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Komplize der Korruption

Komplize der Korruption

Ein öffentlich gewordener Korruptionsfall nach dem anderen erschüttert Thailand, und dann kam auch noch der Vizedirektor der Behörde zum Schutz für geistiges Eigentum und stahl bei einer Geschäftsreise nach Japan drei Bilder aus seinem Hotel in Kyoto.

Atiya Achakulwisut, Redakteurin bei der Bangkok Post, weist auf einen alten Korruptionsfall hin, der zwar Schlagzeilen machte, danach aber bislang keine weiteren Folgen hatte. Ihrer Meinung nach ist der größte Komplize der Korruption der fehlende Wille, etwas dagegen zu unternehmen.
Die Todesstrafe für korrupte Leute sollte in Betracht gezogen werden. Diese härteste Bestrafungsmöglichkeit nach dem thailändischen Gesetz sollte zeigen, wie sehr wir Korruption hassen und wie sehr wir wollen, dass sie aus unserer Gesellschaft entfernt wird.

Da gibt es allerdings einen kleinen Haken. Niemand wurde hingerichtet. Tatsache ist sogar, dass keiner von den großen Betrügern gefasst und verurteilt wurde.
Und wenn Ermittlungen in anderen Ländern, die zu Strafzahlungen und Verurteilungen ihrer eigenen Firmen und Bürgern führten, geglaubt werden darf, dann scheint die Korruption in Thailand so tief verwurzelt zu sein, dass sie zu jedem Geschäftsdeal gehört.

Trotz der schier unglaublichen Einzelheiten, dass über eine Milliarde Baht von ein paar Thais eingesteckt wurden, damit der britische Triebwerkshersteller Rolls Royce Boeing Flugzeuge von Thai Airways mit seinen Produkten ausstatten kann, war die Aufregung schnell vorbei. Auch der Hinweis eines ehemaligen THAI-Präsidenten, dass man doch einmal untersuchen sollte, weshalb neue Boeing-Flugzeuge gekauft wurden, verhallte bislang ungehört.
Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit wandte sich sehr schnell der Wahl von Miss Universe zu, weil dort die thailändische Teilnehmerin Chalita „Namtan“ Suansane in das Semifinale einzog. Das war schon lange nicht mehr der Fall gewesen.

Die Leute scheinen sich plötzlich nur noch für die schönen Dinge (buchstäblich und sinnbildlich) zu interessieren, zumal eine hübsche Miss Thailand etwas Positives für ein Land darstellt, dass ansonsten in einem Sumpf aus Korruption versinkt.
Es ist daher wenig überraschend, dass es quasi überhaupt keine Reaktionen gab, als auch noch herauskam, dass Rolls Royce Mitarbeiter des staatlichen Mineralölriesen PTT geschmiert hat.
Es scheint auch nicht zu schockieren, dass ein in Kentucky sitzender amerikanischer Kabelhersteller die staatliche Kommunikationsgesellschaft TAT und die ebenfalls staatlichen Elektrizitätskonzerne MEA und PEA bestach, damit diese Kabel in Kentucky kaufen.

Dann kam die Geschichte mit dem Vizedirektor der Behörde zum Schutz geistigen Eigentums auf den Tisch, der in Japan wegen Bilderdiebstahls verhaftet wurde. Die Beute des Kunsträubers hatte immerhin einen Wert von umgerechnet 4.000 Baht.
Es gibt aber nur sehr wenige Leute, die erwarten, dass ihm Schlimmes widerfährt. Und noch weniger, die glauben, dass der Rolls-Royce- oder der Kabelskandal irgendwohin führen wird.

Eine Handvoll Behörden wollen sich der Sache annehmen. Die Nationale Anti-Korruptionsbehörde (NACC), die Staatsanwaltschaft und noch ein paar andere. THAI sagte, man wolle in den eigenen Reihen nachforschen und erbat sich dafür einen Monat Zeit.
Die Öffentlichkeit darf wenig Hoffnung haben, dass dabei etwas herauskommt. Es war doch die britische Betrugsbehörde SFO, die vier Jahre lang gegen Rolls Royce ermittelte und daher einen erstaunlich detaillierten Bericht veröffentlichen konnte.

Erinnern Sie sich noch an einen anderen großen Korruptionsfall? In dessen Mitte stand die ehemalige Gouverneurin der thailändischen Tourismusbehörde (TAT), Jathumas Siriwan. Ihr war vom US-Justizministerium vorgeworfen worden, etwa 60 Millionen Baht an Schmiergeldern angenommen zu haben, damit ein amerikanisches Ehepaar zwischen 2003 und 2006 die vom TAT gesponserten Filmfestspiele Bangkok ausrichten durfte. Die Schmiergelder verschwanden auf den Konten von Jathumas Tochter.

US-Behörden verhafteten das amerikanische Ehepaar 2007. Beide wurden drei Jahre später zu Haftstrafen verurteilt.
Nun raten Sie einmal, wie lange es in Thailand dauerte, gegen Jathumas zu ermitteln, die die Gelder empfangen hatte?
Es dauerte etwa acht Jahre, bis die NACC den Fall 2015 der Staatsanwaltschaft vortragen konnte. Angeklagt wurden Jathumas und ihre Tochter.

Acht Jahre, obwohl die US-Justizbehörden einen glasklaren Fall hatten. Als sich das amerikanische Ehepaar mit der thailändischen Gouverneurin heimlich traf, war das unter den observierenden Augen von FBI-Beamten geschehen.
Es scheint, dass die thailändischen Behörden herausfinden wollten, wer zu dieser Zeit TAT-Gouverneur war. Nun, das dauerte eben acht Jahre.
Bei Rolls Royce wird es ähnlich sein. Werden wir herausfinden, wer die Leute waren, die eine Milliarden Baht in die Tasche steckten? Erwarten Sie nicht zuviel.

Beitragsquelle : http://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/1189989/the-biggest-ally-of-graft-is-a-lack-of-will

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