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Nur gesundes Essen für die Mönche

Nur gesundes Essen für die Mönche

Ein Programm soll übergewichtige Mönche erleuchten und dafür sorgen, dass sie sich gesünder ernähren.

Jeden Tag verlässt Phra Pisit Siriwathatano seinen Tempel bei Tagesanbruch und macht tägliche Runden in den Vierteln von Nonthaburi. Nach etwa zwei Stunden kehrt der Mönch mit Essensspenden der Anwohner in den Tempel zurück. Manchmal kommen Gläubige auch in den Tempel und bieten Phra Pisit und den anderen Mönchen Mittagessen an.
Manche Leute sind wirklich stolz auf ihr Essen. Aber wenn wir es gegessen haben, dann war es einfach zu salzig“, sagte Phra Pisit. Der 58-Jährige beschreibt seinen Gesundheitszustand wegen seines Alters als nicht zufrieden stellend. Ein Bein schmerzt aus unbekannten Gründen, er werde auch schnell krank, sagte er. Ob er ernsthaft erkrankt sei, wisse er allerdings nicht.
Wenn ich ungesundes Essen zu mir nehme, nimmt mein Körper mir das übel“, sagte er und berichtete, dass andere Mönche, die er kenne, ebenfalls nicht gerade bei guter Gesundheit seien.
Die Lebensmittelspenden, die Phra Pisit jeden Morgen bei seinen Runden einsammelt, bestehen meist aus Fertiggerichten, die auf lokalen Märkten oder in Supermarktketten gekauft wurden. Er kann die Gerichte nicht kommentieren, er kann sie nicht auswählen: Er muss essen, was auf den Tisch kommt.
Die Mönche ernähren sich vor allem davon, was die thailändische Küche zu bieten hat. Gebratenes Gemüse, Suppen, Curry, Chili und vieles andere. Manchmal gibt es auch thailändische Süßspeisen, die als Nachtisch sehr beliebt sind. Das mag zwar alles sehr lecker klingen, doch einige Speisen sind sehr zuckerhaltig, andere enthalten zu viel Fett und Salz und sind generell ungesund – eine Tatsache, an die viele Leute nicht denken.

Laut Jongjit Angkatavanich, Gesundheits- und Ernährungsexpertin an der Chulalongkorn Universität, sind laut einer Studie 44 Prozent der Bangkoker Mönche übergewichtig. 52 Prozent haben erhöhte Cholesterinwerte. Im Vergleich ist der männliche Bevölkerungsdurchschnitt zu 37 Prozent übergewichtig und 39 Prozent haben einen zu hohen Cholesterinspiegel. Rund neun Prozent der Mönche leiden zudem unter Diabetes.

Jongjit arbeitet seit 2011 an ihrem Projekt, bei dem sie den Gesundheitszustand von Mönchen untersucht. Unterstützt wird es von der Stiftung zur Förderung thailändischer Gesundheit. Die Ernährungsexpertin wies darauf hin, dass die Gesundheitsprobleme der Mönche alle dieselbe Wurzel haben – und das sei deren tägliche ungesunde Ernährung.
Lebensmittel wie Curry mit Kokosnussmilch seien ein Beispiel für zu viel Fett und Salz. Softdrinks, grüner Tee und Säfte – beliebte Gaben der Gläubigen – beinhalten zu viel Zucker. Wenn diese Getränke von den Mönchen ständig konsumiert werden, die laut Mönchsvorschriften keinen Sport betreiben dürfen, dann werden die Nahrungsmittel, die ihnen mit gutem Willen überreicht werden, zu einer Quelle von Krankheiten.

Es war einmal allgemeine Praxis der Familien, selbst Gerichte zu kochen und diese dann den Mönchen anzubieten. Auf diese Weise hatten die Spender absolute Kontrolle darüber, was sie servieren wollten. Heutzutage jedoch hat sich das wegen der Einkehr moderner Zeiten geändert, daher werden abgepackte oder vorgefertigte Gerichte gekauft, was dazu führt, dass nur noch Firmen, die Supermärkte beliefern, oder Händler auf Märkten die Art und Weise der Zubereitung von Lebensmitteln kontrollieren.
Markhändler haben sich diesem Trend abgepasst und verkaufen am frühen Morgen Speisen, die dafür gedacht sind, von Gläubigen erworben und dann an Mönche weitergegeben zu werden. Diese Speisen bestehen in der Regel aus gekochtem Reis mit einem Gericht, Nachtisch und Wasser – alles in mehrere Tüten gepackt. Preis je nach Ausführung: 20 bis 50 Baht.

