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Premier will Zuneigung

Premier will Zuneigung

Es ist doch wie verhext. Da opfert man sein Leben für Nation und Vaterland, und niemand hat einen lieb. Erlässt man also schnell ein paar Richtlinien, dass einen alle lieb haben müssen, und nun ist das auch nicht richtig. Verstehe einer die Welt.

„Ihr müsst mich alle lieb haben!“, hat Premierminister General Prayuth Chan-ocha zwar noch nicht gesagt, aber lange dauert das vielleicht nicht mehr. Er könnte uns alle zwingen, ihm jeden Tag den ganzen Tag zuzuhören. Oder er zückt Artikel 44 der Übergangsverfassung und verlangt Respekt, wo auch immer er hingeht.

Wer weiß, welche Art von Respekt der Premier sucht? Verbeugen? Auf den Boden legen? Umarmen? Oder soll jeder vor Glück weinen, wenn er ihn aus der Ferne erspäht, so als sei er ein Beatle?

Klar ist, dass der Premier in vielen seiner Reden die Leute immer wieder darauf hinweist, wie viel sie ihm schulden, weil er einen Job macht, den er eigentlich gar nicht machen will. Da passen die erlassenen 14 Richtlinien für Fotografen, was zu beachten ist, wenn sie ein Foto vom General machen wollen. Er will einfach nur lieb gehabt werden.

Die Regierung distanzierte sich schnell von den kontroversen Richtlinien, die unter anderem vorsahen, dass der Fotograf vor und nach dem Foto gegenüber dem General seinen Respekt erweist und mindestens fünf Meter Abstand hält. Das ist mehr als eine Armlänge. Regierungssprecher General Sansern Kaewkamnerd sagte, die Regeln kommen dem Premier zu streng rüber, daher habe er eine Überarbeitung empfohlen.

Weitere Vorschriften sehen vor, dass der Premier nicht fotografiert werden darf, wenn er Treppen empor oder hinab steigt oder gerade isst. Dieser ganze Katalog mag etwas merkwürdig erscheinen, zeigt aber, was General Prayuth gerne hätte ohne es bekommen zu können.

Vier Jahre sind vorbei, wo also ist die Bewunderung? Warum feiern die Bürger nicht seine Fähigkeiten und sagen, er sei der beste Premierminister, den sie je hatten? Was ist mit diesen Nachrichten über Sympathisanten, die potentielle Kandidaten ins Camp bringen, um sicherzustellen, dass es nach den Wahlen genügend Stimmen gibt, die ihn zum Premierminister wählen würden? Das sollte doch automatisch gehen. Er sollte als jemand gelten, der dem Volk einen Gefallen tut, indem er das Amt des Regierungschefs erneut annimmt – obwohl er das doch gar nicht will, wie er immer betont.

„Vielleicht ist der „Respekt“, den der General verlangt, auch nur Schweigen, eine totale Unterordnung. Besser noch wäre Dankbarkeit. Warum wird er von den Bürgern nicht als Held verehrt, weil er sie vor dem politischen Konflikt von vor vier Jahren gerettet hat?

Aber dann wiederum könnte Respekt für ihn auch einen Kampf bedeuten. Der Premier schließt den Einsatz von Gewalt nie aus, um sein Selbstbewusstsein zu stärken. Kürzlich sagte er, er sei nicht die Art von Premierminister, auf dem die Leute herumtrampeln können. Vier Jahre lang sei er von Medienberichten und Online-Kritik gefoltert worden, der Arme.

„Wenn mich jetzt jemand kritisiert, und das hört sich für mich nicht gut an, werde ich ihm eine in die Schnauze hauen. Ich habe auch Rechte“, sagte der Premierminister während einer Reise nach Ubon Ratchathani.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Premier mit harten Bandagen Respekt erkämpfen will. Im Mai 2015 war er darüber erzürnt, dass man ihn ständig fragte, was seine Regierung ein Jahr nach dem Putsch erreicht habe.

„Ich wurde vorhin von einem Journalisten gefragt, welche Resultate die Arbeit der Regierung zeigt. Ich hätte ihm fast eine rein gehauen. Die Regierung hat bisher viel getan. Sehen sie das nicht?“, sagte der General.

Könnte das der Grund sein für den Fünf-Meter-Abstand, den Fotografen halten sollen? Damit sie keinen ungeplanten Zahnarztbesuch absolvieren müssen?

Wenn man den Leuten befiehlt, Respekt zu zeigen oder damit droht, sie zu schlagen, wenn sie es nicht tun, dann stellt sich gar nicht erst die Frage, wer hier den Fehler macht.

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