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Smog über Bangkok

Smog über Bangkok

Für Thitinan Maitree gibt es nichts Wichtigeres, als dem giftigen Smog der Hauptstadt zu entrinnen.

Die Angestellte des öffentlichen Dienstes, jetzt 41, ringt seit fünf Jahren mit einer Atemwegserkrankung. Sie ist deshalb immer wieder im Krankenhaus, fast alle Belange ihres täglichen Lebens sind ständig betroffen: Die Krankheit diktiert, wo Thitinan wohnt, was sie macht und wohin sie geht.

Auch wenn das Bildungsministerium, in dem Thitinan arbeitet, in Bangkoks Altstadt gelegen ist, so ist ihr Haus etwa 20 Kilometer entfernt im Außenbezirk Chaeng Wattana. Dort lebt sie, um der Luftverschmutzung, die ihr Asthma und ihre chronische Bronchitis verstärkt, zu entkommen. Diagnostiziert wurde die Erkrankung 2013.

Ich versuche alles zu vermeiden, was zu einem Ausbruch der Erkrankung führen könnte“, sagte Thitinan und fügte hinzu, sie habe das Gefühl, in Bangkok verschlechtere sich die Luftqualität von Jahr zu Jahr. Sie vermeide Fahrten in die Innenstadt, es sei denn, diese seien unbedingt notwendig. „Der Verkehr staut sich, und ich kann nicht richtig durchatmen.

Auch wenn der Regen dabei half, dass sich die Situation der Luftverschmutzung ein wenig gebessert hat, so sagte Thitinan ebenso wie Umweltexperten, dass mehr getan werden müsse, um das Problem anzugehen und zu verhindern, dass die Luftqualität als gesundheitsgefährdend klassifiziert wird.

Tara Buakamsri, die Greenpeace-Chefin in Thailand, sagte, die Öffentlichkeit müsse über Luftverschmutzung besser informiert werden. Bangkoks Luft sei in Südostasien mit eine der ungesündesten, das liege an den vielen staubigen Baustellen, Kohlekraftwerke in der Nähe der Stadt und natürlich an den Fahrzeugen sowie an jahreszeitlich bedingten Windrichtungen.

Im Februar gab es in Bangkok einen Rekord, wenn auch einen negativen: Beim Air Quality Index (AQI), mit dem die Qualität der Atemluft angegeben wird, gehörte Bangkok zu den fünf Städten mit der schlechtesten Luft der Welt. Der gemessene Wert wurde mit 203 angegeben, das bedeutet „sehr ungesund“.

Das AQI-System misst Verschmutzungsgrade von 0 bis 500. 0 bis 50 (grün) bedeutet, dass die Luftqualität gut ist. Von 51 bis 100 (gelb) wird die Luftqualität als durchschnittlich bezeichnet. Von 101 bis 150 (orange ) ist die Luft ungesund für empfindliche Personen. Von 151 bis 200 ist die Luft ungesund (rot). Alles darüber hinaus ist sehr ungesund, die Farbe hierfür ist violett.

Thalearngsak Petchsuwan, ein für die Messung der Luftqualität zuständiger Beamter, sagte, das Thema Luftverschmutzung solle ernst genommen werden, vor allem dann, wenn es um Feinstaub ginge, das wären Teilchen, die 2,5 Mikron groß sind (PM2,5) bzw. zehn Mikron (PM10). Das Einatmen dieser Feinstaubpartikel kann zu ernsten Atemwegserkrankungen führen.

Die Teilchen sind für das menschliche Auge unsichtbar (ein menschliches Haar misst etwa 70 Mikron im Durchmesser), und nur, wenn sie geballt auftreten, kann man sie als Smog erkennen.

Die Regierung meinte, sie versuche das Problem mit Präventivmaßnahmen zu lösen, doch Kritiker, dazu gehört auch Greenpeace, meinen, die Gefahren des gefährlichen Feinstaubs würden ignoriert.

Thalearngsak sagte, es würde noch drei Jahren dauern bis es in Bangkok Geräte gäbe, die Feinstaub PM2,5 messen können. Zurzeit seien die Daten nicht präzise weil nur sechs der zwölf Messstationen in der Hauptstadt diese Kleinstpartikel messen.

Für die lange Wartezeit machte er Budgetprobleme verantwortlich. Er glaube aber, dass die ungesunde Luft in Bangkok keine Normalität werde.

Die Situation ist richtig gut“, sagte Thalearngsak und meinte, es werde nicht lange dauern, bis die Luftqualität wieder normale Werte erreiche.

Zwei Tage nach dieser Aussage stand der AQI bei 119 – ungesund für empfindliche Personen. Drei Tage später rutschte die Luftqualität wieder in den roten Bereich.

Das Problem betrifft jeden und geht nicht von alleine weg. Noppanan Arunvongse, ein Dozent, der in China arbeitet, sagte, die thailändischen Behörden werden irgendwann nach einer Lösung suchen müssen, denn das Problem betreffe alle – ob reich oder arm –, denn alle atmen dieselbe Luft.

„Nach einer Weile werden sie Angst davor haben an Krebs zu sterben. Alle zuständigen Behördenmitarbeiter und Regierungsmitglieder müssen diese Luft atmen, weil sie Menschen sind.

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