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Kinder sollen Schwimmen

Kinder sollen Schwimmen

Alle sieben Stunden stirbt in Thailand ein Kind durch Ertrinken. Die meisten Todesfälle könnten aber verhindert werden. Eine neue Kampagne versucht genau das.

Nontakarn Tetngarmtuan war fünf Jahre alt, als seine Heimatstadt Nonthaburi im Hochwasser versank. Er half seiner Großmutter bei der Reparatur einer Holzbrücke, als er ins Wasser darunter fiel und dabei fast ertrank.

Ich hatte Angst, denn ich konnte nicht schwimmen“, erinnerte sich Nontakarn, der jetzt elf Jahre alt ist und in Sakon Nakhon in die sechste Klasse geht. „Meine Großmutter rettete mich, aber ich hatte so viel Angst vor Wasser, dass ich jahrelang nicht mehr in dessen Nähe ging.

Nicht jedes Kind hat so viel Glück wie Nontakarn. Laut einem Bericht des Gesundheitsministeriums, veröffentlicht 2014, sterben die meisten Kinder in Thailand durch Ertrinken. In dem Bericht steht, dass jedes Jahr durchschnittlich 1.243 Kinder unter 15 Jahren ertrinken – das ist eines alle sieben Stunden.

Es sterben etwa doppelt so viele Jungen wie Mädchen, und die meisten Unfälle passieren während der Ferien. Die meisten Fälle ereignen sich im Nordosten, gefolgt von Zentral-Thailand, den nördlichen und südlichen Regionen.

Die meisten Kinder ertrinken während der Songkran-Feiertage Mitte April, berichtete das Seuchenschutzzentrum (DCC).
Experten beklagen die vielen Todesfälle, die vermieden werden könnten, und rufen zu Maßnahmen auf, um diese zu verhindern.

Das Bildungsministerium arbeitet dieserhalb mit Unicef und anderen Partnern an einem Pilotprojekt, das sich SwimSafe nennt und zurzeit an 20 Schulen in zehn Provinzen durchgeführt wird, unter anderem in Sakon Nakhon, Kanchanaburi, Nan, Phitsanulok und Satun. Die Provinzen in unterschiedlichen Landesteilen sollen das gesamte Land repräsentieren.

Die Schulen erhalten ein transportables Schwimmbassin und Lehrer unterrichten die Schüler im Schwimmen, damit sie nicht mehr ertrinken können.

Unser Ziel ist es, dass die Kinder nicht nur schwimmen lernen“, sagte Rangsun Wiboonuppatum von Unicef Thailand. „Wir wollen, dass sie überleben und wachsen, wie es in der UN-Konvention zum Schutze der Rechte von Kindern steht.

Zum Überlebenstraining gehört rufen, werfen und verlängern, fügte er hinzu. Das bedeutet, dass Kinder im Notfall um Hilfe rufen sollen, dem Ertrinkenden große, leere Wasserflaschen zuwerfen sollen, damit er sich daran festhalten kann und mittels eines Stocks versuchen, den Ertrinkenden zu erreichen, um ihn ins seichte Gewässer oder an Land zu ziehen.

Dieses Überlebenstraining kann in Lehrpläne integriert werden, damit verhindert wird, dass Kinder ertrinken“, sagte Rangsun.

Seksan Somnoi, ein Lehrer in Sakon Nakhon, sagte, im Nordosten gebe es zahlreiche Bäche und Sümpfe, es sei zwingend notwendig, dass Kinder lernen, wie sie sich über Wasser halten können.

Er erzählte von zwei tragischen Unfällen, in denen Kinder in der Provinz Sakon Nakhon ihr Leben verloren. In einem Fall ertranken letztes Jahr drei Kinder im Bezirk Phon Na Kaeo. Der andere Unfall ereignete sich vor ein paar Monaten, als es heftig regnete und das Hochwasser kam. Ein Kind spielte im Hochwasser und ertrank.

Ich bin darüber begeistert, dass unsere Schule ein Bassin bekommen hat und Schwimmen unterrichtet wird“, sagte er. „Davor konnte fast kein Schüler schwimmen, jetzt sind es über die Hälfte, die sich über Wasser halten können.

Er gab zu, dass es anfangs gar nicht so einfach war, die Kinder in den großen Pool zu bekommen.

Viele weinten, weil sie Angst hatten“, sagte er. „Aber sie haben sich daran gewöhnt, und jetzt finden sie den Pool ganz toll.

Lehrer Siraphop Saenduang sagte, in seiner Schule könnten jetzt alle 428 Schüler schwimmen, auch die mit einer Behinderung.

Kinder mit Lernschwäche nehmen auch am Schwimmunterricht teil, allerdings unter besonderer Beaufsichtigung“, sagte er.

Sechstklässlerin Wasoontara Paitakaew sagte, sie fände den Schwimmunterricht hilfreich und hoffe, dass andere Schulen dem Beispiel folgen. „Ich denke, das ist für alle Schüler wichtig. Der Unterricht hat mir schon geholfen, insbesondere als unser Haus im August überschwemmt war.

Kinder sollen Schwimmen
Kinder sollen Schwimmen

Unicef bekommt von den Schulen ein Feedback, damit das Programm weiter verbessert werden kann.

Eine weitere Gefahr sind Familienausflüge. Laut Seuchenschutzbehörde ertrinken ungewöhnlich viele Kinder während der Songkran-Feiertage, weil sie an Familienausflügen mit Booten teilnehmen. Die Boote seien häufig überladen, es gäbe zu wenige Schwimmwesten. Weitere Gefahren lauern an Wasserfällen, Stauseen und Kanälen – ebenfalls beliebte Ausflugsziele für Familien.

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