Header Banner
Header Banner
Header Banner
Header Banner
Header Banner

Nichts passiert auf Koh Tao

Nichts passiert auf Koh Tao

Erneut ist die beliebte Ferieninsel Koh Tao im Golf von Thailand in die internationalen Schlagzeilen geraten – allerdings schon wieder aus den falschen Gründen. Zum Glück konnte die Polizei den Fall ganz schnell aufklären und sagen, dass gar nichts passiert war.

Es ging um die angebliche Vergewaltigung einer Britin, die sich Ende Juni auf der Insel aufhielt. Die 19-Jährige zeigte an, dass sie unter Drogen gesetzt, vergewaltigt und ausgeraubt wurde. Sie beschwerte sich darüber, dass die Polizei vor Ort in dem Fall nicht ermitteln wollte.

Ihre Beschwerde wurde von der britischen Presse wie The Sun und Daily Mail veröffentlicht. Die britische Boulevardzeitung The Sun fuhr großes Geschütz auf. „Todesinsel“ stand da zu lesen, weil in den letzten Jahren mehrere britische Touristen auf Koh Tao auf mysteriöse Weise gestorben waren. Die thailändische Online-Zeitung Samui Times griff die Berichterstattung auf, seitdem wird die Chefredakteurin mit Haftbefehl gesucht. Weil sie mit ihrer Publikation den Ruf Thailands beschädigt habe, wie die Polizei es formulierte.

Der bekannteste Falls dürfte der Doppelmord von 2014 an den beiden britischen Touristen Hannah Witheridge und David Miller sein. Zwei Burmesen wurden wegen des Verbrechens zum Tode verurteilt. Beobachter und Öffentlichkeit haben indes ihre Zweifel, dass die beiden wirklich die Täter waren.

In dem neuesten Fall geht es um eine 19-Jährige Britin, die erklärte, sie habe mit ein paar Freunden in einer Pension auf Koh Tao gewohnt. Am letzten Abend ihres Aufenthaltes, das war der 26. Juni, wachte sie plötzlich auf und lag in der Nähe der Stelle, an der Witheridge und Miller ermordet worden waren.

Laut Medienberichten erzählte die Frau unter Tränen der Inhaberin der Pension von der Tat, und da sie um ihre Sicherheit fürchtete, floh die Britin nach Koh Phangan, wo sie meinte, in Sicherheit zu sein und bei der Polizei Anzeige erstatten zu können. Das machte sie auch, aber von einem Beamten wurde ihr erklärt, er sei nicht zuständig, sie müsse nach Koh Tao zurück und dort Anzeige erstatten. Ihr Freund, den sie später traf, versuchte dann, im Namen der Britin Anzeige zu erstatten. Ihm wurde gesagt, sie müsse persönlich erscheinen.

Die Frau habe laut The Sun Beweise an die britische Polizei übergeben, weil sie „thailändischen Beamten nicht traut“. Die Beweise würden nun in Großbritannien untersucht, um den Täter zu identifizieren, hieß es.

Laut Zeitung war die Frau wütend auf die Polizei, als sie die Tat anzeigte. Weil die Polizei nichts unternehmen wollte, legte sie das so aus, als ob hier etwas vertuscht werden sollte. Die Berichte in den britischen Medien führten dann dazu, dass die Polizei in Thailand aus den Puschen kam und etwas unternommen wurde.

Der nationale Polizeichef Chakthip Chaijinda schaltete sich ein und beauftragte den Chef der Touristenpolizei, Surachate Hakparn, bekannt als „Big Joke“, den Fall zu übernehmen. Die Polizei forderte die Britin auf, nach Thailand zurückzukehren. Sie lehnte verständlicherweise ab, was dazu führte, dass Beamte ihre Aussage anzweifeln und von „sich widersprechenden Informationen“ reden.

Polizeigeneral Surachate meinte, dass die angebliche Tat gar nicht stattgefunden habe. Da er so schnell zu dem Ergebnis kam, dass es „keine Beweise gibt“, ist die Öffentlichkeit erleichtert. Jetzt weiß jeder, dass Koh Tao entgegen der Vorurteile eine sichere Insel ist.

Nicht vergessen werden sollte dabei allerdings, dass Polizeigeneral Surachate erst kürzlich von Vizepremierminister General Prawit Wongsuwon zu seinem Sprecher ernannt wurde.

Surachate erklärte dann, dass man die Einwohner von Koh Tao auch verstehen müsse. Er sagte, dass eine „wachsende Unzufriedenheit“ bei diesen festzustellen sei, weil es Leute gebe, die den Ruf der Insel schädigen. Die Einwohner überlegten sich dieserhalb rechtliche Schritte.

Wie diese rechtlichen Schritte aussehen, kann man bei der britischen Chefredakteurin der Samui Times sehen, gegen die wegen kritischer Berichterstattung über die Trauminsel eines jeden Urlaubers Haftbefehl ausgestellt wurde. Die Polizei suchte sie, konnte sie aber nicht finden, weil sie sich gar nicht in Thailand aufhält.

Tatsache ist jedoch, und das kann nicht oft genug wiederholt werden, dass die tolle Trauminsel Koh Tao für Urlauber absolut sicher ist. Wenn Verbrechen überhaupt stattfinden, werden sie quasi in Sekundenschnelle aufgeklärt. Im Falle der angeblich vergewaltigten Britin, dass es gar kein Verbrechen gegeben hat.

Der Ruf der Insel litt wegen des Doppelmordes von 2014 an Witheridge und Miller, wobei es hier nicht nur um die schrecklich brutale Tat selbst geht, sondern auch darum, wie die Polizei den Fall handhabte.

Nichts passiert auf Koh Tao

Was den neuesten Fall betrifft, hat die Polizei anfangs den Fehler begangen, nicht ermitteln zu wollen. Offenbar dachten die Beamten, Vergewaltigung sei kein ernstes Verbrechen. Eine traumatisierte Frau wurde falsch bzw. gar nicht behandelt, und sie musste erst in die Heimat zurückfliegen, um dort bei den Behörden Gehör zu finden. Dann wurde ihr von der thailändischen Polizei bedeutet, sie solle zwecks Aussage nach Thailand zurückkehren. Als sie dieser Aufforderung nicht nachkam, überlegte die Polizei, sie auf die schwarze Liste zu setzen und mit einem Einreiseverbot zu belegen.

Ähnliche Beiträge