Eines Morgens ging Chaiya mit seiner Frau zum Markt und kaufte sieben Sets Gerichte, um sie an vorbeikommende Mönche zu spenden.
Normalerweise kaufe ich Essen, das ich danach auswähle, ob ich es selbst mag“, sagte er und deutete auf die Tüten mit Fisch-Curry, gebratenem Reis und Lab Mu in seinen Händen. „Es ist leicht, einfach einzukaufen und dann zu spenden. Natürlich haben wir dann eine nicht so große Auswahl, insbesondere wenn es um die Zutaten und den Fettgehalt geht. Aber wenn wir es eilig haben, dann muss es so gehen.
Es ist üblich, Mönchen Lebensmittel anzubieten, die man selbst mag oder ein Verstorbener mochte. Gesundheit ist hier nicht die größte Sorge der Leute, wenn es darum geht, Gerichte für Mönche zu kaufen.

Da Mönche ihr Essen nicht auswählen dürfen, hat Ernährungsexpertin Jongjit mit ihrem Programm vier Lösungsansätze und Konzepte entwickelt, in denen es um Gerichte, Getränke, Körper und Aktivitäten geht, damit Mönche gesundheitlich fit bleiben. Mönche müssen demnach nur ein wenig ihre Gewohnheiten ändern, und zwar in einer Weise, die nicht die religiösen Vorschriften verletzen.
Zu den Empfehlungen gehört, gleiche Anteile an Reis und Gemüse zu essen und lieber Wasser und Milch zu trinken anstatt Softdrinks. Jongjit schlug zudem vor, dass Mönche auf ihr Gewicht und ihre Linie achten sollen. Normalerweise sollte der Taillenumfang 85 cm nicht überschreiten.
Die Gürtellinie ist das Herz guter Gesundheit“, sagte sie. „Ein dicker Bauch steht für viel Zucker, Fett und hohen Blutdruck.

Jongjit schlug den Mönchen vor, sich körperlichen Aktivitäten zu widmen, wenn auch nicht sportlicher Natur. Sie könnten aber das Tempelgelände fegen oder im Allgemeinen etwas mehr zu Fuß gehen, was den religiösen Vorschriften nicht widerspreche.
Ich kämpfe bei diesem Projekt mit dem Glauben der Leute“, sagte Jongjit. „Es scheint, dass es hier um kulturelle Tradition und religiöse Beschränkungen geht. Aber es geht hier doch gar nicht um die Mönche, die in Bezug auf Lebensmittelspenden pingelig werden sollen, sondern darum, was und wie viel sie essen. Sie können die Krankheiten, die ihnen drohen, vermeiden, wenn sie ihre Gewohnheiten ändern.

Zu Jongjits Projekt gehören Informationsbroschüren, die auf richtige Ernähungsgewohnheiten hinweisen, Poster und Kalender oder farbige Maßbänder, mit denen Mönche ihren Taillenumfang messen können. Sie sollen dadurch mehr auf ihre Linie achten und ihre Gesundheit in der eigenen Hand haben.
Die Materialien brachten bereits zufrieden stellende Ergebnisse, weil Mönche neue Gewohnheiten annehmen. Mönche, die sich an die vier Säulen des Programms halten, erfreuen sich bereits über einen besseren Gesundheitszustand, berichtete Jongjit, was bereits nach zwei Monaten statistisch durch einen sinkenden Cholesterinspiegel, eine niedrigeren Blutdruck oder einem geringeren Body-Mass-Index nachzuweisen sei.

Jongjits Team hat bislang auch ein paar Workshops auf dem Land organisiert, an denen Mönche und Krankenschwestern teilnehmen, um das beigebrachte Wissen zu verbreiten. Hefte und Poster wurden auch für Gläubige und Tempelköche entwickelt, damit diese erfahren, welche Lebensmittel den Mönchen gespendet werden sollten.
Jongjit kündigte an, mit dem Gesundheitsamt und mehreren Religionsverbänden zusammen arbeiten zu wollen, um ihre Lernmaterialien im gesamten Land verbreiten zu können.
Sie wies darauf hin, dass ihre Ratschläge nicht nur für Mönche gelten, sondern von jedem Bürger befolgt werden können. „Und wenn Mönche sehen, dass sich ihr Gesundheitszustand verbessert, dann könnten sie Vorreiter für die Gesellschaft werden und für Gläubige ein entsprechendes Vorbild sein. Wenn Mönche kräftiger und gesünder werden, dann können die Leute das auch.

Beitragsquelle : http://www.bangkokpost.com/news/special-reports/1027105/letting-go-of-unhealthy-foods

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