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Panzer

Panzer

Seit die Menschheit besteht, gibt es gewaltsame Auseinandersetzungen. Macht, Habgier, Neid oder einfach nur Land. Alle möglichen Gründe werden genutzt, um anderen auf die Mütze zu hauen und den gerechten Krieg zu führen. Jede Seite lässt die Waffen segnen, und so hat es der liebe Gott nicht einfach zu entscheiden, wer den jetzt gewinnen soll. Herr Trump hat kürzlich einen neuen Kriegsspielplatz entdeckt, er geht jetzt ins Weltall.

Vor diesen Hintergründen haben die wackeren Recken von jeher versucht, sich durch allerlei Harnisch besser zu schützen. Die volle Panzerung der Ritter, Helme und Kettenhemden geht quer durch die Historie. In modernen Zeiten durch Schutzwesten und Stahlpanzerung.

Schon der geniale Leonardo Da Vinci hatte neben andern Kriegsspielzeugen auch einen Kampfwagen erfunden, der allerdings so nie umgesetzt wurde. Die Zeit war eben noch nicht reif.

Ganz anders im Ersten Weltkrieg, da rollten die Briten urplötzlich mit stählernen Ungetümen auf die verdutzten Deutschen los, der Panzer war geboren. Es war eher die moralische Wirkung, als die tatsächliche Kampfleistung, die anfangs einsetzte.
Niemand glaubte damals in den Führungsstäben, dass dies eine zukunftsweisende Maschinerie sei. Waren doch alle Offiziere und Feldmarschälle noch hoch zu Ross und Säbel schwingend in die Schlacht gestürmt. Natürlich nicht sie selbst, das haben die braven Soldaten und Ulanen erledigt. Also keiner hat die strategische Wirkung erkannt. Niemand?

Einer schon, Heinz Wilhelm Guderian, deutscher Heeresoffizier und späterer Kommandeur großer Panzerverbände. In der Endphase des Zweiten Weltkrieges zeitweilig mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragter und Chef des Generalstabes des Heeres.

Guderian erkannte das Potenzial dieser neuen Panzerwaffe, und es gelang ihm, die deutsche Heeresführung zu überzeugen. Es wurden daraufhin neue leichtere und wendige Kampfwagen entwickelt und in aller Stille erprobt und dann in großen Mengen gebaut. Der Versailler Vertrag verbot dieses natürlich. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, zeigte die Panzerwaffe die enorme Gewalt, und im rasenden Tempo wurden erst die Polen und dann der Rest der Alliierten regelrecht überrollt.

Mit dem Ende des Dritten Reiches hatte sich bekanntlich auch die Wehrmacht erledigt, und die Prunkstücke wie Tiger und Königstiger, allen anderen Panzern auf der Welt weit überlegen, wurden Beutegut.

Mit Neuaufstellung der Bundeswehr 1955 wurden wieder deutsche Verbände aufgestellt, und schon 1956 kamen die ersten Panzer aus Amerika in die Kasernen. Das Ding hieß M-47 und wurde gerade bei den Amis ausgemustert. Ein Schnäppchen also! Die Bundeswehr plante aber schon damals, ihre M-47 zu ersetzen.

Man einigte sich auf eine nationale Panzerfertigung und stellte den Panzer am 1. November 1963 in Anlehnung an den Inspizienten der Panzertruppe unter dem Namen Leopard vor. Die „Taufe“ fand am 4. Oktober 1963 statt. Am 9. September 1965 übernahm Bundesverteidigungsminister Kai-Uwe von Hassel den ersten serienmäßig hergestellten Kampfpanzer (damaliger Einzelstückpreis 950.000 DM), der bei der Krauss-Maffei AG (heute Krauss-Maffei Wegmann) in München vom Band rollte. Damit begann die Einführung von zunächst 1.500 Kampfpanzern dieses Typs in die Verbände des I. und III. Korps der Bundeswehr.

Bis 1968 erhöhte die Bundeswehr ihre Bestellung auf 1.845 Fahrzeuge mit einer Option für 111 weitere. Von 1965 bis 1978 wurden 2.437 Kampfpanzer sowie 1.165 auf dem Fahrgestell Leopard beruhende Abwandlungen an die Bundeswehr geliefert. (Damals hatte man ja noch ein klares Feindbild!) Weitere 2.691 Leopard-Panzer kauften Belgien, Dänemark, Italien, die Niederlan- de, Norwegen, Australien, Kanada, Griechenland und die Türkei.

42,5 Tonnen brachte der erste deutsche Leopard auf die Waage und war von Anfang an mit in der Spitzengruppe aller weltweit vertretenen Panzer. Bewaffnet mit einer britischen 105-mm-Kanone und zwei Maschinengewehren sowie einer Nebelwurfanlage. Bereits damals war er 65 km/h schnell und hatte rund 1.000 Liter Diesel dabei, das reichte für mehr als 500 Kilometer. Im Vergleich, der Königstiger wog 69,7 Tonnen und hatte fünf Mann Besatzung, eine 8,8-Kanone und ebenfalls zwei MGs.

Ab 1976 wurde auf der Basis des Leopard 1 der Leopard 2 gebaut und in der Truppe eingeführt. Ganz neue Dimensionen wurden hier verwirklicht und Dank der modularen Bauweise bis zur heutigen Variante auf den neuesten technischen Stand gebracht.

Er bringt jetzt 62 Tonnen auf die Waage und prasselt mit rund 70 Sachen durch das Gelände. Hindernisse mit über einem Meter Höhe werden locker überfahren und Wassertiefen bis zu 4 Metern werden mit einem Schnorchel überwunden. Eine streng geheime keramische Panzerung und eine 120-mm-Glattrohrkanone (diesmal aus deutscher Produktion) sowie zwei synchronisierte MGs vervollständigen die Ausrüstung. Die Kanone bleibt übrigens mittels Elektronik auch bei voller Fahrt auf das Ziel fixiert, der Panzer kann also bei voller Geländefahrt gezielte Schüsse abgeben.

37 Geschosse verschiedenster Art führt der Leo 2 mit sich. In zehn Sekunden dreht sich der Panzer um seine eigene Achse. Von der Vorwärtsfahrt in den Rückwertsgang braucht der Panzer nicht zum Stehen gebracht zu werden. Ziemlicher Stress für die Besatzung! Auf der Straße verbraucht der Leo 2 übrigens locker 340 Liter auf 100 Kilometer, im Gelände werden es dann schon mal 200 Liter mehr. Vier Vorwärtsgänge und zwei für Zurück (ca. 30 km/h rückwärts).

Jetzt steht die nächste Generation des „Leoparden“ an, vermutlich wird man sich auf den Namen Leopard 3 einigen. Es soll eine deutsch-französische Koproduktion werden. Warum wir das nicht alleine machen? Keine Ahnung, vermutlich politische Gründe, oder die Kosten … warten wir’s ab. Technisch wird es bestimmt wieder interessant, und die Bundeswehr hat nur 300 oder 400 Exemplare im Plan.

Ich wollte hier keine technische Abhandlung bringen, eher einen kurzen Überblick. Ich gehe Streitereien sowieso am liebsten aus dem Weg, brauche also keinen Harnisch und schon gar keinen Panzer, höchstens, um mir das liebe Weib vom Leibe zu halten.

Bier statt Panzerung, das ist die Alternative!

Bis demnächst …

Euer
Herby

herby

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