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Mit Airbnb vermieten: Wie groß ist das Risiko?

Mit Airbnb vermieten: Wie groß ist das Risiko?

In der letzten Ausgabe berichteten wir darüber, dass ein Gericht mit seinem Urteil feststellte, dass Airbnb in Thailand nur insoweit erlaubt sei, als Wohnraum mindestens einen Monat vermietet wird. Das tägliche oder wöchentliche Vermieten von Zimmern sollte Hotels vorbehalten bleiben. Wenn Räume auf täglicher oder wöchentlicher Basis ohne Hotellizenz vermietet werden, so ist dies illegal.

Welche Auswirkungen hat dieses Urteil auf Thailand? Im Grunde gar keine.

Nach dem Urteil machte sich bei Tausenden von Airbnb-Anbietern Panik breit. Sie sorgten sich darüber, dass die Party vorbei sein könnte, während der sie ein steuerloses Zusatzeinkommen einstrichen.

Airbnb gab in einem Rundschreiben zu, dass thailändische Gesetze verletzt werden. Der Reisemarkt werde größer und „existierende Gesetze in Thailand reflektieren nicht, wie Millionen von Thais reisen oder ihr Zuhause nutzen wollen“, schrieb Airbnb als Rechtfertigung per E-Mail.

Airbnb ist in Thailand ein großes Geschäft. 60.000 Räume, Wohnungen oder Häuser werden angeboten, pro Jahr nehmen die Vermieter via Airbnb um die vier Milliarden Baht ein. Der Staat erhält hiervon … nichts.

Für einige thailändische Rechtsanwälte ist das Thema jetzt beendet: Airbnb ist in Thailand illegal. Für sie lautet die Frage nicht länger, ob das Unternehmen legal ist, sondern vielmehr, wann das Gesetz durchgesetzt wird und wie hoch die Strafen ausfallen werden, wenn jemand seine Räumlichkeiten täglich oder wöchentlich anbietet.

Ein Verstoß gegen das Hotelgesetz sieht vor, dass jemand, der Räumlichkeiten ohne Lizenz vermietet, bis zu ein Jahr mit Haft bestraft werden kann und/oder mit Geldstrafe von bis zu 20.000 Baht. Hinzu kommt noch ein Bußgeld für die Dauer des Gesetzesbruchs von nicht mehr als 10.000 Baht pro Tag.

Es kann aber nicht oft genug darauf hingewiesen werden, dass nur tägliche und wöchentliche Vermietung illegal ist. Laut Hotelgesetz ist eine monatliche Vermietung völlig in Ordnung, weil es sich bei dieser Mietdauer dann nicht mehr um ein Hotel handelt.

Das Urteil wurde von einem Gericht in I. Instanz gefällt, nicht vom Obersten Gerichtshof. Dennoch dürfte dieses Urteil schwer wiegen, wenn es zu Verfahren vor anderen Gerichten kommt. Das Hotelgesetz lässt wenig Spielraum für Interpretation.

Nachdem zweifelsfrei geklärt ist, dass das tägliche oder wöchentliche Vermieten von Wohnraum illegal ist, machen die meisten Eigentümer von Eigentumswohnungen oder Häusern weiter wie bisher und erfreuen sich an den ökonomischen Vorteilen. Diese Leute wissen genau, dass das Gesetz in Thailand eine Sache ist, dessen Durchsetzung aber eine ganz andere. Dass man geschnappt und bestraft wird, ist unwahrscheinlich, wenn auch nicht ausgeschlossen.

Vor- und Nachteile

Ein Condo-Eigentümer, der jeden Monat für die Hypothek 30.000 Baht an die Bank zahlt, seine Wohnung aber mit Airbnb vermietet, könnte bis zu 60.000 Baht erzielen. Das ist ein Profit von 100 Prozent! Sowohl ausländische Touristen als auch thailändische Reisende sehen den Kosten-Nutzen-Faktor von Airbnb. Es ist wie in einem Hotel, aber deutlich günstiger.

Den Nachbarn wird es vielleicht nicht gefallen, jeden Tag neue Leute kennen zu lernen. Aber wenn sich die Mieter einigermaßen verhalten, wird es keine Beschwerden geben, die zu juristischen Streitigkeiten führen könnten. Dann wird sich der Condo-Eigentümer über eine sprudelnde und steuerfreie Einnahmequelle freuen können.

Wenn man erwischt wird, kann man auch wegen Steuerhinterziehung belangt werden. Jedem sollte klar sein, dass man bei der Polizei aktenkundig wird, und das könnte den Zugang zu zukünftigen Arbeitsstellen versperren.

Laut Statistiken des thailändischen Hotelverbands wird das Gesetz auf diesem Gebiet aber kaum durchgesetzt. In Thailand werden eine Million Zimmer angeboten, von denen nur rund die Hälfte legale Hotelzimmer sind. 500.000 Räumlichkeiten werden illegal vermietet, und bislang fanden sich nur zwei Vermieter dieser halben Million Räume vor Gericht wieder. Statistisch gesehen können sich Airbnb-Vermieter beruhigt zurücklehnen.

Homestays

Wie wir in unserer letzten Ausgabe bereits deutlich machten, geht es bei dieser Regelung aber eigentlich nicht nur um Airbnb, sondern auch um die sogenannten Homestays, in der Touristen bei Familien wohnen – in der Regel nicht mehr als ein paar Tage. Homestays sind keine Hotels und werden laut Urteil daher illegal betrieben, wenn die Besucher unter einem Monat dort bleiben.

Homestays sind inzwischen ein wichtiger Wirtschaftszweig, denn wohlhabende Bangkoker fahren aufs Land, um in den Dörfern ihr Geld zu lassen. Die Tourismusbehörde fördert das. Aber werden die Behörden dem jetzt einen Riegel vorschieben?

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