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Keine Rettungsschwimmer auf der Ferieninsel Phuket

Keine Rettungsschwimmer auf der Ferieninsel Phuket

Stellen Sie sich vor, dass es ein Reiseziel gibt, das bei Touristen wegen seiner Strände sehr beliebt ist. So beliebt, dass Leute zehn Stunden oder länger im Flugzeug sitzen, um dorthin zu gelangen. Stellen Sie sich weiterhin vor, dass das Meer nicht ohne Tücken ist und dass daher Rettungsschwimmer an den Stränden stationiert wurden, um Touristen vor dem Ertrinken zu bewahren. Und nun stellen Sie sich vor, dass die für die Rettungsschwimmer zuständige Behörde die Verträge nicht verlängert hat und deshalb jetzt Touristen ertrinken.

Sie können sich das nicht vorstellen? In Phuket ist es aber genau so.

Die Ferieninsel muss seit dem 1. Oktober ohne professionelle Rettungsschwimmer auskommen. Die zuständige Provinzverwaltung wollte billiger davonkommen und den Rettungsschwimmer nicht so viel bezahlen wie in den Vorjahren. Die lehnten ab, und die Vertragsverlängerung kam nicht zustande.

Erstes Opfer der Budgetkürzung war die 22 Jahre alte Chinesin Shi Yiqent, die am Kata Beach ertrank. Die gefährliche Brandungsrückströmung zog sie auf das offene Meer hinaus. Erst Tage später konnte ihr Leichnam geborgen werden.

Am Strand Nai Harn konnten zwei Touristen gerettet werden. Aber nicht durch Rettungsschwimmer, die waren nicht mehr dort, sondern durch Surfer, die auf die Not der Urlauber aufmerksam wurden. Einer der Lebensretter war ein russischer Tourist.

Am Strand Bang Tao rettete ein thailändischer Spaziergänger einem Filipino das Leben. Er wurde bewusstlos aus dem Meer geborgen.

Am Nai Thon Beach retteten Rettungsschwimmer des Surin-Bangtao Surf Lifesaving Club einen Russen. Hier und am Surin Beach schieben Rettungsschwimmer freiwilligen Dienst ohne dafür bezahlt zu werden.

Unterstützt werden sollen sie durch Marinesoldaten. Wie das aussieht, sagte ein Einheimischer, der namentlich nicht genannt werden wollte: „Die Rettungsschwimmer des Surin-Bangtao Surf Lifesaving Club retteten mehrere Leute aus dem Meer, während die Marinesoldaten gar nichts taten.“ Die erschienen manchmal gar nicht am Strand.

Ein Rettungsschwimmer erklärte, dass „die beiden Schwimmer“, die von der Marine kommen, nicht einmal merkten, dass Touristen im Meer in Not geraten waren. Daher mussten die professionellen Rettungsschwimmer immer wieder ausrücken und die Arbeit der Marinesoldaten erledigen. In einem kleinen Abschnitt wurden vier Menschen gerettet.

Wenn man Personal abkommandiert, das die Strände von Phuket nicht kennt und in Not geratene Schwimmer nicht erkennt, dann wird das Problem nur noch komplizierter. Wenn sich nichts ändert, gibt es eine Katastrophe, meinte der Rettungsschwimmer.

Hinzu komme, dass zwei Leute für den gesamten Surin Beach völlig ungenügend seien. Ohne Ausbildung und gute Ausrüstung könnten diese Rettungsschwimmer selbst Opfer werden, wenn sie ins Wasser gehen. „Ich habe mit zwei von ihnen gearbeitet. Sie haben noch einen langen Weg vor sich, wenn sie professionelle Rettungsschwimmer auf Phuket werden wollen“, sagte der Rettungsschwimmer, der ebenfalls seinen Namen nicht nennen wollte.

Das Chaos wurde noch gesteigert, indem Gouverneur Norraphat Plodthong die Strände Kata und Patong besuchte, um zu sehen, wie die neuen „Strand-Teams“ arbeiten. Zu sehen bekam er Potemkinsche Dörfer.

In Karon wurde er von Beamten der Stadtverwaltung, der Polizei und Freiwilligen sowie „Rettungsschwimmern“ begrüßt. Die Polizei gab jedoch zu, dass in Kata/Karon keine Rettungsschwimmer stationiert seien. Wer also begrüßte da den Gouverneur?

Danach besichtigte der Gouverneur das Patong Tourist Help Centre, wo er von Patong-Bürgermeisterin Chalermluck Kebsup und anderen Beamten begrüßt wurde.

Am Patong Beach sind 22 Rettungsschwimmer an allen Stränden in Patong verteilt“, hieß es von offizieller Seite.

Zuvor hatte der Gouverneur die Provinzverwaltung Phuket angewiesen, das Problem der nicht vorhandenen Rettungsschwimmer zu lösen. Die sollen jetzt zwei Monate lang direkt von der Verwaltung bezahlt werden, quasi Angestellte des öffentlichen Dienstes werden. 14.000 Baht sollen sie monatlich verdienen. 40 Bewerber gebe es mittlerweile schon.

Die Provinzverwaltung gab die Aufgabe dann an die jeweiligen Gemeindeverwaltungen ab, die ihrerseits dafür sorgen sollen, dass an den Stränden im Zuständigkeitsbereich Rettungsschwimmer stationiert werden.

Bis genügend Bewerber zusammen sind, soll erst einmal improvisiert werden. Neben den oben beschriebenen Marinesoldaten sollen Beach-Teams aus Polizeivolontären, Polizeibeamten, Mitarbeitern aus Hotels und freiwilligen Rettungsschwimmern Dienst am Strand verrichten.

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