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Problem bei E-Zahlungen

Problem bei E-Zahlungen

Als die Uhren nach Ablauf des Jahres 1999 auf das Jahr 2000 wechselten, gab es viele Unternehmen und Organisationen, die sich sorgten, dass wegen Y2K die Computer nicht mehr funktionieren könnten, weil sie quasi „auf null gestellt“ wurden. Das war nicht der Fall, Y2K längst vergessen, und nur die Älteren können sich an die Aufregung davor erinnern.

Doch Silvester 2017 brachte das Thema für Thais wieder auf den Tisch, denn bei der Umstellung auf 2018, genau um Mitternacht, fiel das nationale E-Zahlungssystem aus. Acht Stunden lang funktionierte gar nichts mehr, rund 20.000 Transaktionen konnte nicht zu Ende geführt werden.

Mit dem System sollen in naher Zukunft auf allen Ebenen Zahlungen vorgenommen werden können. Doch das technische Problem, das zu Tage trat, unterminiert das Ziel der Regierung, Thailand bargeldlos zu machen, indem nur noch via PromptPay bezahlt wird – und natürlich gut überwacht werden kann, wer wann welche Zahlungen leistet.

PromptPay ist ein zentralisierter elektronischer Geldtransfer-Dienstleister, bestehend aus dem Finanzministerium, der Bank of Thailand und des Thailändischen Bankenverbandes (TBA). Der Dienst erlaubt den Leuten, Online finanzielle Transaktionen an Personen durchzuführen, die unter 5.000 Baht kostenlos sind, auch wenn die Empfänger ein Konto bei einer anderen Bank haben. Man muss nur die Nummer des Personalausweises bzw. die Mobilfunknummer mit den entsprechenden Banken verlinken.

Die Verbraucher waren anfänglich zurückhaltend bei diesem Service, denn Datenschützer warnten vor Sicherheitsproblemen, möglichen Einschnitten beim Datenschutz und etwaigen Cyber-Verbrechen. Die Zentralbank verschob die Einführung von Oktober 2016 auf Januar 2017 mit der Begründung, die Testphase müsse länger sein.

Doch die Anweisungen per E-Payment wuchsen, ebenso die Zahl der Nutzer. 2017 gab es über 350 Millionen Transaktionen von mehr als 37 Millionen Kunden.

PromptPay und Quick Response (QR) Code-Zahlungen werden als wichtiges Werkzeug angesehen, E-Zahlungen in Thailand zu erhöhen und dem Wohl der Kunden zu dienen.

Die positive Entwicklung sollte die Regierung ihrem Ziel ein Stück näher bringen, die digitale Wirtschaft voranzutreiben. Aber der Computer-Bug könnte diesen Versuch unterminieren, weil das Vertrauen der Konsumenten erodiert, was Stabilität und Sicherheit bei PromptPay im Besonderen und E-Zahlungen im Allgemeinen anbelangt. Und Bankkunden haben ein Recht darauf, sich über solche Dinge Sorgen zu machen.

Der Grund für den Systemausfall, der von den Betreibern, dem Finanzministerium, der Zentralbank und dem TBA angegeben wurde, dürfte für Kunden schwer zu schlucken sein.

Der TBA-Vorsitzende Predee Daochai hob hervor, dass das Problem hauptsächlich durch einen Fehler in der ausländischen Software ausgelöst wurde. Die Entwickler hatten versehentlich das falsche Datum und die falsche Uhrzeit für den thailändischen Kalender eingestellt.

Diese Erklärung wurde von Finanzminister Apisak Tantivorawong wiederholt, der ebenfalls meinte, es habe sich um einen Neujahrs-Bug gehandelt.

Predee hatte zudem ausgeführt, dass es so viele Stunden dauerte, das Problem zu beheben, weil zunächst der Bug erkannt werden musste, um dann mit den ausländischen Software-Entwicklern und den teilnehmenden Banken abzustimmen, wie das Problem behoben werden könnte.

Das zeigt wieder einmal, dass die Betreiber überhaupt keinen Plan haben, was sie machen sollen, wenn ein kompliziertes Computersystem einmal nicht funktioniert. Wäre es denn gerade bei diesen komplexen Systemen nicht ratsam, Plan B in der Tasche zu haben? Zumindest sollte es doch ein Krisenmanagement geben, das zeitnah auf Störungen reagiert.

Die Banken und das Ministerium hinter PromptPay sollten realisieren, in welch schwierige Lage sie die Kunden bringen.

Problem bei E-ZahlungenProblem bei E-ZahlungenWenn das System schon zusammenbricht, wenn das Datum vom 31. Dezember auf den 1. Januar springt, wie problematisch können dann wirkliche Schwierigkeiten werden, zum Beispiel wenn das System gehackt wird?
Die PromptPay-Betreiber sollten eine Technologie benutzen, die die Konsumenten vor Sicherheitslücken schützt und garantiert, dass das System läuft, wenn es gebraucht wird. Sie sollten nicht über mögliche technische Probleme nachdenken müssen, denn wenn das so ist, dann wird der Traum der Regierung vor einer digitalen Wirtschaft genau das bleiben: ein Traum, der nicht verwirklicht wird.

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