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Legosteine am Strand und Schwimmkäfige im Wasser

Legosteine am Strand und Schwimmkäfige im Wasser

Am Wongamat-Strand  gewinnt man den Eindruck, als ob ein Kind mit Legosteinen gespielt und sie danach nicht weggeräumt hätte. Fast direkt am Strand türmen sich Hochhäuser in allen erdenklichen Grautönen, ein paar weiße Gebäude sind auch darunter. Hier scheint eher auf Quantität als auf Qualität gesetzt worden zu sein, was die Architektur betrifft. Am gesamten Strand konnte ich nur ein einziges Gebäude entdecken, das als geschmackvoll bezeichnet werden könnte. Es handelt sich um ein im Vergleich flaches Gebäude, mit nur wenigen Stockwerken, das im Bauhaus-Stil errichtet wurde.

Legosteine am Strand und Schwimmkäfige im Wasser
Legosteine am Strand und Schwimmkäfige im Wasser

Bei allen anderen scheint nur die Größe zu zählen, denn auf Größe kommt es ja immer an, wie wir alle wissen. Unterbrochen wurde diese Konstante nur während der Entwicklung des Handys. Als die Mobiltelefone so groß wie Ziegelsteine waren, versuchten Elektronikfirmen, die Handys kleiner zu machen, was gelang. Aber nach der Ablösung des Handys durch das Smartphone zählt auch hier wieder Größe.

Genau wie am Wongamat. Hier reiht sich eine Bausünde an die andere. Neuere Gebäude stehen neben nicht mehr ganz so neuen, der „Strand der Deutschen“, von manchen auch spöttisch Bahía de Cochinos, „Schweinebucht“, genannt, fristet nach wie vor sein Schattendasein neben einem Bauzaun. Es gelang nicht, die Strandgäste zu vertreiben, obwohl die Eigentümer einer Wohnanlage, deren Form wohl an ein Segel erinnern soll, alles daran setzten.

Am Wongamat-Strand stehen teils verrotete Boote, sehr viele Hunde tollen herum oder graben sich im Schatten ebendieser Boote in den Sand.

Legosteine am Strand und Schwimmkaefige im Wasser 3Strandliegen sind auch vorhanden, meist leer. Ein Hotel preist eine Art Sala für 1.500 Baht pro Tag an, in dem man den Tag an der Strandpromenade verbringen kann. Wer soll denn hier liegen und sich wie amüsieren? Aber anscheinend gibt es Zuspruch, denn sonst wäre dieses Angebot wohl nicht vorhanden.

Am Strand sind ein paar Dutzend Touristen, allesamt aus Russland. Ich kann mir nicht helfen, aber irgendwie tun sie mir leid. So schön ist es hier wahrlich nicht. Sie kamen von weit her, um das hier zu sehen? Wenn sie schwimmen gehen, sind sie von Bojen eingezäunt, so ähnlich wie beim Gegenstück Pattaya Beach. Damit die Touristen nicht von Jet-Skis überfahren werden. So zahlreich sind die in Naklua aber nicht.

Auffällig sind die vielen Verbotsschilder, die an Landseite überall stehen und einem den Zutritt verwehren, weil es sich um ein Privatgrundstück handelt.

Hinter dem Wongamat tut sich ein kleinerer Strand auf, hier wird gerade an einem Riesentrumm gebaut, das blicktechnisch den ganzen Strand und die Umgebung beherrscht. Es ist nicht schön und fast fertig.

Hier gibt es kein Durchkommen zur Naklua Road. Das sollte man im Kopf behalten. Die schlechte Nachricht: Wenn man solch einen ausgedehnten Strandspaziergang macht, gibt es keine Abkürzung, man muss den gesamten Weg wieder zurückgehen. Zurück zum Bauhaus und zu den Russen im Schwimmkäfig. Die gute Nachricht: Die Strandpromenade, die vom völligen Zerfall bedroht war, ist wieder instand gesetzt worden. Als „glanzvoll“ würde ich sie aber nicht bezeichnen. Da sie nicht nach den internationalen Regeln der Baukunst renoviert wurde, dürfte der alte Zerfallszustand nach zwei Regenzeiten wieder hergestellt sein.

Legosteine am Strand und Schwimmkäfige im Wasser
Die größte Bausünde

Auf dem Rückweg zur Naklua Road steht wohl die größte Bausünde. Es handelt sich hierbei um drei Wohnblöcke. Wieder kommt die Größe ins Spiel: Sie sind breit und hoch, geradezu gewaltig. Jeder einzelne der drei Klötze. Es mangelt an architektonischen Einfällen, sie sind einfach da. Wohnmaschinen, die auch ein Kind mit Legos hätte bauen können, indem Steine aufeinander gestapelt werden.

Ich habe auch mal mit Legosteinen gespielt. Einmal baute ich einen Turm, der reichte vom Fußboden bis zur Zimmerdecke. Ich holte eine Leiter, um ihn vollenden zu können. Wie er aussah, war mir egal, Hauptsache er war 2,50 Meter hoch.

Wenn ich mich in Wongamat umblicke, dann habe ich das Gefühl, dass so mancher Architekt hier seine Kinderträume erfüllte: Groß und hoch, aber nicht zwingend hübsch.

Walter Weiß

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