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Korruption bei Beamten und im öffentlichen Dienst

Korruption bei Beamten und im öffentlichen Dienst

Die öffentlichen Bediensteten im ganzen Land hatten Anfang letzten Monats ihren großen Tag. Am 1. April war Tag der Beamten, und im ganzen Land wurden sie ausgezeichnet, wenn sie herausragende Arbeit für die Nation geleistet hatten.

Mehrere Behörden reichten an die Medien Namen und Fotos von Beamten weiter, die mit einem Preis ausgezeichnet wurden – just an dem Tag, an dem auch Aprilscherze gemacht werden.

Dieses Jahr fällt ein Schatten auf das Heer der Beamten und der Angestellten des öffentlichen Dienstes, weil eine Reihe von Korruptionsskandalen ans Licht gekommen ist.
Als ob jemand in ein Wespennest gestochen hat, wird ein Skandal nach dem anderen publik. Alle Korruptionsskandale scheinen gemeinsam zu haben, dass sich öffentliche Bedienstete an Geldern bereicherten, die eigentlich für Bedürftige bestimmt waren.

Bei einem der Skandale geht es um Gelder, die nie bei Aidskranken ankamen. In einem anderen Fall wurde die finanzielle Hilfe für Flutopfer unterschlagen, in einem weiteren Fall geht es um Stipendien, die nie an die jeweiligen Schüler ausgezahlt wurden. Dies sind nur ein paar Beispiele und es gibt keinen Zweifel daran, dass noch so einige andere Fälle unter den bürokratischen Teppich liegen.

Solche Skandale beweisen eines: Es gibt keinen Unterschied zwischen den „bösen“ gewählten Politikern und den „guten“ nicht gewählten Militärs, die nach der Machtergreifung versprachen, das System zu erneuern und zu reformieren und „dem Volk die Glückseligkeit zurückzugeben“.

Wir wissen alle, dass es vielerlei Arten von Korruption gibt. Nicht nur in Form von gezahlten Bestechungsgeldern, indem jemand einen Beamten bestich, weil er etwas von ihm will.

Diese Bestechung ist sicherlich eine schlechte Sache, aber es gibt bestimmt Wege, damit umzugehen, zum Beispiel wenn ein Whistleblower berichtet, was vor sicht geht. Wenn anschließend Anti-Korruptionsbehörden ihre Arbeit erledigen – nicht so beim Uhrenskandal – dann kann man davon ausgehen, dass Beamte für ihr Fehlverhalten auch bestraft werden.

Wie gesagt, es gibt unterschiedliche Arten von Korruption. So gibt es öffentliche Bedienstete, die sich nicht bestechen lassen, aber dennoch als korrupt bezeichnet werden können, weil sie ihre Zeit nicht richtig nutzen, um ihre Arbeit zu erledigen. Hier gibt es eine Vielzahl von Fällen. Die Straßenverkehrsbehörde war unfähig, eine Lösung bei Doppeldeckerbussen zu finden. Innerhalb eines Monats gab es bei zwei Unfällen 35 Tote. Es ist lange bekannt, dass Doppeldeckerbusse gefährlicher sind als normale Reisebusse.

Einige werde sich an die „Axt-Lady“ erinnern, über die auch im HALLO berichtet wurde. Wegen Behördenunfähigkeit ging sie mit einer Axt auf ein falsch geparktes Fahrzeug los und nahm die Dinge in die eigene Hand.

Es gibt auch Fälle, in denen sich Beamte auf ihre Arbeit konzentrieren mögen, dabei aber Staatsgelder ohne Rücksicht auf Verluste verschwenden, weil sie sich nicht für die Konsequenzen ihrer Projekte interessieren. Sie schädigen die Gesellschaft, zum Beispiel bei Straßenbauprojekten, die der Stadtplanung zuwider laufen, durch Naturschutzgebiete führen oder wie im Nationalpark Khao Yai, wo Tunnel und Flyover gebaut werden, damit die Autofahrer noch schneller fahren können.

Ähnliche Schäden entstehen auch in Städten, wenn Beamte sich nicht um die historisch gewachsene Stadtlandschaft und alte Gemeinden scheren, sondern ihre Macht ausnutzen, um Stadtviertel zu zerstören.

Der Gouverneur von Chiang Mai ging gegen ein Stadtmagazin vor, weil dieses zum einen in der Online-Ausgabe die drei Lanna-Könige mit Gasmasken abgebildet hatte und zum anderen zum Protest aufrief, weil die Luftqualität derartig schlecht war, dass das jeder Beschreibung spottete.

Der Gouverneur sprach wegen des Bildes mit den drei Königen von Majestätsbeleidigung, die Luftqualität in der Provinzhauptstadt interessierte ihn indes überhaupt nicht.

In Thailand gibt es viele Beamte wie diesen Gouverneur. Doch die Öffentlichkeit hat kaum die Wahl.

Wenn darüber gesprochen wird, die Effizienz der Beamtenschaft zu erhöhen und die Korruption zu verringern, dann scheint das wirklich zum 1. April zu passen.

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