Preis der mitgenommenen Produkte vom Konto ab“, sagte Gianna Puerini, Vizepräsidentin von Amazon Go.

Zurzeit hat das Unternehmen keine Pläne, weitere Amazon-Go-Geschäfte zu eröffnen oder die Technologie zu exportieren, auch wenn es seitens der Öffentlichkeit eine erhebliche Nachfrage geben dürfte. Auch wenn der Laden nur im Beta-Modus lief und Mitarbeiter zur Probe einkauften, standen Leute vor den Fenstern und machten Fotos.

Puerini will wohl erst einmal auf Nummer sicher gehen. Mit dem für alle geöffneten Laden will sie offenbar erst einmal Erfahrungen sammeln. „Das Ziel ist es, mehr darüber zu erfahren, wie das für jeden funktioniert“, sagte sie. „Wir wollen, dass das ohne Aufwand wie von Geisterhand läuft.

Supermarkt ohne Kasse
Supermarkt ohne Kasse

Amazon arbeitet seit fünf Jahren an dieser Technologie, eine Investition an Zeit und Geld, die laut Witcher anderen Ketten nicht möglich gewesen wäre, und er erwartet, dass Amazon die Technik hinter der Idee lange Zeit nicht preisgeben wird.

„Klug an dieser Idee ist es, dass das nur exklusiv bei Amazon geht. Was für ein unglaublicher Service, wenn etwas aus dem Weg geschafft wird, über das sich Konsumenten immer beklagt haben“, sagte Witcher.

Er vermutet, dass die Technologie auf die Amazon-Kette Whole Foods nicht übertragen wird, denn ein großer Supermarkt, in dem es in der Regel um die 38.000 Produkte gebe, sei etwas ganz anderes und ein schwieriges Problem. Anders als ein kleiner Laden von der Größe eines 7-Eleven mit übersichtlichem Sortiment.

Das funktioniert nur bei einem besonderen Format und in einem speziellen Laden.

Ähnliche Beiträge