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Kambodschas Rückkehr in den Alptraum

Kambodschas Rückkehr in den Alptraum

In den letzten Wochen hat sich die Situation in Kambodscha derartig verschlechtert, dass es dafür keine Wörter mehr gibt. Der Mann an der Spitze, Hun Sen, ist seit 33 Jahren an der Macht. Er wurde 1985 im Alter von 32 Jahren Premierminister. Jetzt ist der Anführer des Landes 65 Jahre alt und schwört, dass er mindestens weitere zehn Jahre an der Macht bleiben will.

In den letzten Wochen wird seine Furcht vor den Wahlen immer größer, die am 29. Juli stattfinden. Er hat daher mit einer Terrorherrschaft begonnen, er will die absolute Macht. Er hat Oppositionspolitiker sowie Menschenrechts- und Arbeitsrechtsaktivisten ins Gefängnis geworfen, eine zumindest nominal freie Presse verboten, die ehrwürdige „Cambodian Daily“ geschlossen und hält gleichzeitig die Armee in Schach, die als rivalisierende Macht angesehen werden könnte.

Fast alle Oppositionellen sind im Exil, nachdem Hun Sen in den letzten Wochen gegen sie vorging. Kem Sokha, die Nummer zwei der Opposition, ist in einem furchtbaren Gefängnis in der Nähe der vietnamesischen Grenze inhaftiert.

Der Oppositionsführer Sam Rainsy ist in Paris – eine Rückkehr nach Phnom Penh würde für ihn nicht gut, gar nicht gut ausgehen. Mu Sochua, ehemaliger Politiker und Menschenrechtsaktivist, von 1998 bis 2003 Mitglied des Parlaments, dessen Oppositionspartei Cambodia National Rescue Party aufgelöst wurde, bereist Europa und hält Reden über die Situation in Kambodscha. Aber das ist alles, das die Opposition tun kann, auch wenn sie kürzlich stärker wurde.

Die Leute an der Macht scheinen gegen jeden vorzugehen. Hun Sen sagt Sachen wie, falls das Volk gegen ihn aufsteht, „müssen sie ihre Särge mitbringen.

Kaum zu glauben, aber wahr, am 8. Februar schob die thailändische Militärregierung Sam Sokha ab, eine Arbeitsrechtsaktivistin, die im April letzten Jahres einen Schuh auf das Portrait von Hun Sen geworfen hatte. Dafür und für ihre politischen Ansichten wird sie wahrscheinlich ins Gefängnis müssen. Human Rights Watch und andere Menschenrechtsorganisationen haben ihrer Sorge Ausdruck verliehen und die Freilassung der Frau verlangt, aber das wird die kambodschanische Regierung kaum interessieren.

In Kambodscha sitzen Ausländer im Gefängnis, und die amerikanische Botschaft wird mit Geringschätzung behandelt. Leuten wurden letztes Jahr getötet, aber niemand ist fähig aufzustehen – aus Angst vor Gewalt oder Tod.

Es gibt heutzutage keine Demonstrationen wegen der Auflösung der Opposition. Nach alledem kontrolliert Hun Sen alles von der Armee bis zur Polizei, vom Fernsehen bis zu allen anderen Medien.

Einige ausländische Journalisten berichten und schreiben nichts mehr. Einige junge Journalisten sagen, sie hätten „Angst“, und sie könnten nichts schreiben. Tatsächlich scheint es niemanden mehr zu geben, der die Wahrheit berichten will.

Rund 3.000 sogenannte Reporter, die kürzlich von Hun Sen empfangen wurden, sind bei den anderen normalen Journalisten in Phnom Penh nicht bekannt.

Journalisten, die Hun Sen Fragen stellten, bekamen ein Knurren zur Antwort. Als König Norodom Sihanouk vor fünf Jahren starb, wurde Hun Sen bei der Einäscherungszeremonie über die Errungenschaften des Königs befragt, aber auch hier wollte er nicht recht antworten. Hun Sen gab damit an, dass er die sterblichen Überreste des Königs in Brand gesetzt hatte.

Sihanouk war ein König, der immer Witze machte und sich des Lebens erfreute. So etwas gibt es in Kambodscha nicht mehr.

Inzwischen werden nur wenige Geschichten außerhalb Kambodschas über das Land geschrieben weil Hun Sen so lange an der Macht ist und das keine Nachricht mehr wert ist.

Beitragsquelle : https://www.asiasentinel.com/politics/cambodia-returns-nightmare-hun-sen/?utm_content=buffer666cb&utm_medium=social&utm_source=twitter.com&utm_campaign=buffer

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