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Schlusslicht Bangkok

Schlusslicht Bangkok

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Das Finanzunternehmen JP Morgan Chase untersuchte zusammen mit der unabhängigen Organisation Brookings Institution die Wirtschaftsleistung von Weltstädten. Bangkok erreichte von 300 untersuchten Städten Rang 300!

Die Wirtschaft der thailändischen Hauptstadt wurde von jahrelangen politischen Unruhen und politischer Ungewissheit „zerstört“, heißt es. Das reale Bruttoinlandsprodukt sank in Bangkok zwischen 2013 und 2014 um 0,5 Prozent, die Beschäftigungsrate schrumpfte um 1,7 Prozent. Damit kam Bangkok auf den letzten Platz der 300 untersuchten Städte. Immerhin erreichte Bangkok Rang 259, wenn man den Zeitraum 2009 bis 2014 heranzieht. Das aber bedeutet, dass es zuletzt immer weiter bergab ging.

Thailands mangelhafte Leistung steht in scharfem Kontrast mit anderen Entwicklungsländern, insbesondere China, das die Topplätze des jährlichen Rankings dominierte. Macao, das chinesisches Territorium, bekannt für Casinos und Glücksspiel, kam auf Platz 1. Macao freut sich über einen Tourismusboom, Spieler kommen in die mehr als 30 Casinos, darunter auch das Venetian Macau, das größte Casino der Welt.
Städte in bereits entwickelten, wohlhabenden Ländern fallen im Vergleich ab. Die meisten untersuchten Städte haben sich von der Finanzkrise erholt, doch bei 65 Prozent der europäischen und 57 Prozent der nordamerikanischen Städte war das, laut der vorliegenden Studie, nicht der Fall. In dieser wurden in ausgewählten Städten der Arbeitszuwachs und die Wirtschaftsleistung pro Person ermittelt.

Die ASEAN-Staaten
Was die ASEAN-Staaten betrifft, so ist dieser Städtevergleich insbesondere im Hinblick auf die Ende Dezember beginnende Asiatische Wirtschaftsgemeinschaft AEC interessant.
Malaysia schaffte es mit zwei Städten in die Top 50: Kuala Lumpur (Rang 19) und Georgetown (Rang 47), während Vietnam mit Ho Chi Minh City (Saigon) auf Rang 23 kam und Indonesien mit Jakarta auf Rang 34. Singapur, relativ entwickelt, folgt auf Rang 61. Das philippinische Manila kommt erst auf Rang 139, aber immer noch deutlich besser als Bangkok mit Platz 300. Von den ASEAN-Staaten hatte nur die thailändische Hauptstadt Minuswerte beim Bruttosozialprodukt und dem Beschäftigungsanstieg zu verzeichnen.

Chinas Landesinnere
China schlug bei der Studie alle Rekorde: 27 chinesische Städte sind in den Top 50 zu finden, zu viele, um sie hier alle aufzuzählen. Interessanterweise boomen hier die Städte im Inland mehr als die Küstenstädte. So wuchs beispielsweise das Bruttosozialprodukt des im Landesinneren befindlichen Changsha um 8,6 Prozent. Entsprechend hoch war auch die Nachfrage nach Arbeitskräften, sodass die Stadt auf Rang 15 landete.
Das Bruttoinlandsprodukt der Küstenstadt Dongguan in der Nähe von Hongkong wuchs „nur“ um 5,2 Prozent, was für chinesische Verhältnisse wenig ist, kam aber immerhin auf Rang 70. Der Trend geht dahin, dass Unternehmen ins chinesische Landesinnere abwandern, weil dort Arbeitskräfte und Immobilien billiger sind als in der Küstenregion. Hinzu kommt, dass der chinesische Staat viel in die Infrastruktur im Landesinneren investiert.

Große Unterschiede
Joseph Parilla, einer der für die Studie verantwortlichen Wirtschaftswissenschaftler vom Brookings Institute, zeigte sich überrascht, von der Unterschiedlichkeit der Leistungen innerhalb von Regionen, die als „Block“ bezeichnet werden. So seien die Werte lateinamerikanischer Städte doch sehr unterschiedlich. Medellin in Kolumbien und Lima in Peru schafften es unter die ersten 50.
Städte in wohlhabenden Ländern zeigten mit Ausnahme britischer und nordamerikanischer Städte weitestgehend eine schlechte Leistung. Austin und Houston in Texas und Raleigh in North Carolina kamen in die Top 50. London immerhin auf Rang 26, das schottische Manchester schaffte es auf Platz 60.
Fünf Jahre nach Ende der Rezession hat die Konjunktur in den USA und in Großbritannien an Fahrt aufgenommen.
In entwickelten Wirtschaften wie Nordamerika und Westeuropa, fliegen Städte wie London und Houston hoch, während andere wie Rotterdam und Montreal kämpfen“, sagte Parilla.

Rohstoffboom
Die 18 untersuchten Städte, die sich auf Rohstoffe wie Erdöl spezialisierten, konnten die höchsten wirtschaftlichen Wachstumsraten pro Person (2,6 Prozent) und den höchsten Beschäftigungszuwachs (1,9 Prozent) verzeichnen.
Die Steigerung der Öl- und Gasproduktion in Nordamerika erklärt teilweise den Erfolg städtischer Gebiete wie Calgary in Denver, Houston und Tulsa, die Epizentren der regionalen Schieferrevolution sind“, heißt es in dem Bericht.
Nächstes Jahr könnte das anders werden. Der Ölpreis ist fast um die Hälfte gefallen, damit wird der Erfolg von Städten gefährdet, die sich auf einen Energieboom eingestellt hatten.

Erfolgreiche Türkei
Vier türkische Städte werden in den Top 10 gelistet: Izmir, Istanbul, Bursa und Ankara. Trotz politischer Unruhen boomten im letzten Jahr türkische Städte.
Wenn man sich die Schlagzeilen ansieht, dann ist die Türkei nicht wegen ihres wirtschaftlichen Erfolges in den Nachrichten, sollte es aber wohl sein“, sagte Parilla. „Das Land macht eine ziemlich solide gesamtwirtschaftliche Politik.
Die Türkei profitiert von ihrer Lage zwischen Europa und Asien und von hohen Investitionen in Straßen und anderen Infrastrukturprojekten, mit denen nicht nur kurzfristig Arbeitsplätze geschaffen wurden. Es ist wahrscheinlich, dass die türkische Konjunktur davon lange Zeit profitiert.

Beitragsquelle : http://www.bangkokpost.com/news/world/459167/bangkok-ranks-last-in-economic-performance-in-300-city-survey

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