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Kein weißer Rassismus

Kein weißer Rassismus

Gibt es Rassismus, der sich gegen Weiße richtet? Gegen weiße Männer? Angeblich ja nicht. Oder doch? Ein Blick nach Thailand kann vielleicht weiterhelfen.

Das geht schon einmal los, wenn ich mit dem Moped unterwegs bin. Bei Kontrollpunkten werde ich heraus gewunken, und allzu oft stelle ich fest, dass ich nicht der einzige Weiße bin, der anhalten musste. Thais können oft weiterfahren. Aber gut, das ist sicherlich Zufall und nur mein einseitiger Eindruck.

Wenn ich etwas kaufe oder in einen Nationalpark gehe, muss ich mehr bezahlen als Thais. In einigen Tempeln zahlen Thais gar nichts, auch wenn sie keine Buddhisten sind, und ich bezahle. Weil ich weiß bin. Oder allgemeiner formuliert: Weil ich kein Thai bin. Das hat also nichts mit meiner Hautfarbe zu tun.

Von Trinkgelagen mit Thais halte ich mich lieber fern. Ich würde sagen, weil ich weiß bin. Andere würden sagen, weil ich ein Ausländer bin. Japaner oder Koreaner sollten da auch zurückhaltend sein.

In meinem Haus habe ich Überwachungskameras und andere Sicherungssysteme angebracht, weil ich weiß, dass hier, wo ein Weißer wohnt, die Chancen für einen Einbruch größer sein könnten. Andere würden sagen, dass – falls das überhaupt stimmt – auch hier Ausländer im Allgemeinen wie Chinesen oder Inder Begehrlichkeiten wecken, und nicht nur Weiße.

Somit komme ich zu dem Fazit, dass in Thailand weißer Rassismus nicht existiert, sondern alle Erfahrungen dem persönlichen Eindruck geschuldet sind. Als Weißer sieht man die Dinge so oder so, als Asiat oder Lateinamerikaner unter Umständen ganz anders.

Daniel Guger, Bangkok

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