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Klinik in Chiang Mai verwechselte Leihmütter-Babys

Klinik in Chiang Mai verwechselte Leihmütter-Babys

Der größte anzunehmende Unfall ereignete sich in einem Krankenhaus in Chiang Mai. Ein neuseeländisches Pärchen, das sein Kind von einer thailändischen Leihmutter austragen ließ, bekam ein Kind fremder Eltern, weil im Hospital etwas verwechselt wurde.

Das Pärchen, das in den Medien Mr. und Mrs. N. genannt wird, sagt, dass es den verwechselten Sohn „liebt wie ein eigenes Kind“, und dass das Ehepaar den Sohn adoptierte, als es feststellte, dass das Kind nicht das Eigene ist.

Natürlich will Mr. N. herausfinden, was geschehen ist. Vermutlich wurden die Eizellen nach der Befruchtung vertauscht. Was also geschah mit den Eizellen der Ehefrau, möchte Mr. N. gerne in Erfahrung bringen. Aber das Krankenhaus, dessen Name wegen der scharfen Verleumdungsgesetze in Thailand in thailändischen Publikationen besser nicht genannt wird, antwortet entweder mit Schweigen oder mit Drohungen.

Mr. N. rief alle Pärchen auf, die sich vor sechs Jahren in Thailand einer künstlichen Befruchtung unterzogen, zu prüfen, ob bei ihnen ebenfalls Fehler gemacht wurden.

Klinik in Chiang Mai verwechselte Leihmütter-Babys
Klinik in Chiang Mai verwechselte Leihmütter-Babys

Das Ehepaar kam 2010 zwecks künstlicher Befruchtung nach Thailand. 2011 bekam die Leihmutter ein Baby, von dem das Paar annahm, es handle sich um das Kind der Eheleute. Als sie einen DNS-Test vornehmen ließen, was die Einwanderungsgesetze Neuseelands vorschreiben, stellten sie fest, dass der Junge genetisch nichts mit ihnen oder der Eizellenspenderin – hierbei handelt es sich um eine Cousine der Mutter – zu tun hatte.

Das Pärchen forderte daraufhin die Unterlagen des Krankenhauses an, aber dieses verweigerte Akteneinsicht aus Furcht vor negativer Publicity. Das Ehepaar wurde gezwungen, mit dem Krankenhaus einen Vergleich zu schließen, damit das Paar die nötigen Unterlagen bekam, um das Baby mit nach Neuseeland nehmen zu können. Dort mussten sie ein Adoptionsverfahren in die Wege leiten, weil es sich bei dem Kind um keinen Verwandten des Paares handelte.

Vier Jahre später wurde der Junge, der Nemo heißt, neuseeländischer Staatsbürger. Der Vater fühlt sich jetzt sicher und glaubt, dass man ihm das Kind nicht mehr wegnehmen kann.

Daher hat sich das Paar erst jetzt öffentlich darüber geäußert, was ihm zugestoßen ist und hofft, dass es Nemos biologische Eltern finden kann und auch herausfindet, wo ihr eigenes Kind abgeblieben ist.

Ich glaube, dass mein Fleisch und Blut irgendwo da draußen ist“, sagte der Vater. „Drei Embryonen können nicht einfach verschwinden.

Der Vater will namentlich nicht genannt werden, auch um die Privatsphäre des Kindes zu schützen. Er berichtete, dass der Fall die Familie an emotionale, physische und finanzielle Grenzen brachte. Er erinnert sich an den Moment als ihm mitgeteilt wurde, dass die DNS nicht übereinstimmt.

Es war wie: Was ist denn hier los? Ich war sofort am Telefon und sprach mit meinen Anwälten, und sie versuchten, mich zu beruhigen. Da muss ein Fehler vorliegen.

Der Test wurde wiederholt, dann wurden andere Unternehmen mit dem Test beauftragt, aber das Ergebnis änderte sich nicht.

Er sagte, seine Familie sei von dem Hospital unter Druck gesetzt worden. Dieses war zu einer Entschädigung in Höhe von 2,8 Millionen Baht bereit, aber nur, wenn das Ehepaar im Gegenzug jedwede rechtlichen Schritte gegen das Krankenhaus ausschloss.

Die haben uns regelrecht übers Ohr gehauen“, sagte er. „Meine Frau verzweifelte, sie steckte hier in Thailand fest. Uns wurde gesagt, wir könnten sie nicht strafrechtlich belangen. Sie sagten, es sei das Beste, wenn sich unser Anwalt heraushält und sie wollten auch ihre Anwälte nicht involvieren. Wir entschieden uns zu nehmen, was wir kriegen konnten und von dort aus weiterzumachen.“ Die beiden wurden zudem bedroht. Man machte ihnen deutlich, besser den Mund zu halten, denn wenn nicht, dann kenne man Leute, die, so wörtlich „das Leben für das Ehepaar schwierig machen könnten“.

Ein Arzt der Klinik gab mögliche Erklärung ab, auch wenn er sich widersprach. Zunächst sagte er, dass es in dem betreffenden Monat an dem Krankenhaus nur einen Fall gegeben habe, und daher die Embryonen oder Eizellen nicht verwechselt wurden. Dann sagte er aber, dass es am selben Tag einen Embryotransfer bei einem anderen Paar gegeben habe und es wohl besser sei, wenn dieses Paar keinen DNS-Test vornehmen lasse. Wer dieses Ehepaar sei, wisse er aber nicht.

Nach alledem entschloss sich der Vater, andere Familien zu warnen, die womöglich Patienten der Klinik waren. „Alle Patienten, die sich seit August 2010 in dieser Klinik aufhielten, könnten von der Verwechslung betroffen sein“, sagte er und empfahl jedem Pärchen, die DNS der jeweiligen Kinder testen zu lassen.

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