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Keine ärztliche Behandlung für HIV-positive Migranten

Keine ärztliche Behandlung für HIV-positive Migranten

Zaw, ein illegaler burmesischer Immigrant, der an AIDS erkrankte, verbrachte eine Woche in den Wartezimmern drei verschiedener thailändischer staatlicher Krankenhäuser in der Nähe von Bangkok. Jedes Hospital verweigerte ihm die Behandlung, obwohl er wegen Wasser in den Lungen Schwierigkeiten beim Atmen hatte.

In einem vierten Krankenhaus nahm ein Arzt eine Nadel und stach sie dem Patienten zwischen die Rippen. Mehrere Liter Flüssigkeit wurden abgesaugt, aber da ging es dem 34-jährigen Burmesen schon sehr, sehr schlecht.

Er starb fast zwei Monate später. Die in Bangkok sitzende HIV-Foundation sagte, dieser Todesfall hätte vermieden werden können, wenn Zaw rechtzeitig geholfen worden wäre. Zaw ist leider kein Einzelfall.

Hospitäler im ganzen Land verweigern die Behandlung von Migranten wie Zaw, auch wenn vor über einem Jahr eine Krankenversicherung in Kraft trat, die die Behandlung dieser Patienten deckt.

Es ist alle sechs oder acht Wochen die gleiche Geschichte: Leute sind in dieser Situation, und wir können ihnen nicht rechtzeitig helfen“, sagte Scott Berry, ein australischer Berater der HIV-Foundation.

Wenn es um Thais geht, die einen Personalausweis besitzen, dann können wir bezahlen, damit sie in einem Krankenhaus behandelt werden, aber für Ausländer ist das ziemlich schwierig.

In Thailand leben geschätzte drei Millionen Migrantenarbeiter, die meisten aus den Nachbarländern Burma, Kambodscha und Laos. Von ihnen sind rund die Hälfte offiziell registriert.

Seit zehn Jahren gibt es ein Versicherungspaket für sie, das im August 2013 erweitert wurde. Es umfasst nun auch HIV-Prävention und antiretrovirale Medikamente.

Wenn man kein Thai ist, mit Papieren oder ohne, dann hat man Anspruch auf diese Versicherungsleistungen“, sagte Sumet Ongwandee, Direktor des dem Gesundheitsministeriums angegliederten Amtes für Aids und Geschlechtskrankheiten.

Er und seine Kollegen geben jedoch zu, dass viele Hospitäler die Migranten zurückweisen, denn sie wissen nicht, wie die Krankenversicherung funktioniert und befürchten, mit ihren geringen Budgets die Kosten für HIV-Behandlungen tragen zu müssen.

Von den 2.100 Baht, die jeder Migrant, in die Krankenversicherung einzahlt, fließen 600 Baht in einen Fonds, der für die AIDS-Behandlung bestimmt ist, und 50 Baht in einen Fonds für „kostenintensive Krankheiten“ wie mit Aids in Zusammenhang stehende Infektionen, Tuberkulose, Lungen- und Gehirnhautentzündung.

Krankenhäuser, die sich um AIDS-Patienten kümmern, müssen ihren Anspruch nur geltend machen und erhalten umfänglichen finanziellen Ausgleich, sagte Buncha Kakhon, vom Büro des Staatssekretärs im Gesundheitsministerium. Doch obwohl die Krankenhäuser darüber informiert sind, verstünden viele das Prinzip nicht.

Thailand ist sehr darum bemüht, HIV zu bekämpfen und ist dabei weitestgehend erfolgreich. 1991 gab es 143.000 HIV-Infektionen, 2013 waren 8.100. ARV-Medikamente gibt es für Thais kostenlos.

Wenn Migranten mit Aids früher in Krankenhäusern auftauchten, wurden sie vom Personal an NGOs übergeben, die dabei halfen, die Kranken zur Grenze zu bringen. Dort starben sie, zu arm, um die Grenze zu überqueren und nach Hause zu fahren, sagte Promboon Panitchpakdi, Vorsitzender der Raks Thai Foundation, und fügte hinzu, dass sich das in den letzten zehn Jahren doch sehr geändert habe.

Zumindest theoretisch. Die Zurückweisung von Patienten betrifft auch die Babys von Müttern, die HIV-positiv sind.

Thailand ist stolz darauf, fast jede Schwangere auf HIV zu testen und ihr im Fall des Falles ARVs zur Verfügung zu stellen, damit sich die Krankheit nicht auf das Ungeborene überträgt. 2013 wurden 2,3 Prozent der Ungeborenen durch ihre Mütter mit HIV angesteckt.

Bei Nicht-Thais liegt die Ansteckungsrate bei 4,8 Prozent, weil nur 71,5 Prozent der HIV-positiven Mütter ARVs erhalten.

Die HIV-Foundation half etwa 1.600 Personen seit sie vor drei Jahren ihre Arbeit aufnahm. Mit dabei waren sechs burmesische Frauen mit HIV, fünf von ihnen begannen mit der ARV-Behandlung erst im achten Schwangerschaftsmonat.

Eine Burmesin in der Obhut der Stiftung fand erst im sechsten Schwangerschaftsmonat heraus, dass sie HIV-positiv ist. Sie sagte, sie habe im Krankenhaus versucht, den Krankenversicherungsbeitrag in Höhe von 2.100 Baht selbst zu zahlen und versüßte das Angebot mit dem Versuch, Schmiergeld von 3.900 Baht draufzulegen. Das alles half nichts. Erst im achten Monat bekam sie Hilfe von der HIV-Foundation, die ihr ARVs zur Verfügung stellten.

Ein erster HIV-Test, das Baby war vier Wochen alt, verlief negativ. Doch das Baby muss weitere Male getestet werden. Der letzte Test wird stattfinden, wenn das Kind neun Monate alt ist. Erst dann können Ärzte mit Sicherheit ausschließen, dass es HIV-negativ ist.

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