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Land ohne mutige Männer

Land ohne mutige Männer

Wann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem man es vor Schamgefühl einfach nicht mehr aushält? Was braucht es, damit eine Haut, so dick sie auch sein mag, irgendwann aufplatzt?

Wir sprechen hier nicht über Rolex-General Prawit Wongsuwan und seine Klunker-Uhren, nicht über Premchai Karnsuta,

Baulöwe, Milliardär und Wilderer, und auch nicht über den ehemaligen Polizeichef Somyot Poompanmoung, der sich, während er nationaler Polizeichef war, von einer zwielichtigen Gestalt 300 Millionen Baht „auslieh“. Wir sprechen heute über Bildungsminister Teerakiat Jareonsettasin.

Letzten Monat war Teerakiat anlässlich eines Empfangs in der thailändischen Botschaft in London zu Gast. Dort sprach er mit thailändischen Studenten und Geschäftsleuten. Er sprach auch mit der BBC. Es wurden Fragen gestellt, und der Bildungsminister äußerte seine Meinung über den Uhrenskandal, in den Vizepremierminister General Prawit verwickelt ist.

Was diese Uhren betrifft, so würde ich, wenn es um mich ginge, schon nach der ersten Uhr zurücktreten. Ich persönlich. Was andere Leute betrifft, so würde ich sagen, müsste man die fragen. Die Leute haben zu viel Angst darüber zu reden. Wovor haben sie Angst? Jetzt, wo ich darüber gesprochen habe, werden sie mich dafür feuern?
Das war mutig. Das war standhaft. Teerakiat bekam verdientes Lob und Sympathien der Bürger, als bekannt wurde, was er gesagt hatte.

Immerhin dachten wir, dass jemand in der Regierung nun aufsteht und die Wahrheit sagt. Endlich jemand, der die Interessen des Landes über seine eigene Politikerkarriere stellt. Jemand in der politischen Landschaft, der nicht aus eigenen Interessen handelt, sondern Haltung zeigt.

Laut Berichten sprach Teerakiat in London auch über die Wichtigkeit der Rechtsstaatlichkeit und über die Verantwortung von Politikern – beides, hob er hervor, sei in der thailändischen Politik Mangelware.

Nach seiner Rückkehr nach Bangkok blieb Teerakiat einer Kabinettssitzung fern.

Daraufhin wurde darüber spekuliert, ob er nicht nur redet, sondern seinen Worten auch Taten folgen lassen würde. Vielleicht trat er zurück, weil er nicht mehr länger Teil dieser Regierung sein wollte, die zu wenig transparent ist und zu wenig Verantwortlichkeit zeigt. Endlich ein thailändischer Politiker, zu dem die Leute aufsehen können. Endlich … nun ja, genug der dramatischen Worte.

Recht schnell wurde Thailand daran erinnert, dass unter der Fassade des Mutes Teerakiat nichts anderes ist als ein typischer Politiker.

Nach einem persönlichen Gespräch mit Premierminister General Prayuth Chan-ocha und seinem Vize, General Prawit, lud der Bildungsminister im Regierungssitz zu einer Pressekonferenz ein. Er sagte dem Land, er habe sich bei General Prawit entschuldigt, er habe mit seinen Kommentaren gegen die Etikette verstoßen.

Da überwog der Wunsch nach einer politischen Karriere, und Teerakiat entschuldigte sich für etwas, das eigentlich als selbstverständlich gilt.

Zur Belohnung blieb Teerakiat im Amt. Aber er verlor zwei Dinge.

Weil er seinen Mund nicht halten konnte, verlor er das Vertrauen seiner Vorgesetzten, der Generäle Prayuth und Prawit.

Weil er nicht zu seinen Worten stand und für diese Verantwortung übernahm, verlor Teerakiat das Vertrauen des thailändischen Volkes – die meisten Bürger wussten vor dem Fiasko nicht einmal, wer er war.

Jeder hat einen prägenden Moment in seinem Leben. Es ist ein Moment, eine Situation, in der sich zeigt, wie man reagiert. Diese Reaktion zeigt, wer man ist.

Das hier war der Moment des Bildungsministers. Das Resultat zeigt uns, dass er ein rückgratloses Weichei ist und es viel mehr braucht, um ein Politiker zu sein, der Haltung zeigt und zu seinen Worten steht.

Beitragsquelle : http://www.khaosodenglish.com/opinion/2018/02/18/no-country-brave-men/

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