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Kleine Fische und hohe Tiere

Polizeichef Somyot Pumpunmuang
Polizeichef Somyot Pumpunmuang

Nein, das war kein Fehler. Es war eine Farce. Und für ein Land, das seit langer Zeit unter einer korrupten Polizei leidet, war es sicherlich eine Tragödie.

Ich spreche über den Ärger der hohen Tiere bei der Polizei, als auf der Facebook-Seite der Polizei von Sakhon Nakhon ein Eintrag auftauchte, in dem über das Polizeisystem berichtet wurde, und darüber, wie schlecht junge Polizisten bezahlt werden, während ihre Vorgesetzten mit illegalen Geschäften viel Geld verdienen.

Das Posting verbreitete sich schnell, denn es handelte sich um Schilderungen aus erster Hand. Falls Sie noch nichts davon gehört haben, hier eine ungefähre Übersetzung:
Die Hälfte unserer Gehälter geht für Fahrzeuge während der Polizeiarbeit drauf, für Sprit, die Polizeiuniformen, die Computer, die Drucker, das Papier, die Tinte, alles für die Arbeit, Verpflegung während der Arbeitszeit, die Waffen, die Schreibtische, die Stühle, das Reparieren von Computern und was weiß ich noch alles.
Der Rest geht an unsere Familien, ist für die Miete, die Ausbildung der Kinder, die Kühlschränke, die Ventilatoren, für Strom und Wasser und so viele andere Dinge.

Unsere Frage: Können wir mit unseren erbärmlichen Gehältern unsere Familien ernähren? Die Antwort lautet NEIN. Wir müssen Geld leihen und geraten in eine Schuldenfalle.

Was ist mit den hohen Tieren? Sind sie auch verschuldet? Ganz sicher nicht. Sie sind reich. Warum? Weil sie Ende des Monats routinemäßig Geld aus Spielhöllen und Unterhaltungsetablissements, der Sexindustrie, dem Menschenhandel, aus Drogenhandel und was weiß noch alles ich erhalten.

Wir wollen, dass die Anti-Korruptionsbehörde ihre Vermögen untersucht, angefangen von Abteilungsleitern bis in die höchsten Ränge der Polizei, um herauszufinden, ob sie ungewöhnlich reich sind oder so ungewöhnlich arm wie wir, die Polizisten in den niedrigen Rängen. Junior-Polizisten werden bei Verschuldung gefeuert. Werden hohe Tiere, die ungewöhnlich reich sind, ebenfalls gefeuert?
Wir bitten um Gerechtigkeit. Wenn Sie die Polizei reformieren wollen, dann beginnen Sie hier.

Ganz schön beeindruckend, nicht war? Insbesondere dann, wenn man bedenkt, dass der kürzlich ernannte neue Polizeichef Vermögenswerte von fast einer Milliarde Baht besitzen soll.
Kein Wunder also, dass der Polizeichef stinksauer war. Das Posting wurde sofort gelöscht. Dann wurde die ganze Seite vom Netz genommen. Der Vorgesetzte des Junior-Polizisten, der für die Seite zuständig war, sagte, es habe sich um einen technischen Fehler gehandelt. Jemand muss die Seite gehackt und die Nachricht gepostet haben, um das Image der Polizei zu beschädigen.
Ob die Seite nun gehackt wurde oder nicht, die Botschaft über die Polizeikorruption, die Klassenunterschiede im Polizeisystem und die verzweifelte Situation von Polizisten in niedrigen Rängen ist ein offenes Geheimnis. Es reflektiert auch die Verbitterung der Junior-Polizisten.

Es ist eine Farce zu behaupten, das Online-Posting der Polizei von Sakhon Nakhon schädige dem Ansehen der Polizei. Die meisten Umfragen weisen bereits darauf hin, dass die Polizei die korrupteste Behörde des Landes ist. Aber die Leute brauchen keine Umfragen, um an Polizeikorruption zu glauben, sie machen diese Erfahrung jeden Tag.

Weil Militärregierungen immer Korruption als Grund anführen, weshalb sie die Macht ergriffen, steht eine Reform der Polizei ganz oben auf der Agenda. Alle Bemühungen begannen in der Vergangenheit damit, die Probleme aufzulisten. Immer wieder werden Dezentralisierung der Polizei, bessere Gehälter und Sozialleistungen als Lösungsvorschläge genannt. Und jedes Mal kommen dann hochrangige Polizeibeamte und machen den Reformversuch zunichte. Es bleibt immer alles beim Alten.

Wird die Militärregierung diesmal anders agieren? Es sieht nicht gut aus.
Vor ein paar Monaten organisierte die Regierung eine Konferenz über die Polizeireform, um Probleme und Lösungswege zu erörtern. Premierminister General Prayuth Chan-ocha begann über die Notwendigkeit zu sprechen, Ermittler von der Polizei unabhängig zu machen. Ein ehemaliger Polizeichef drohte damit, die systematische Korruption im Militär zu enthüllen, angefangen von Schmiergeldzahlungen bei der Rekrutierung von Wehrpflichtigen bis hin zu Schwarzgeldern bei Waffenkäufen. Wir wissen nicht, was hinter den Kulissen geschah. Aber der Premierminister verkündete schließlich, dass die Polizeireform der nächsten Regierung überlassen bliebe.

Der Widerstand der hohen Tiere ist verständlich. Geld aus Untergrundgeschäften macht mindestens 20 Prozent der Wirtschaftsleistung aus. Ein Großteil besteht aus Schutzgeldzahlungen an die Polizei. Es ist allgemein bekannt, dass die Reichen nach einem Gesetzeskonflikt drohenden Haftstrafen entkommen können, wenn sie bezahlen.
Interessanterweise sind viele Junior-Polizisten, mit denen ich sprach, nicht gegen eine Polizeireform – sofern das für sie ein anständiges Gehalt, Sozialleistungen und ein transparentes System bringt, das auf Leistung basiert, nicht auf Vetternwirtschaft.

Alle sind über das feudale Polizeisystem verbittert, das aus Absolventen der Polizeiakademie für immer und ewig die Herren über die Polizisten in niedrigeren Rängen macht.
Die hohen Tiere hören nicht zu. Die Entscheidung, einen kleinen Polizisten zum Schweigen zu bringen zeigt, dass die Polizeireform eine ferne Hoffnung ist. So verhält es sich auch mit unserer Hoffnung auf Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit.
Sanitsuda Ekachai

Beitragsquelle : http://bangkokpost.com/opinion/opinion/661128/minnows-cop-it-hard-as-big-fish-prosper
http://www.isranews.org/investigative/investigate-asset/item/40589-juktippp_333.html

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