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Kontroverses Eisenbahnprojekt in Laos

Kontroverses Eisenbahnprojekt in Laos

In einem armen Land wird ein großes und teures Infrastrukturprojekt gebaut, das hauptsächlich chinesischen Interessen dient.
Am ersten Weihnachtstag letzten Jahres wurde offiziell mit den Bauarbeiten an der Hochgeschwindigkeitstrasse von China nach Laos begonnen. Die Eisenbahnstrecke führt von Kunming in der südwestlichen Provinz Yunnan nach Vientiane in Laos.

Peking hofft, dass die Strecke Teil eines größeren Verkehrssystems wird, das Pan-Asian Railway genannt wird, das eines Tages Passagiere und Güter von China bis nach Singapur transportieren kann. Kritiker sagen, dass sich Laos wegen des Baus dieser Strecke völlig verschulden wird.
Das Projekt gehört zur Initiative Chinas „One Belt One Road“ (OBOR), das wichtigste nationale Projekt von Präsident Xi Jinping. Laut Fürsprechern zieht Laos daraus seine Vorteile, einem Land, in dem die Infrastruktur so schlecht ist, dass diese der Entwicklung und dem Wachstum im Wege steht, wie die OECD kürzlich feststellte.
Eine Hochgeschwindigkeitsbahn ist aus dieser Perspektive wichtig, hilft sie doch, Laos’ Ziel zu erreichen, sich mit anderen Ländern zu verbinden anstatt von Verkehrswegen abgeschnitten zu sein. Laos ist das einzige Land in Südostasien ohne Zugang zu Meer.

Doch Entwicklungsexperten warnen, dass das Projekt zu teuer wird und Ressourcen verschlingt, die woanders besser eingesetzt werden könnten. 2013 berichtete der Internationale Währungsfonds, dass die Eisenbahn zu einer hohen Verschuldung des Landes führen könnte. Die Schulden könnten innerhalb eines Jahres um 125 Prozent ansteigen und ein Jahrzehnt lang über 100 Prozent betragen.
Ressourcen könnten möglicherweise besser eingesetzt werden, wenn man bedenkt, dass viele Dörfer in Laos an Stadtzentren nur durch Schlamm- oder Schotterstraßen angebunden sind und etwa ein Viertel der Bevölkerung in Armut lebt.

Laut den jüngsten zugänglichen Informationen besteht die Eisenbahnstrecke zu 62 Prozent aus Tunneln und Brücken, die in bergigem Gelände gebaut werden. Die Kosten werden auf grob 5,8 Milliarden Dollar geschätzt. Laos’ Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug 2015 nur 12,7 Milliarden Dollar. Während 70 Prozent der Strecke durch chinesische Investitionen bestritten werden, gibt es Diskussionen über Kredite und Zinshöhe, sagte Agatha Kratz vom Europäischen Rat für Auswärtige Beziehungen.
Ob das Projekt für Laos hilfreich sein wird, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab“, sagte sie. „Es kommt auf die Konditionen und die Projektstruktur an, aber auch darauf, ob die Bahn hauptsächlich für Fahrgäste oder Fracht genutzt wird, was unklar ist. Es gibt nur wenig Beweise, dass Laos eine Bahn für Passagiere benötigt. Eine Strecke für Güterzüge könnte Produkte und Bodenschätze transportieren, und daher wirtschaftlich sinnvoll sein.

Ruth Banomyong vom Center for Logistics Research an der Thammasat University in Thailand ist ebenfalls skeptisch.
Die Herausforderung wird kommen, wenn Laos zurückzahlen muss“, warnte sie. „Werden sie genug Einnahmen haben, um Gelder zurückführen zu können? Das ist zweifelhaft, denn finanzielle Machbarkeitsstudien der Chinesen gehen nicht von realistischen Werten aus.
Dennoch will Peking das Projekt umsetzen. Mit OBOR wurde 2013 begonnen, indem China Nachbarländern Kredite gewährt, damit Bahnstrecken, Straßen, Pipelines, Häfen und maritime Anlagen gebaut werden können. Das Ziel sind engere politische und wirtschaftliche Bindungen mit allen Ländern auf dem Kontinent und ein verstärkter Handel mit Europa.

Theoretisch könnte diese OBOR-Initiative Auswirkungen auf mehr als vier Milliarden Menschen und 40 Prozent des BIP der Welt haben. Die Realität sieht ein wenig anders aus, aber viele OBOR-Projekte wurden tatsächlich begonnen, und dazu gehört auch die Eisenbahn durch Laos, deren Planung auf das Jahr 2010 zurückgeht. Es gibt gute Argumente, dass Straßen und Gleise Laos helfen könnten. Aber es gibt auch Beschwerden von Ländern wie Burma, Sri Lanka oder Pakistan, dass die enormen Infrastrukturprojekte für hohe Schulden gesorgt haben. Die meisten Kredite stammen aus China, und die Projekte helfen weitestgehend China, aber nicht den Ländern, in denen diese entstehen oder entstanden.

Einige Beobachter meinen, dass die Initiative ein Weg ist, wirtschaftliche Chancen für Chinas Provinzen im Landesinneren zu schaffen, die ärmer sind als die an der Küste, und die von den neuen Strecken profitieren sollen. Andere heben hervor, dass, während die chinesische Wirtschaftsleistung abnimmt (letztes Jahr mit einem Wachstum von 6,9 Prozent das kleinste seit 25 Jahren), Überkapazitäten ein wichtiges Thema sind. Firmen sollen dazu angehalten werden, in Arbeitskräfte und ressourcenintensive Projekte im Ausland zu investieren, damit die Unternehmen nicht in finanzielle Schwierigkeiten geraten und im Inland Stellen einsparen.

Ein anderer Punkt ist, dass OBOR den chinesischen Einfluss im Ausland intensivieren soll. Der Außenpolitikexperte Wang Jisi von der Beijing University sagte bereits 2012, dass die USA versuche, Chinas Ambitionen auf dem Meer einzuschränken, und China sich daher auf die Entwicklung und Beziehungen mit Ländern in Zentralasien konzentrieren solle. Genau das ist das Ziel von OBOR.

Ruth Banomyong von der Thammasat University sagte, dass „Chinesen dieses Gebiet als ihr Hinterland ansehen. Ich wäre nicht überrascht, wenn sie meinen, dass Laos und Thailand zukünftige Provinzen des Reichs der Mitte sein werden.

Beitragsquelle : http://www.asiasentinel.com/econ-business/china-laos-railroad-project/?utm_content=buffer4192f&utm_medium=social&utm_source=twitter.com&utm_campaign=buffer

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