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Sorge wegen Müllimporten

Sorge wegen Müllimporten

Zunächst wurde entdeckt, dass Elektroschrott nach Thailand geliefert wird, wo er in Fabriken aufbereitet wird. Beides ist illegal, wenn nicht die benötigten Dokumente vorliegen. In mehren Fällen ermittelt die Polizei, weil tatsächlich, wie soll es anders sein, keine Erlaubnis vorliegt.

Anlaufpunkt scheint vor allem der Hafen Laem Chabang in Chionburi zu sein. Hier kamen die Container mit dem Elektroschrott an Land, der dann an Fabriken weitergeleitet wurde, sofern die Polizei entsprechende Container nicht beschlagnahmte.

Kaum wurde dieser Fund bekannt, kam es zu weiteren Entdeckungen. Wieder wurden Container beschlagnahmt, doch zur Überraschung der Polizei handelte es sich beim Inhalt nicht um Elektroschrott, sondern um Plastik. Als ob Thailand nicht schon genügend Probleme mit dem eigenen Plastik hätte.

Der Müll stammt nach ersten Ermittlungen aus 35 Ländern, und wurde nach Thailand importiert, sagte der stellvertretende Polizeichef Wirachai Songmetta, nachdem der Plastikmüll entdeckt worden war – dieses Mal in einer Fabrik in Lad Krabang, einem Industriekomplex östlich von Bangkok. Zweifellos wurde der Müll via Laem Chabang nach Thailand gebracht.

Es handelte sich um 58 Tonnen Plastik von schlechter Qualität, das heißt, dass es nicht recycelt werden kann.

Die Behörden hatten zunächst vermutet, wieder auf Elektroschrott zu stoßen, der offensichtlich vermehrt nach Thailand eingeführt wird, nachdem China den Import verboten hatte. Doch statt des Elektroschrotts stießen die Ermittler auf Plastikmüll.

Der stammt laut Wirachai aus 35 Ländern. „Der Fund beweist, dass Thailand eine internationale Müllkippe geworden ist, und die Regierung muss hart kämpfen, damit Firmen den Müll nicht aus Übersee nach Thailand importieren“, sagte er.
Zu den Ländern, aus denen der Plastikmüll stammte, gehören Deutschland, Australien, China, Frankreich, Großbritannien, Hongkong, Iran, Japan, Kanada, Korea, Malaysia, die Niederlande, Nigeria, Pakistan, Spanien, die Türkei und die USA sowie die Vereinigten Arabischen Emirate und Vietnam.

Der Plastikmüll befand sich in vier Containern, die laut Importdokumenten zu einer Firma in Samut Sakhon gehören, sagte Wirachai.

Während der Razzia fand die Polizei keine Recyclingmaschinen in der Fabrik, obwohl der Müll angeblich recycelt werden sollte. Und da die Fabrik offenbar kein Recyclinghof ist wie angegeben, handelt es sich bei der Importware logischerweise um ein falsch deklariertes Produkt, und das sei illegal, erklärte der Vizepolizeichef.

Zurzeit werden die Steuerunterlagen des Unternehmens genauer unter die Lupe genommen, um Geldflüssen nachzugehen und daraus Schlüsse auf die Aktivitäten der Firma zu ziehen.

Experten untersuchten den Plastikmüll und kamen zu dem Ergebnis, dass dieser den Vorschriften des Industrieministeriums von 1979 nicht entspricht, wonach nur Plastikmüll von guter Qualität, der recycelt werden kann, nach Thailand importiert werden darf. Es droht eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren, wenn man gegen dieses Gesetz verstößt. Hinzu kommt womöglich noch ein Verstoß gegen das Zollgesetz.

Sorge wegen Müllimporten
Sorge wegen Müllimporten

Tara Buakamsri von Greenpeace sagte, die letzten Funde seien „Nur die Spitze eines Eisbergs“, und fügte hinzu, dass es Hunderte sogenannter Recyclingfabriken gebe, die aus anderen Ländern stammendes Plastik von schlechter Qualität importieren, das gar nicht recycelt werden kann.

Das Plastik von schlechter Qualität kommt auf Müllkippen und verschmutzt die Umwelt. Einiges wird verbrannt, dann sind die Emissionen toxisch“, sagte Tara.
Er ist der Ansicht, dass hier eine Gesetzesverschärfung angebracht sei, mit der ein Totalverbot von Plastikimporten ausgesprochen wird.

Dieses Land hat nicht die Kapazität, den ganzen Plastikmüll zu untersuchen, der importiert wird, und daher wäre es realistischer, den Import dieser Müllsorte komplett zu verbieten“, sagte er und fügte hinzu, dass die Fabriken nach dem Verbot weiterhin Geschäfte machen könnten – mit thailändischem Plastikmüll.

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