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Pattaya und die Touristen

Pattaya und die Touristen

Weil der Tourismus für das Land so wichtig ist, wäre es angebracht, Touristen in Pattaya besser zu behandeln, auch wenn sie sich mitunter schlecht benehmen.

Pattaya ist nicht nur wegen des schönen Strandes und neu hinzugekommener Sehenswürdigkeiten weltberühmt, sondern vor allem auch wegen der Sexindustrie. Thailändische und ausländische Kriminelle organisieren sich im Seebad, dessen Ruf aber nicht unbedingt wegen der vorgenannten Punkte leidet, sondern weil sowohl thailändische als auch ausländische Besucher oft abgezockt werden.

Das ist aber noch nicht alles. Bei einem der jüngsten Vorfälle wurde ein koreanischer Tourist von Baht-Bus-Fahrern zusammengeschlagen. Grund soll gewesen sein, dass er dem Befehl eines Baht-Bus-Fahrers keine Folge leistete, wonach der Tourist einen bestimmten Sitzplatz einnehmen sollte.

Offensichtlich wollte der Koreaner, der etwas größer gebaut ist, ganz hinten sitzen, damit er seine Beine ausstrecken konnte. Das gefiel dem Fahrer jedoch nicht. Ein Streit begann, der Fahrer holte seine Freunde, und dann droschen sie im Thai-Style-Verhältnis 5:1 auf den Koreaner ein, der nach Ende der Abreibung (Das hast du davon, ein großer Ausländer zu sein!) blutend auf der Straße lag.

Schlägereien in Bars sind nicht ungewöhnlich, weil Alkohol ausgeschenkt wird, aber wenn Baht-Bus-Fahrer zuschlagen, deren Lebensgrundlage doch von ausländischen Touristen abhängt, muss man sich schon fragen, was da los ist. Natürlich gibt es Besucher, die sich schlecht benehmen oder unfreundlich sind und Einheimische vor den Kopf stoßen. Ausländer neigen manchmal zu einer mangelnden Sensibilität, wenn es um thailändische Kultur und Traditionen geht. Das dürfte aber kaum Grund genug sein, gewalttätig zu werden.

Es wurden Schilder auf Englisch und in anderen Sprachen aufgestellt, es werden Online-Kampagnen geführt, aber es wäre unrealistisch zu glauben, dass das Problem auf diese Weise gelöst werden kann. Die Leute, die in der Tourismusindustrie arbeiten – nach den Exporten die größte Einnahme
quelle des Landes – können den übrigen Thais doch zeigen, wie es richtig gemacht wird und ein Vorbild sein. Denn Thailand ist abhängig von dem Umsatz, der mit den Touristen erzielt wird, es ist daher äußerst wichtig, dass der Ruf des Landes im Ausland keinen Schaden nimmt oder – besser gesagt – nicht weiter lädiert wird.

Es kann in keiner Weise entschuldigt werden, dass die Baht-Bus-Fahrer den Koreaner angriffen. Es steht in ihrer Verantwortung, für die Sicherheit der Fahrgäste zu sorgen. Wenn ein Passagier Ärger macht, dann genügt es, wenn ihm deutlich gemacht wird, dass er aussteigen muss. Dass man ihn schlägt, hat er so oder so nicht verdient.

Die meisten ausländischen Touristen loben Thailand wegen seiner netten und freundlichen Bevölkerung, aber die Tourismusindustrie im Land des Lächelns muss noch viel tun. Die Praxis der doppelten Preispolitik, wonach Ausländer mehr bezahlen als ein Thai, in der Regel das Doppelte, manchmal das Zehnfache, zieht immer wieder Beschwerden nach sich. Das ist eine archaische Praxis, sie ist rassistisch und sollte nicht erlaubt sein. Sie ist aber staatlich reglementiert, weil unter anderem die staatlichen Nationalparks von Ausländern einen zehnfachen Eintrittspreis verlangen.

Das Argument, dass es so etwas auch in anderen Ländern gibt, zählt nicht. Warum sollte man sich an etwas Schlechtem ein Beispiel nehmen? Wenn ein Schüler mit einer schlechten Note nach Hause kommt und seinen Eltern sagt, dass sein Klassenkamerad auch eine schlechte Note hat, wird dieses Argument die Eltern wohl eher nicht überzeugen.

Die doppelte Preispolitik basiert auf der Annahme der Thais, dass alle Ausländer reich sind und alle Thais arm. Zumindest aber Ausländer sehr viel mehr Geld haben als Thais, weil sie sich einen Thailand-Urlaub leisten können. Das mag oft stimmen, oftmals aber auch nicht. Thais sollten sich einmal vorstellen, dass sie im Ausland höhere Eintrittspreise zahlen müssten, nur weil sie Thais sind.

Pattaya entwickelt sich weiter. Die Stadtverwaltung bemüht sich, die Strände ordentlicher aussehen zu lassen, das Monopol der Liegestuhlverleiher zu brechen und das Hochwasserproblem zum wiederholten Male zu lösen.

Als nächstes sollten die öffentlichen Verkehrsmittel an die Reihe kommen. Fahrer sollten nicht nur toleranter werden. Es geht vielmehr auch darum, wer auf die Qualitätsmaßstäbe im Verkehrswesen achtet. Wenn ein Bangkoker Taxifahrer einen Fahrgast nach Pattaya bringt, weiß er ganz genau, dass er, bevor er einen Fahrgast von Pattaya nach Bangkok bringt, damit er nicht leer zurückfahren muss, erst einmal die lokale Mafia informieren sollte. Sämtliche Verkehrsmittel wie Taxis und Motorradtaxis oder Baht-Busse folgen eigenen Gesetzen, nicht denen des Landes.

Touristen mögen sich in Thailand sehr viel sicherer fühlen – und die vielen Millionen, die noch kommen –, wenn die Probleme gelöst werden könnten.

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