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Smogalarm in Bangkok

Smogalarm in Bangkok

Alle Jahre wieder wird die Luft im Norden des Landes, vor allem auch in der Tourismushochburg Chiang Mai, durch Abfackeln der Felder in der Region gesundheitsschädlich. Die Belastung durch Feinstaub wächst, die Sichtweite sinkt. Manchmal können keine Flugzeuge mehr auf dem Flugplatz landen. Bislang hat noch jede Regierung versprochen, dagegen etwas unternehmen zu wollen ohne Ergebnis.

Ende Januar und Anfang und Mitte Februar wurde nun auch in Bangkok Smogalarm ausgelöst. Das war neu, und plötzlich befand sich die gesundheitsschädliche Bedrohung nicht mehr weit weg, sondern direkt vor der Tür. Es wurde geraten, dass Kinder, Senioren und chronisch Kranke zu Hause bleiben. Die Aufregung in den Medien war entsprechend groß.

Als Hauptursache wurde der viele Autoverkehr ausgemacht. Bei bestimmten Wetterbedingungen ziehen die Abgase nicht mehr ab. Es wird nicht ausgeschlossen, dass der Smog auch durch Kohlekraftwerke verursacht worden ist.

Die Luftqualität in Bangkok erreichte Ende Januar einen skandalös schlechten Wert. Die Feinstaubbelastung (Teilchen kleiner als 2,5 Mikron, kurz PM2,5) betrug 200 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.

Die Website aqicn.org schlug Alarm, die die Luftqualität in Bangkok überwacht. Diese leitete den Air Quality Index (AQI) an das Seuchenkontrollzentrum weiter. Demnach war die Luftqualität schlecht.

Im Januar war vorausgesagt worden, dass es im Februar schlimmer werde. Das traf dann tatsächlich auch ein. Die Luftqualität wurde als „gesundheitsschädlich“ eingestuft, die Bangkoker aufgefordert, Atemmasken mit der Kennzeichnung „KN95“ oder „N95“ zu kaufen und zu tragen.

N95 bedeutet, dass 95 Prozent der Schadstoffpartikel herausgefiltert werden. Masken, die in Krankenhäusern oder auf Märkten verkauft werden, sind unbrauchbar.

Der Smog war im Januar und Februar mit bloßem Auge zu sehen, die Luft war gelblich, die Sichtverhältnisse teils stark eingeschränkt.

Greenpeace berichtete, dass Bangkok auf Rang zwei der thailändischen Städte mit der übelsten Luftverschmutzung stünde.

2017 betrug der PM2,5-Jahresdurchschnittswert in Bangkok 31 Mikrogramm. Das mag zwar noch im Bereich des thailändischen Standards liegen, der von der WHO in Höhe von 25 wird aber überschritten.

Feinstaub gilt als besonders tückisch, weil die Teilchen, die kleiner sind als der Durchmesser eines menschlichen Haars, direkt tief in die Lunge und den Blutkreislauf eindringen können. Es kann zu Herz- und Atemwegserkrankungen kommen, zu Allergien und Augen- sowie Hautirritationen. Chronisch Kranke werden durch die hohe Belastung noch kranker. Kinder und Senioren sollten bei geschlossenen Fenstern zu Hause bleiben, Sportaktivitäten im Freien eingestellt werden.

Ein Stadtratsmitglied warf der Bangkoker Stadtverwaltung (BMA) vor, zu wenig unternommen zu haben, um die enorme Belastung durch Feinstaub zu senken bzw. es gar nicht erst so weit kommen zu lassen.
Zwar habe die BMA mehrere Maßnahmen eingeleitet, um die Feinstaubbelastung zu senken und dafür auch ein Budget erhalten. Aber Stadtratsmitglied Warin Detcharoen meinte, dass die BMA-Mitarbeiter ihren Auftrag wohl nicht allzu ernst genommen hätten.

Die Belastung mit Feinstaubpartikeln werde im Sommer noch viel schlimmer, warnte Warin. Spätestens im März würden die Werte weiter ansteigen.

Das ist auch die Zeit, zu der jedes Jahr über die unerträgliche Smogbelastung in Chiang Mai und anderen Städten im Norden gewarnt wird.

Warin führte mehrere Maßnahmen auf, mit denen die BMA gegen den Smog vorgehen könnte. Dazu gehören strengere Kontrollen bei Quellen der Luftverschmutzung wie Baustellen und Fahrzeuge oder unregulierte Müllverbrennung in den Vorstädten.

Helfen würde ganz sicher ein vorübergehendes Fahrverbot an Tagen mit besonders hoher Belastung, aber das ließe sich in Thailand wohl nicht durchsetzen.

So hat die Umweltabteilung der BMA auch nichts weiter unternommen. Diese habe laut Warin nur Messstellen eingerichtet, um zu sehen, wo besonders viel Dreck in die Luft gelangt und Lärm verursacht wird. Die Behörden hätten über die Belastung von Staub und Lärm Buch geführt, aber weiter nichts unternommen. Warin warf den Behörden vor, lediglich zu messen, aber nicht zu sagen, was man vorhabe, um die Probleme anzugehen.

Letztes Jahr sei so gut wie überhaupt nichts unternommen worden. Das rächte sich dann schon sehr früh, nämlich bereits im Januar 2018.

Der stellvertretende Gouverneur von Bangkok, Chakkaphan Phewngam, konnte die Kritik nicht begreifen. Er sagte, man habe in den letzten Jahren effektive Maßnahmen durchgeführt, um die Luftverschmutzung zu senken.

In diesem Jahr sollen zudem 24,5 Millionen Baht ausgegeben werden, damit die Luftqualität weiterhin gemessen wird. Der Vertrag mit der Firma, die dies bislang erledigte, läuft aus.

Der Vizegouverneur sagte ferner, dass alle Bezirksbeamte angewiesen wurden, das Problem Luftverschmutzung ernster zu nehmen als bislang.

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