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Reisanbau muss komplett reformiert werde

Reisanbau muss komplett reformiert werde

Die Reiskrise der letzten Monate hat sowohl die Regierung als auch Politiker dazu gebracht, Farmer in diesen schweren Zeiten zu unterstützen. Aber es bleibt abzuwarten, was noch unternommen wird, um die Lebensverhältnisse der Farmer insgesamt zu verbessern.

Wirtschaftswissenschaftler Nipon Poapongsakorn schlug vor, dass der Reisanbausektor komplett überholt wird, damit thailändische Farmer in die Mittelklasse aufsteigen und die Möglichkeit haben, denselben wirtschaftlichen Handlungsspielraum zu haben wie diejenigen, die in den Städten leben und arbeiten.

Wir müssen dem Einkommen der Farmer einen Schub geben, und zwar bis auf eine Ebene, dass sie so viel verdienen wie die Mehrheit der Mittelklasse“, sagte er. „Es wird eine Entwicklung benötigt, damit Farmer ein angemessenes Einkommen haben.
Für eine derartig grundlegende Reform wird ein funktionierender Reismarkt benötigt, in den der Staat nicht durch Subventionen oder anderweitig eingreift, aber die Förderung großflächiger Reisanbaugebiete und der freiwillige Zusammenschluss kleiner Farmen voraus setzt. Das Ziel sei es, so Nipon, der für das Institut für thailändische Entwicklung arbeitet, dass die Produktivität erhöht wird und Farmer bei Verhandlungen eine bessere Ausgangsposition haben.

Der Sektor des Reisanbaus benötigt Veränderungen in der Weise, dass sich mehrere kleine Farmen zu einer großen zusammenschließen, damit Produktivität und Profit erhöht werden. Zurzeit sind die meisten Farmer kleine Produzenten, die keinerlei Macht bei Verhandlungen besitzen.

Das würde sich bei Zusammenschluss mehrerer Farmen zu einer großen Anbaufläche ändern, die von einer Geschäftsführung geleitet wird, die sich nicht nur um den Reisanbau kümmert, sondern auch um andere Gebiete der Landwirtschaft wie beispielsweise Fisch- und Viehzucht. Die Farmer können als Gruppe besser verhandeln, wenn es um Märkte und finanzielle Ressourcen wie Kredite geht. Der Zusammenschluss zur Gruppe mit einem Management stellt Effizienz im gesamten Geschäftszweig sicher – angefangen von Planung über Anbau und Marketing bis hin zum Verkauf der Landwirtschaftsprodukte.
Um das in die Realität umzusetzen, muss Thailand zunächst das Problem der Ungleichheit bei der Bewässerung von Feldern lösen, sagte Nipon. Zurzeit wird nur ein Viertel des thailändischen Farmlandes überhaupt bewässert. Der Rest ist auf Regen angewiesen, was Farmer während der Regenzeit und Dürren vom Wetter abhängig macht, zumal Farmer auch nur während der Regenzeit aussäen können.
Hier müsse es gerechter zugehen, weil Farmer, die in der Nähe von Bewässerungssystemen wohnen, kostenlos Wasser erhalten. Würde dies aber kostenpflichtig, könnten mit den Einnahmen weitere Bewässerungssysteme gebaut werden, während die Farmer mit dem Wasser gleichzeitig sparsamer umgehen. Das führt dazu, dass zum einen Wasser gespart wird und zum anderen weitere Felder bewässert werden können.

Der nächste Punkt auf Nipons Liste sind verlassene Farmen. Viele Familien sind weggezogen, auch weil derzeitige Gesetze Pächter bevorzugen und Grundeigentümer in eine nachteilige Position bringen.
Der Zusammenschluss von Farmen setzt Akquisition voraus, hier könnten Gesetze dahingehend geändert werden, dass Verpachtung von Grund und Boden einfacher ist und Farmer dazu ermuntert werden, Landwirtschaftsflächen zu kaufen.
Thailand hat bislang die Produktivität in Bezug auf ertragsreiche und wenig ertragsreiche Regionen unterschätzt, so Nipon. Das Resultat sei, dass der Staat Farmern nicht dabei geholfen habe, dies richtig einzuschätzen.

