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Neuer Hochhaus-Alptraum

Neuer Hochhaus-Alptraum

Mit größtem Widerstreben gab die Bangkoker Stadtverwaltung (BMA) bekannt, dass zumindest ein Teil des illegal errichteten Aetas Hotel Bangkok abgerissen wird. Bereits 2014 hatte das Oberste Verwaltungsgericht hierzu per Urteil aufgefordert.

Der Bangkoker Gouverneur Polizeigeneral Aswin Kwanmuang veranlasste, dass im Hotel eine entsprechende Mitteilung hängt, in der es heißt, dass das 25 Stockwerke hohe Hotel mit einer täglichen Geldstrafe von 30.000 Baht belegt wird, falls es nicht schließt.

Der Gouverneur sagte, dass der Teilabriss, der mit 200 Millionen Baht veranschlagt wird, aller Voraussicht nach Ende Februar beginnen wird. Der Abriss wird durch die BMA erfolgen, die das Hotel wegen der Abrisskosten verklagen will.

2014 hatte das Gericht den damaligen Bangkoker Gouverneur und den Bezirkschef von Pathumwan dazu aufgefordert, innerhalb von zwei Monaten für den Teilabriss zu sorgen. Laut Gerichtsurteil ist das Gebäude im Verhältnis zur Straßenbreite (weniger als zehn Meter) zu hoch. Hier dürfen eigentlich nur niedrige Gebäude stehen.

Gouverneur Aswin sagte, er habe erst Ende Oktober von diesem Fall erfahren, der jahrelang durch die Medien ging. Liest ein Gouverneur keine Zeitungen und keine Akten oder lässt er sich nicht zumindest über die Aktenlage informieren?

Änderte sich etwas nach dem Aushang der Anweisung des Gouverneurs im Hotel? NEIN. Dort geht alles seinen gewohnten Gang. Wenn man ein Zimmer reservieren will, wird man an der Rezeption freundlich darauf hingewiesen, dass es billiger wird, wenn man dies online erledigt.

Weshalb sollte sich der Betreiber des Hotels über eine Geldstrafe von 30.000 Baht Sorgen machen, wenn ein Zimmer pro Nacht 3.500 Baht kostet? Der Aushang ist zudem ausschließlich auf Thai, daher haben ausländische Touristen keine Chance zu erfahren, dass sie im Grunde in einem illegal errichteten Hotel nächtigen.

Während die BMA drei Jahre nach dem Urteil sich nun auf den Abriss vorbereitet, entsteht an anderer Stelle ein Hochhaus mit genau dem gleichen Problem.

Vor rund drei Monaten wurden die Bewohner der schmalen Rongmuang 5 Road von einem Projektentwickler gefragt, ob sie etwas dagegen hätten, wenn in der Nachbarschaft ein 25-stöckiges Hochhaus entstünde. Einige hätten schon ihre Zustimmung erteilt. Es wäre das erste Hochhaus in der Straße, in der vor ein paar Jahren ein achtstöckiges Gebäude gebaut wurde.

Die Bauarbeiten, die rund um die Uhr stattfanden, führten zu erheblicher Lärmbelästigung und Luftverschmutzung.

Jeder kann sich vorstellen, welcher Alptraum auf die Bewohner zukommt, wenn monatelang rund um die Uhr an einem 25 Stockwerke hohen Gebäude gebaut wird. In einer derartig schmalen Straße. Feuerwehr- und Krankenwagen könnten hier kaum noch durchkommen.

Einige Anwohner berichteten, mit den Bauarbeiten würde in den nächsten paar Monaten begonnen.

Auf Nachfrage erklärte der Bauträger, das Projekt sei noch nicht bewilligt, die Befragung der Anwohner gehöre zur Umweltverträglichkeitsstudie (EIA). Wurde den Anwohnern erzählt, dass andere bereits zugestimmt hatten, um sie auszutricksen?

Eine Seniorin, die gegenüber der potentiellen Baustelle wohnt bezweifelt, dass sich die Anwohner gegen den Bau wehren können, wenn er einmal begonnen wird. Eine andere Anwohnerin, deren Laden genau neben der Baustelle stehen würde, fürchtet um ihren Umsatz.

Neuer Hochhaus-Alptraum
Neuer Hochhaus-Alptraum

Die Straße ist weniger als zehn Meter breit, daher wird hier genau derselbe Fehler gemacht wie beim Aetas Hotel. Der Bauträger denkt womöglich, dass nach einem Gesetz Hochhäuser in der Nähe von U- und Hochbahnen erlaubt sind. Das ist aber nicht der Fall.

Es gibt jedoch ein Schlupfloch, das es möglich macht, Hochhäuser auch an umstrittenen Stellen wie der Rongmuang 5 Road zu bauen.

Laut Bauvorschrift muss für Gebäude, die weniger als 25 Meter hoch sind, das sind ungefähr acht Stockwerke, von der Bezirksverwaltung die Baugenehmigung eingeholt werden. Handelt es sich aber um Gebäude mit über 25 Metern Höhe, ist die Behörde für öffentliche Bauarbeiten zuständig. Die Bezirksverwaltung kann sich so herausreden, dass sie nicht zuständig ist und braucht sich um die Angelegenheit nicht zu kümmern.

Eine Nachfrage bei der für die Rongmuang 5 Road zuständigen Bezirksverwaltung Pathumwan ergab genau das: Dort wurde kein Antrag auf Baugenehmigung gestellt. Der sei wegen der geplanten Höhe des Gebäudes bei der Behörde für öffentliche Bauarbeiten gelandet. Daher erklärte man sich bei der Bezirksverwaltung für unzuständig.

Ob die Baugenehmigung erteilt wird oder nicht, steht noch nicht fest. Falls es aber zu dem Bauvorhaben kommt, wird es einen zweiten Aetas-Alptraum geben.

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