Header Banner
Header Banner
Header Banner
Header Banner
Header Banner

Smart City Bangkok

Smart City Bangkok

Bei einer Studienreise nach Berlin wurde mir gezeigt, wie „smart“ Berlin ist, schreibt Sirinya Wattanasukchai. Mir fiel dann eine Nachricht auf, wonach Bangkok versucht, eine „smarte Stadt“ zu werden.

In diesem Bericht prüfte Verkehrsminister Arkhom Termpittiyapaisith die Lage, indem er sagte, Japan unterstütze den Plan des Ministeriums, mit elf Milliarden Baht ein 35 Rai großes Gelände nahe der Station Bang Sue in eine „smarte Stadt“ umzubauen.

Smart City Bangkok
Smart City Bangkok

Laut mehreren Studien hat die Station Bang Sue mit dem benachbarten Grundstück das Potential für ein Smart City Konzept.

Smart City heißt, dass Bang Sue zu einem Umsteigebahnhof wird, an dem Hochbahnen und Züge zusammentreffen, aber auch Güterzüge. Hier sollen Einkaufszentren und Hotels entstehen, Büros und Konferenzräume. Das nennt sich transitorientierte Entwicklung (transit-oriented development), das englische Kürzel hierfür ist TOD.

Das Projekt klingt vielversprechend, vor allem wegen der vielen tollen Wörter wie Verkehrszentrum, Smart City und nicht zuletzt TOD.

Aber ich kann nicht erkennen, wie diese großen Wörter allein diesen Teil Bangkoks in eine wahre smarte Stadt verwandeln sollen, in dem Reisende aus allen Landesteilen ankommen, um hier umzusteigen. Sie würden dann recht verwirrt sein, wenn sie den Rest der nicht so smarten Stadt erkunden.

Das erinnert an das Makkasan-Projekt, das kürzlich seitens der Nahverkehrsbehörde der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Das 497 Rai große Grundstück in Makkasan soll ebenfalls ein Zentrum mit Einkaufszentren, Hotels und Wohnblöcken werden.

Bei keinem der Projekte wird aber erklärt, wie die Pendler oder auch Touristen außerhalb des Bereichs der smarten Stadt vorankommen sollen.

Wenig überraschend läuft die Interpretation von einer smarten Stadt in Thailand immer auf große Investitionen, tollen Grafiken und einer Zukunftswelt mit Hochtechnologie hinaus, die letztendlich die Benutzer aber dumm aus der Wäsche gucken lässt.

Es gibt genügend Beispiele für nicht erfolgreiche Smart-Systeme. Sehen Sie sich nur an, wie die Automaten in Bussen für die sogenannten e-Tickets funktionieren oder besser gesagt, nicht funktionieren. Besonders smart war die Entscheidung der Betreiber der Bahnstrecke Purple Line, Sitze aus der Bahn zu entfernen, um mehr Platz für die Fahrgäste zu schaffen, anstatt die Züge länger zu machen oder mehr Bahnen einzusetzen.

Zuvor hatte kaum ein Fahrgast die Purple Line benutzt, weil beim Bau der Umsteigebahnhof zur Blue Line „vergessen“ worden war. Kaum war er fertig, war der Betreiber durch den plötzlichen Fahrgastandrang in der Purple Line völlig überfordert.

Smart City Bangkok - U-Bahn
Smart City Bangkok – U-Bahn

Und nun nach Berlin: Ich nahm an einer Studienreise im Rahmen eines Programms für internationale Journalisten teil. Wir waren 15 Journalisten aus Asien, denen in Berlin eine ganz andere Version einer Smart City gezeigt wurde. Die erste U-Bahn fuhr in Berlin schon im Jahre 1902.

Hauptsächlich ging es hier um Mobilität, nicht unbedingt um Hochtechnologie, vielmehr einfach darum, wie unabhängig die Berliner durch die öffentlichen Verkehrsmittel sind. Das Ziel ist es, die existierenden Systeme auszubauen bzw. zu maximieren. Umweltbedenken spielen hier auch eine Rolle.

Der Smart City liegt in Berlin der Gedanke zugrunde, dass die Bürger mit öffentlichen Verkehrsmitteln jeden Teil der Stadt bequem erreichen können, und das zu einem verhältnismäßig günstigen Preis.

Die U- und S-Bahn kann in Berlin auch ziemlich voll werden. Deshalb wurden aber keine Sitze entfernt. Fehlen sie, sind diese Nischen für das Abstellen von Fahrrädern.

Ähnliche Beiträge