Es gebe unterschiedliche Ebenen der Produktivität, die von den verschiedenen Arten des Bodens abhängen, sagte er. Der Staat müsse Farmer dazu ermuntern, sich auf ihre unfruchtbaren Böden zu konzentrieren, damit deren Qualität verbessert werde. Dann könnte überlegt werden, welche Landwirtschaftsprodukte dort besser gedeihen könnten als Reis. Der Staat habe die Aufgabe, die Farmer mit Know-how und Technologie zu unterstützen, damit ihnen geholfen werden kann, die Qualität des Ackerbodens zu verbessern und andere Produkte anzubauen.

Investitionen können ebenfalls eine Last sein. Diese Last stieg wegen unnötiger Investitionen an, weil falscher oder nutzloser Dünger und Pestizide eingekauft werden. Unterstützt wurde das von mehreren Regierungen, weil Politiker oftmals selbst an der Agrarwirtschaft beteiligt sind.
Am wichtigsten sei aber, so Nipon, das endlich eingestanden werden müsse, dass man nicht so viele Farmer wie man denke, brauche, um Land zu bestellen. Würden diese Arbeitsplätze abgebaut, wäre auch das ein Schritt in Richtung Profit.
Jüngere Generationen sind bereits zurückhaltend, wenn es darum geht, die Farmen der Eltern zu übernehmen. Das bedeutet, dass die Anzahl der Farmer stetig sinken wird, sich gleichzeitig aber das Einkommen der noch verbliebenen steigert.

Dieser Vorgang lässt sich beschleunigen, indem die Anzahl der Farmer stetig abgebaut wird. Was aber sollen die plötzlich arbeitslos gewordenen Menschen machen?
Auch dafür hat Nipon eine Antwort. Die Entwicklung der ländlichen Gebiete ist der Schlüssel für Arbeitsstellen auf dem Land, damit die jüngere Generation nicht in die Stadt zieht, um dort Arbeit zu finden.
Es muss eine Strategie geben, mit der die ländlichen Gebiete entwickelt und dort größere Städte entstehen“, sagte er. Das könne helfen, Arbeit und berufliche Chancen aufs Land zu bringen.
Anstatt viel Geld für Reisprogramme auszugeben oder den Preis durch Subventionen zu stützen, sollten Regierungen einen Fonds einrichten, mit dem die Entwicklung auf dem Land gefördert wird. Auf Subventionen wie Kredite, Bewässerung und Ausbau der Infrastruktur könne zunächst nicht verzichtet werden, es handle sich aber nicht um Reisprogramme, sagte Nipon.

Es gibt jedoch nach wie vor Widerstände gegen die Idee des Zusammenschlusses von Farmen. Es wird befürchtet, dass große einflussreiche landwirtschaftliche Kooperativen die Reisfarmen übernehmen und die Landwirtschaft manipulieren.
Nipon sagte, dass sei aber unwahrscheinlich, weil es große Farmgebiete im ganzen Land gebe und es daher unmöglich wäre, dass alle von Konzernen übernommen werden.
Der Staat sollte vielmehr die Markmechanismen arbeiten lassen ohne in diese einzugreifen und es dann den Farmern überlassen, welche Entscheidungen sie treffen wollen, sagte Nipon.

Staatliche Aufsicht müsse insoweit bestehen, als auf die Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften geachtet wird. Farmern wird nach wie vor geholfen werden müssen, und der Staat kann insoweit Schützenhilfe geben, wenn es um die Erhöhung der Produktivität geht.
Auch in Zukunft wird es immer Farmer geben. Der Landwirtschaftssektor wird auch noch da sein. Aber Farmer werden pro Kopf mehr verdienen und der Sektor wird durch niemanden monopolisiert werden“, sagte der Ökonom.

Beitragsquelle : http://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/1147841/rice-farming-is-in-need-of-a-total-overhaul

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