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Mensch und Hund

Mensch und Hund

Kürzlich wandte sich ein besorgter Vater via Facebook an die Öffentlichkeit. Er verlangte Gerechtigkeit, weil seine Tochter von einem streunenden Hund gebissen worden war. Der Vorfall hatte sich auf Koh Samui ereignet, und das Mädchen wurde sofort in ein Krankenhaus eingeliefert, in dem es geimpft wurde, damit es weder Tetanus (Wundstarrkrampf) noch Tollwut bekommt. Die große Bisswunde an seinem Oberschenkel führte dazu, dass es eine Woche lang nicht zur Schule gehen konnte.

Ich kann dem Hund nichts tun, denn das ist gegen das Gesetz. Aber wenn ein Hund einen Menschen verletzt, wo kann ich dann um Hilfe bitten? Wer übernimmt hier die Verantwortung“, fragte Denchai Meedech, der Vater des Mädchens. „Es geht nicht nur um meine Tochter. Andere könnten auch von einem Hund gebissen werden.
Die Beziehung der Thais mit streunenden Hunden, den Soi Dogs, ist eine komplexe Hassliebe und ein moralisches Dilemma. Da gibt es Tierliebhaber, die sich zu den vierbeinigen Kreaturen hingezogen fühlen. Diese Leute kämpfen im Namen der Hunde auf deren Recht am Leben und ihr Recht zu existieren. Relativ neu ist das Gesetz aus dem Jahre 2014, das vorschreibt, dass Tiere in Menschenhand nicht unnötig leiden sollen. Es handelt sich in anderen Worten um ein Tierschutzgesetz, das sich vor allem gegen Tierquälerei richtet.

Aber es gibt auch Leute, so wie Denchai, die schlechte Erfahrung mit Soi Dogs gemacht haben und glauben, dass es sich bei ihnen um eine Pest handelt – eine Belastung, die niemand will. Denchais Fall ist nicht der erste und wird ganz sicher nicht der letzte sein, da immer wieder Menschen, auch Kinder, von Soi Dogs gebissen werden.
Anfang des letzten Monats wurde eine Achtjährige in Chonburi von einem Hund gebissen. Die Kopfwunde musste mit 30 Stichen genäht werden, und der wütende Vater des Mädchens erkundigte sich nach dem Eigentümer des Hundes. Natürlich meldete sich niemand, obwohl bekannt war, dass einige Leute in der Straße den Hund regelmäßig fütterten. Wie Denchai verlangte der Vater Gerechtigkeit. Die blieb bislang aus.

Wenn Vorfälle wie diese geschehen, ist es beinahe unmöglich, Leute davon abzuhalten, mit dem Finger zu zeigen. Zunächst werden die Hunde beschuldigt. Dann die Leute, die – unwissentlich – Vorschub leisten, indem sie mit guten Absichten die Soi Dogs füttern. Damit erhalten sie die Population, die sich auch vermehrt.
Angeführt werden sollte an dieser Stelle, dass Mitleid für Thais eine Tugend ist, und es gleichzeitig gut für das Karma ist, wenn man anderen Lebewesen hilft, in diesem konkreten Fall Mitleid mit den Hunden empfindet und sie dann füttert.
Ein beliebter „Abladeplatz“ für Hunde und auch Katzen sind Tempel. Die Mönche, füttern die Tiere mit den Essenspenden, die die Glaubensbrüder bei ihren morgendlichen Rundgängen erhalten haben.
Das nimmt manchmal unglaubliche Ausmaße an. Im berühmten Wat Suthat im Bangkoker Bezirk Phra Nakorn leben um die 400 Tiere. Der Abt stellte ein Schild auf, mit dem er den Leuten, die ihre Haustiere im Tempel aussetzen, Einsamkeit wünscht.
Auf dem Grundstück des Tempels arbeiten jeden Tag 20 Leute, die damit beschäftigt sind, die Ausscheidungen von Hunden und Katzen zu beseitigen. Mönche und auch Gläubige sind von Tieren angefallen worden, die Arztkosten übernimmt häufig der Tempel.
Hundeliebhaber füttern Soi Dogs, während sich andere für die Rechte der Tiere stark machen, während gleichzeitig überforderte Herrchen und Frauchen ihre Haustiere in Tempeln aussetzen.

Der Staat versucht die Population der Soi Dogs und auch der wilden Katzen einzuschränken, indem die Tiere sterilisiert werden, gleichzeitig werden sie gegen Tollwut geimpft. Einige Hunde werden in Tierheime gebracht, aber die sind chronisch überbelegt. Die meisten bleiben bis zu ihrem Lebensende dort.
Ist das alles, was man tun kann? Vielleicht wird es an der Zeit, dass Hunde registriert werden müssen, so wie das in anderen Ländern auch der Fall ist.

Beitragsquelle : http://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/1254082/man-versus-dog

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