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Nachhaltiger Tourismus

Nachhaltiger Tourismus

Oberflächlich betrachtet ist die Andamanensee vor Phi Phi Island ruhig und klar, die jadefarbene See scheint ihren Glanz nie zu verlieren. Doch unter Wasser sieht es ganz anders aus. Die Korallenbleiche hat der Region stark zugesetzt.

Wenn man das sieht, fällt einem die Formulierung „Friedhof unter Wasser“ ein, meinte Anchalee Kongrut.

Der Anblick der von Bleiche befallenen Korallenriffe gab mir ein ähnlich schreckliches Gefühl wie der Spaziergang durch einen von einem Brand zerstörten Wald.

Im Mai letzten Jahres besuchte ich Koh Phi Phi, eines der beliebtesten Reiseziele der Welt. Ich berichtete über ein Projekt, das dazu diente, die Korallenriffe zu retten, eine Zusammenarbeit zwischen der Nationalparkbehörde (DNP), der Privatwirtschaft, den zuständigen Bezirksverwaltungen und der Fakultät Meeresforschung an der Chulalongkorn Universität.

Kurz gesagt versuchten sich die Meeresbiologen an einem Experiment, indem sie versuchten, die Korallen gegen die Bleiche, die mit steigenden Wassertemperaturen zu tun hat, resistenter zu machen. Die Bezirksverwaltungen waren darauf vorbereitet, gegen Hotels und Restaurants vorzugehen, die ihre Abwässer direkt ins Meer leiten, und wollten auch sicherstellen, dass keine geschützten Tierarten auf den Essteller kommen wie beispielsweise Haifisch. Reiseveranstalter vor Ort wurden aufgefordert, die auslaufenden Touristenboote zu zählen und deren Anzahl zu regulieren.

Der Plan namens „Phi Phi Modell“ sah viel versprechend aus.

Nachdem die DNP letztes Jahr das System der Eintrittsgebühren verbesserte, wurde mehr Umsatz erzielt. Was so schön klingt, war in Wahrheit ein Fall von Unterschlagung. Denn als die Beamten des Nationalparks ausgewechselt worden waren, erhöhte sich der Umsatz plötzlich um 300 Prozent. Daraus ist zu schließen, dass die Belegschaft die Touristengelder in die eigene Tasche gesteckt hatte. Nicht 90 Boote wurden täglich gezählt, plötzlich waren es über 1.500.

Die DNP kündigte ferner an, die berühmte Maya Bay schließen zu wollen, einer dank des Films The Beach, beliebtesten Touristenattraktionen der Welt. Vermutlich wird die erste Sperrung zwischen Juli und September stattfinden, damit sich das Ökosystem erholen kann. In der Hochsaison kommen täglich bis zu 10.000 Touristen zu dem wohl berühmtesten Strand der Welt. In der Nebensaison sind es pro Tag immer noch um die 5.000.

Zum Glück haben die zuständigen Behörden erkannt, dass sie die Goldene Gans schlachten würden, wenn sie nicht sofort handeln.

Das Phi Phi Modell ist eines der wenigen Beispiele, die zeigen, dass Thailand, wenn es will, den richtigen Weg gehen kann, um Tourismus und Natur unter einen Hut zu bringen.

Das DNP hatte bereits Koh Ta Chai für Touristen geschlossen – ein toller Tauchgrund in der Andamanensee. Die Schließung ist zeitlich unbegrenzt, weil die Insel und die diese umgebenden Gewässer stark beschädigt worden sind. Der positive Trend der Schließungen, damit sich die Natur erholen kann, wurde auch vom Ministerium für Tourismus und Sport aufgenommen.

Ministerin Korbkan Wattanavrangkul traf die richtige Entscheidung, als sie die Billigtouren, auch Null-Dollar-Reisen genannt, verbot, nachdem es unzählige Berichte über Monopolisierung und Gesetzesverstöße gab.

Reiseveranstalter kritisierten dieses Verbot, zumal die Anzahl chinesischer Touristen anfänglich abnahm. Die Zahlen erholen sich aber nach und nach wieder. Das ist eine gute Nachricht für nachhaltige Entwicklung.

Die nächste Herausforderung für die Tourismusindustrie ist die Einführung einer Kapazitätsgrenze. Solche Maßnahmen führten zu einer Quote, wie viele Touristen eine Sehenswürdigkeit verkraftet.

Damit beginnen wird womöglich Sarayuth Tanthien, der Chef des Nationalparks Noppharat Thara Beach-Phi Phi Islands, der anlässlich der geplanten Schließung von Maya Bay sagte, er werde Maßnahmen ergreifen, um die Anzahl der Touristen zu kontrollieren.

Falls das funktioniert, wird das nicht nur ein Traum bleiben. Das DNP könnte dann auch eine entsprechende Quote für den Nationalpark Khao Yai aussprechen oder für Naturparadiese wie Doi Chiang Dai in Chiang Mai, damit die Anzahl der Besucher auch dort beschränkt werden kann.

Nach alledem hängt nachhaltiger Tourismus von einer guten Geschäftsführung und guter Planung ab. Dass Tourismus nachhaltig gestaltet wird, kann durchaus erreicht werden.

Wer gegen diese Idee ist, der glaubt wohl, dass die Goldene Gans auch dann Eier legt, wenn sie geschlachtet wurde.

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