Header Banner
Header Banner
Header Banner
Header Banner

Schulden und Dürre behindern Wirtschaftswachstum

Schulden und Dürre behindern Wirtschaftswachstum

Vor über fünf Monaten riss die thailändische Militärregierung die Macht an sich und benutzt das Kriegsrecht, um Kritiker in dem politisch polarisierten Land in Schach zu halten. Es wird aber schwieriger sein, die angeschlagene Konjunktur des einstigen Tigerstaates wieder in Gang zu bekommen. Die Haushaltsschulden haben einen neuen Rekord erreicht, die Exporte sind rückläufig und die Tourismusindustrie mag sich nach den monatelangen Unruhen und der Verhängung des Kriegsrechts auch nicht so recht erholen. Hinzu kommt, dass die Wasserpegel in den Staudämmen so niedrig sind wie seit Jahren nicht mehr.

Die thailändische Zentralbank prognostiziert für dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum von nicht mehr als 1,5 Prozent. Für die Millionen von Reisfarmern im Land, viele von ihnen Sympathisanten der durch den Putsch gestürzten Regierung, kommen Schulden und Dürre wie ein doppelter Faustschlag daher.

Farmer in Chiang Mai wurden von Behörden aufgefordert, in diesem Jahr kein zweites Mal Reis zu säen. Das Wasser im Staudamm steht auf dem niedrigsten Stand seit über zehn Jahren. Farmerin Ampai Chaito sagte, sie befürchte, ihre Schulden in Höhe von 180.000 Baht nicht zurückzahlen zu können. Das Geld lieh sie letztes Jahr von einem Kredithai, damit sie die Hochschule für ihren Sohn bezahlen kann. „Vielleicht kann er seine Ausbildung jetzt nicht beenden“, sagte Ampai wütend. „Er ist klug, ja, aber er hat eine arme Mutter.“

Als Teil eines Stimuluspaketes der Regierung wird Ampai 4.000 Baht erhalten. Im Vergleich zum von ihr geschuldeten Geld ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Wirtschaft ist Brot und Butter der Legitimität“, sagte Thitinan Pongsudhirak von der Chulalongkorn Universität. „Wenn es um Politik geht, kann das Militär kommandieren und kontrollieren, es gibt nur wenig offene Opposition. Aber es kann die Weltwirtschaft nicht kontrollieren. Und auch nicht das Wetter.“ In einem Land mit sieben Millionen Farmerhaushalten, die meisten Kleinbauern, wird die Wasserknappheit die Ärmsten der Armen treffen.

Kuakoon Manasumphunsakul von der Bewässerungsbehörde in Chiang Mai sagte, dass die Wasserstände in den Dämmen einen historischen Tiefststand erreichten, weil es in der Regenzeit zu wenig Stürme gab. Wir müssen uns auf eine Dürre vorbereiten, und die wird es ganz sicher geben“, sagte er. „Wenn wir nicht endlich anfangen Wasser zu sparen, wird es sehr schlimm.“ Der Damm, der Chiang Mai am nächsten ist, führt 17 Prozent seiner Kapazität, das ist der zweitniedrigste Stand seit dem Bau vor 20 Jahren.

Jetzt beginnt, was Kuakoon als „Wasserkrieg“ bezeichnet, in dem Hotels, Stadtbewohner, Fabriken und Farmer um Wasser kämpfen. Farmerin Ampai will nach dem Reisanpflanzverbot nun Gemüse wie Zwiebeln oder Knoblauch anbauen. Aber auch dafür brauche man Wasser, sagte sie. „Wenn sie die Felder nicht bewässern, werden wir demonstrieren“, sagte sie. „Sie leiten zu viel Wasser in die Stadt.

Der größte Staudamm des Landes, der Bhumibol-Damm, wurde 1964 eingeweiht. Das Wasser im Damm beträgt nur 40 Prozent der Kapazität, so niedrig stand der Pegel seit dem Bau erst dreimal.

Die thailändische Zentralbank sagte, dass Farmer mit die höchsten Schulden haben, aber sie sind nicht die einzigen. Die durchschnittlichen Schulden von thailändischen Privathaushalten betragen über 10 Billionen Baht, das sind doppelt so viele Schulden wie vor vier Jahren. Damit machen die Schulden 80 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus und gehören mit zu den höchsten in ganz Asien. Schulden bei Kredithaien sind hier nicht einbezogen.

Amara Sriphayak, ehemalige Mitarbeiterin der Zentralbank, sagte, dass die hohen Schulden zu Konsumverzicht führten und sogar zu einer Destabilisierung des Finanzsystems führen könnten.

Wenn es einen Boom gibt, dann bei Pfandhäusern. Die Stadtverwaltung von Chiang Mai richtete im letzten Jahr vier neue staatlich betriebene Pfandleihen ein, eine fünfte soll in diesem Jahr noch folgen. Warisara Suramonthaweekit, Geschäftsführerin einer Pfandleihe in Chiang Mai, sagte, dass ihre Kunden inzwischen aus allen Gesellschaftsschichten kommen. Früher hätten sich die Leute geschämt erzählt sie, und einen Bekannten geschickt. Das sei jetzt anders, denn alle haben Schulden. „Die Leute kommen her, als ob sie zur Bank gehen“, sagte Warisara.

Ähnliche Beiträge