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Keine Chance für das metrische System in den USA

Keine Chance für das metrische System in den USA

Es gibt nur noch wenige Länder, die an der Meile festhalten. Dazu gehören die USA, obwohl sich dort in den 70er Jahren fast das metrische System durchsetzte.

In den 70er Jahren begann das Weiße Haus mit einer von oben verordneten Revolution: Auf Schildern an den Autobahnen wurden Kilometer- den Meilenangaben hinzugefügt, Lineale zeigten Zentimeter an, und nicht mehr Zoll. In einer Malbuchreihe kämpfte „Metric Man“ gegen den „Clan der Unzen“.

Die Unzen sollten so wenig gebräuchlich werden wie Zoll, Fuß und Meilen. Hinzu gesellen sich Quarts, Pinte und Gallonen – für Nichtamerikaner häufig völlig unverständliche Maßeinheiten. Selbst die Wetterdienste fuhren zweigleisig und sagten die Temperaturen neben Fahrenheit auch in Celsius an.

1975 weissagte das Magazin „Time“ in einem Artikel, dass das metrische System unweigerlich komme. Und sieben Jahre später war das „Unweigerliche“ geschehen: Das metrische System war wieder in der Versenkung verschwunden.

Keine Chance für das metrische System in den USA 1Es fing alles mit Thomas Jefferson an, der zwischen 1784 und 1789 als Diplomat in Frankreich arbeitete und dort die Debatte über ein für Europa einheitliches Maßsystem verfolgte. Aber die britische Ex-Kolonie orientierte sich lieber am ehemaligen Kolonialherrn und benutzten ein Maßwirrwarr, das sich am Körper orientierte. Ein Fuß war die Länge eines Fußes, ein Faden die Spannweite der Arme, ein Yard ein halber Faden.

1966 wurde vom Kongress beschlossen, das metrische System einzuführen, aber die amerikanischen Bürger wollten das nicht mit der Begründung, sich keine europäischen Konventionen aufzwingen lassen zu wollen.

Anfang der 70er Jahre gab es im Kalten Krieg den nächsten Versuch. Die Sowjets schienen überlegen – wegen der „Wunderwaffe“ metrisches System. Auch wurden wirtschaftliche Überlegungen ins Feld geführt. Man könne mit einem neuen System viele Milliarden Dollar sparen.

Präsident Gerald Ford unterzeichnete 1975 ein Gesetz über die Benutzung des metrischen Systems – allerdings nur auf freiwilliger Basis. In den Folgejahren wurden Lebensmittelt doppelt ausgezeichnet: Kilo und Pfund, die Straßenschilder an den Highways zeigten die Entfernungsangaben in Meilen und Kilometern.

Doch das alles half nichts. Gegner behaupteten, das metrische System sei unamerikanisch und daher unpatriotisch, kommunistisch oder gar eine arabische Verschwörung.

1982 war der Spuk vorbei. Der Staat bewilligte keine Gelder mehr, um das metrische System zu fördern, und damit wurde es zu Grabe getragen. Nur in der Wirtschaft wird das metrische System angewandt, ansonsten ist die Debatte vorüber – zumindest vorläufig.

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