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Risiko einer Kanalfahrt

Risiko einer Kanalfahrt

Wie viele, wenn nicht sogar alle Passagiere, die den Saen-Saep-Bootsservice benutzen, meinte die junge Studentin, dass sie nicht mehr als beten könnte in der Hoffnung, dass es keine weiteren Unfälle mehr gibt, berichtete Bangkok-Post-Redakteurin Ploenpote Atthakor.

Das war ihre Reaktion zu dem Bootsunglück, bei dem in der Nähe der Anlagestelle Wat Thep Leela der Motor eines Boots explodierte und über 60 Personen verletzt wurden. Glücklicherweise starb niemand.
Wie viele andere Bootspassagiere wird die Studentin den Service weiterhin benutzen, auch wenn das nicht ohne Risiko ist. Boote sind eine effiziente Alternative der Fortbewegung für Leute, die den stundenlangen Verkehrsstaus entkommen wollen. Auf dem Wasser geht es schnell vorwärts, und bis zu einem gewissen Grad können die Fahrgäste die Reisezeit planen.
Wenn man sich den Bootsservice auf dem Kanal Saen Saep ansieht, der von Family Transport Co. betrieben wird, dann hält sich das Risiko allerdings in Grenzen, denn in den letzten Jahren gab es keine ernsthaften Unfälle.

Nach der Explosion ordnete das Verkehrsministerium wie immer bei solchen Unfällen mehr Sicherheitsüberprüfungen an, was begrüßenswert ist.
Eine andere Gefahrenquelle sind nicht die Boote auf dem Khlong Saen Saeb, sondern die Expressboote auf dem Chao Phraya River. Diese werden täglich von zehntausenden Passagieren benutzt und sind auch bei Touristen beliebt.
Während der Rushhour sind diese Boote populär und zuverlässig. Ganz ohne Risiko sind diese aber auch nicht. Am problematischsten dürfte wohl die Überladung mit Fahrgästen während der Rushhour sein. Niemand will zurückgelassen werden, egal, wie viele Leute schon an Bord sind.
Das letzte Mal benutzte ich so ein Boot vor über einem Jahr. Es war etwa 7.30 Uhr, da hatten es die Leute eilig. Das Boot war voll, es gab kaum Stehplätze, doch die Besatzungsmitglieder ließen an jeder Anlegestelle weitere Passagiere aufs Boot.
Ich schätzte die Anzahl der Passagiere, es waren sehr viel mehr Leute als das Gesetz erlaubte. Ich machte mir Sorgen, dass das Boot zu schwer sei und sinken könnte. In meiner Panik ging ich beim nächsten Halt von Bord. Von dort aus sah ich, dass sich die Höchstlademarke unter Wasser befand. Als das Boot ablegte, betete ich für die Sicherheit der Passagiere, denen nichts anderes übrig blieb, als weiterzufahren.
Ich behielt meine Beobachtungen für mich. Manchmal dachte ich, ich sei paranoid, manchmal dachte ich, solche Zustände seien einfach inakzeptabel. Aber meine Zweifel vergingen nicht, als ich bei einem gesellschaftlichen Ereignis einen Beamten der Marinebehörde kennen lernte.
Ich sprach mit ihm über die Sicherheit und fragte, ob ich paranoid sei. Er meinte: „Nein, Sie haben recht. Das ist wirklich gefährlich.
Die Gefahr ist real, und niemanden kümmert es und will sie aufhalten? Er nickte.
Ich frage ihn, warum seine Behörde solche Praktiken erlaubte: „Die Bootsfirma will ihren Gewinn maximieren (auch wenn sie möglicherweise argumentiert, dass sie nur eine Dienstleistung verrichtet), während die Passagiere meinen, sie könnten nicht auf das nächste Boot warten, weil sie dann zu spät zur Arbeit kommen. Jemand muss hier etwas ändern, und das sind diese Beamten.
Mir wurde gesagt, dass sei einfacher gesagt als getan. Der Beamte meinte, eine Katastrophe sei nur eine Frage der Zeit. Niemand wage, die richtigen Entscheidungen zu treffen oder das Richtige zu tun.
Das hat etwas mit Thainess zu tun, und das macht mir Sorgen. Warum erlauben wir uns, die Sicherheit in dieser Gesellschaft aufs Spiel zu setzen? Warum flirten wir mit dem Risiko?

Der Saen-Saeb-Unfall könnte trotz der Verletzten eine Segnung sein. Zumindest ordnete das Verkehrsministerium Kontrollen an, um den Transport per Boot sicherer zu machen. Ich hoffe, das sind nicht nur Lippenbekenntnisse, dass es keine Reflexhandlung war und die Sache bald wieder vergessen wird, wenn sich die Öffentlichkeit nicht mehr dafür interessiert.

Beitragsquelle : http://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/887888/bangkok-boat-commuters-risking-all

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