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Philippinen: Duterte schließt Boracay für sechs Monate

Philippinen: Duterte schließt Boracay für sechs Monate

Die Ferieninsel Boracay, die sich rund 310 Kilometer südlich der philippinischen Hauptstadt Manila befindet, wurde noch im letzten Jahr vom Reisemagazin „Condé Nast Traveller“ zur schönsten Insel der Welt gewählt. Bei einem Besuch des Präsidenten Rodrigo Duterte (73) konnte sich dieser aber von diesem Eindruck nicht überzeugen lassen – und bezeichnete die Insel als „Kloake“.

Duterte schließt Boracay für sechs Monate
Duterte schließt Boracay für sechs Monate

Deswegen drohte Präsident Duterte bereits im Februar den rund 500 Hotels, Restaurants und anderen Unternehmen in der Tourismusbranche auf Boracay damit, die Ferieninsel aufgrund des miserablen Zustands und der Hygienemängel schließen zu wollen. Er ordnete an, diese zu säubern. Besonders auf den Umweltbeauftragten Roy Cimatu (71) hätte er dabei gezählt. Da sich aber seit Februar nichts an der Situation geändert hat, griff er jetzt zu drastischeren Maßnahmen und schloss die Insel für Touristen ab dem 26. April für sechs Monate.

Wenn man ins Wasser geht, stinkt es. Und zwar nach Fäkalien“, äußert sich Duterte zu der gegenwärtigen Situation der Insel. Die Gewässer rund um die Insel hätten sich in eine „Klärgrube“ verwandelt. Dies müsse sich jetzt ändern, so Harry Roque (51), der Sprecher des 73-jährigen Präsidenten: „Boracay ist als ein Paradies in unserem Land bekannt, und diese vorübergehende Schließung soll sicherstellen, dass die kommenden Generationen dies auch noch erleben werden.

Die Schließung der Insel werde jetzt genutzt, um neue Abwasser- und Entwässerungssysteme zu bauen, in Feuchtgebieten errichtete Gebäude abzureißen und weitere Umweltvergehen zu ahnden. Die Einhaltung der Schließung soll von der Polizei oder unter Umständen sogar von der Armee überwacht werden.

Duterte schließt Boracay für sechs MonateJährlich besuchen zwei Millionen Touristen Boracay, sie ist damit die populärste Ferieninsel der Philippinen. Der philippinischen Wirtschaft bringen die Touristen jährlich rund eine Milliarde US-Dollar (814 Millionen Euro) ein. Auf diese Einnahmen muss in den nächsten sechs Monaten verzichtet werden. Die Betreiber von Hotels, Hostels, Restaurants und anderen Touristenattraktionen müssen folglich um ihr Überleben kämpfen.

Wir werden kein Einkommen haben, und wir müssen Rechnungen zahlen, also weiß ich nicht, ob ich überleben werde“, so Manuel Raagas, Inhaber eines Hostels auf Boracay. Von der Schließung sind mehr als 17.000 Angestellte betroffen. Die Regierung möchte jedoch auf Geld der Katastrophen-Fonds zurückgreifen, um die Zeit der Schließung zu überbrücken.

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