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Sinnvolle Änderungen im Straßenverkehr

Sinnvolle Änderungen im Straßenverkehr

In den letzten paar Wochen gab es zwei Vorschläge, wie zukünftig der Straßenverkehr besser reguliert werden könnte. Ein Vorschlag sieht vor, dass Fahrer härter bestraft werden, wenn sie einem Krankenwagen den Weg versperren, und bei dem anderen geht es darum, dass zu schnelles Fahren auf den Expressways eingedämmt werden soll.

Diese Vorschläge sind erwähnenswert. Sie sollten sehr wohl überdacht werden, vor allem, was deren Umsetzung betrifft, das gilt vor allem für die dann hoffentlich befriedigenden Resultate.

Der Vorschlag, dass Autofahrer härter bestraft werden sollen, die Krankenwagen keinen Platz machen, erfolgte, nachdem ein sehr kranker Patient in einem Krankenwagen starb, weil dieser nicht rechtzeitig ins Krankenhaus kam. Das lag an einem Autofahrer, der der Ambulanz keinen Platz machte. Als der Krankenwagen endlich am Krankenhaus ankam, konnten die Ärzte dort nur noch den Tod des Patienten feststellen. Der Vorfall führte zu einem öffentlichen Aufschrei.

Der Autofahrer musste eine Geldstrafe von 500 Baht bezahlen. Der Fall wurde in den sozialen Netzwerken heiß diskutiert, und die übereinstimmende Meinung ist, dass die Strafe zu milde ausgefallen ist.

Eines der Argumente lautet, dass die niedrige Geldstrafe herzlose Autofahrer nicht davon abhalten wird, die Sirenen und das Blaulicht von Krankenwagen zu ignorieren. Als Konsequenz wurde eine drastische Erhöhung der Strafe gefordert, und zwar auf 10.000 oder sogar 20.000 Baht, wenn ein Fahrer eine Ambulanz behindert. Gleichzeitig sollte ihm der Führerschein für drei Monate entzogen werden.

Prompt wurde bei der Nationalversammlung (NLA) eine Petition eingereicht, die genau dies fordert, nämlich härtere Strafen für Fahrer, die Ambulanzen den Weg versperren und somit Leben gefährden.

Es sollte aber nicht nur überlegt werden, Strafen zu verschärfen. Es geht auch um die öffentliche Wahrnehmung. Da thailändische Fahrer mit Krankenwagen offenbar nichts anfangen können, müssen sie lernen, wie man sich in Notfallsituationen zu verhalten hat. Das gilt nicht nur für die Fahrer von Ambulanzen und Feuerwehrwagen, sondern eben auch für die anderen Verkehrsteilnehmer. Die Behörden müssen hier Antworten finden und das Problem dann entsprechend lösen.

Zunächst einmal sollte bei diesen Überlegungen einbezogen werden, wie es sich mit dem Verkehrsfluss in Bangkok verhält, insbesondere während der Stoßzeiten. Wer schon einmal im Stau steckte, der weiß, dass es gar nicht so einfach ist, links heranzufahren oder anderweitig auszuweichen, selbst wenn man es wollte. Es wäre daher sicherlich hilfreicher, wenn die Behörden die bereits existierende Straßenverkehrsordnung zugrunde legten und die Infrastruktur beachten, wenn sie das Problem lösen, anstatt blind neue Sätze für Geldstrafen zu verhängen.

Eine erste Maßnahme der Behörde könnte sein, dass durchgesetzt wird, den Seitenstreifen nicht zu befahren. Der ist nur für Notfälle und darf nicht benutzt werden. Thailändische Fahrer sehen das natürlich etwas anders. Wenn sie eine Spur sehen, dann benutzen sie sie auch. Um bei Staus schneller voranzukommen und weil es Spaß macht, links zu überholen. Das endet dann damit, dass die komplette Straße inklusive Seitenstreifen durch einen Verkehrsstau blockiert ist. Derartig egoistisches Fahren ist nicht nur illegal, sondern gefährlich. Doch die Verkehrspolizei interessiert sich für solche Verstöße kaum und ermutigt auf diese Weise diese Art von rücksichtslosem Fahren.

Das muss unbedingt aufhören. In vielen Ländern wird der Seitenstreifen nicht benutzt und ist leer. Es sei denn, es handelt sich um einen Notfall. Ähnlich wie die Helmpflicht bei Motorradfahrern kann man sich da nur wundern, warum das sonst funktioniert, zum Beispiel in Malaysia, aber in Thailand nicht. Was stimmt mit diesem Land nicht oder mit den Einwohnern?

Der zweite Vorschlag sieht vor, das Rasen auf Expressways einzudämmen. Auch hier werden höhere Strafen nicht helfen, wenn nicht gleichzeitig etwas anderes versucht wird.
Die Expressway-Betreiberin Exat sagte, man wolle erreichen, dass Autofahrer auf den Expressways nicht schneller als 80 fahren. Überwachungskameras wurden installiert, die die Geschwindigkeit der Fahrzeuge überwachen.

Über die erlaubten 80 Kilometer pro Stunde kann man diskutieren. Die Straßen sind derartig gut ausgebaut, dass man hier problemlos 100 km/h fahren kann.

In anderen Ländern beträgt die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen meist mehr als 80 km/h. Meist sind es zwischen 100 oder 120 Stundenkilometer, in den USA sind es 80 Meilen pro Stunde, das sind etwa 130 km/h. In Deutschland gibt es gleich gar keine Beschränkung, es sei denn, sie ist extra ausgeschildert.

Thailand muss nicht dem deutschen Beispiel folgen – auch nicht, obwohl thailändische Fahrer so fahren und so schnell fahren wie sie wollen. Doch 80 km/h ist einfach zu wenig.

Hier sollten die Behörden sich einmal verinnerlichen, dass es ein Mittelding gibt zwischen Schleichfahrt und rücksichtsloser Raserei. Geschwindigkeitsbeschränkungen sollten praktikabel sein, daher wären 100 km/h angemessener.

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