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Ich mag die Deutschen

Ich mag die Deutschen

John Lydon, ehemaliges Mitglied der Sex Pistols, wird im Mai im Rahmen einer Europatournee, die ihn von Spanien bis in die Ukraine führt, auch in Deutschland auftreten. In einem Interview sprach er über Musik, Konzerte, seine Liebe zu Deutschland und auch über die EU.

John Lydon
John Lydon

Der Brite wird im Mai mit seiner Band Public Image Limited viermal in Deutschland auftreten. Konzerte gibt es in Berlin, Düsseldorf, Hamburg und Wiesbaden. Nach Abschluss der Festlandtournee folgt eine Tour durch Großbritannien.

1978 gründete Lydon seine Band, die allerdings von 1992 bis 2009 nicht aktiv war. Jetzt stellt die Band ihr neues Album „What The World Needs Now“ vor und spielt in Hallen, in die nur ein paar hundert Zuschauer passen.

Man sieht die Augen, und zieht sie auf sich. Die Leute verbinden sich mit den Emotionen, und das, was ich will. Ich will, dass andere teilhaben, will wissen, dass ich mit meinen Gedanken nicht alleine bin“, erklärte Lydon seine Leidenschaft, die ihn nach wie vor auf der Bühne stehen lässt.

Es macht immer Spaß, im Ausland zu spielen und dann zu merken, dass es dort gar nicht so anders ist“, sagte er.

Die Atmosphäre bei seinen deutschen Konzerten war immer „sehr, sehr freundlich, sehr warm und sehr spannend … Sie gehen hin und gucken sich richtige Leute mit komischen Sachen in der Hand an, die Geräusche machen“, sagte der Musiker und fügte hinzu, dass das etwas anderes sei als sich von Lautsprechern einlullen zu lassen, die von einem anonymen, in Rauch gehüllten DJ gespeist werden.

 

 

Lange Liebesaffäre mit Deutschland

Lydon verliebte sich in Berlin, als er lange vor dem Mauerfall mit seinem Sex-Pistols-Kollegen Sid Vicious dort war. Die beiden waren von Jersey im Ärmelkanal geworfen worden und landeten eher zufällig in der deutschen Hauptstadt. Die Erfahrungen dort inspirierten sie zu dem Song Holidays in the Sun.

Das war ein ganz toller Urlaub. Ich mag es, wie die Deutschen essen, trinken und sich freuen können. Es war wunderbar“, sagte er. „Jedes Mal, wenn ich wieder in Berlin bin, habe ich das Gefühl, es ist Teil meiner Psyche. Ich bin von den DJs dort total beeindruckt, der Sound auf den Dancefloors, sogar vor Kraftwerk war es elektronisch und richtig, richtig groovy.

Von Berlin einmal abgesehen ist Lydon auch ein Fan des Münchner Oktoberfestes, und erinnert sich an einen Besuch, bei dem er gerügt wurde, weil er kein Deutsch sprechen konnte.

Ich unterhielt mich gerade glänzend mit anderen Leuten, und dann kam ein alter Deutscher und schrie mich an und fragte, warum ich Englisch spreche und so tue als ob ich kein Deutscher sei“, erinnerte er sich.“ Ist das ein Kompliment, ein falscher Amerikaner genannt zu werden? Ich muss irgendwie Deutsch aussehen.

John Lydon mit Band
John Lydon mit Band

Lydon, der jetzt in Kalifornien lebt, beklagte, dass es dort nicht so viele Biersorten wie in Deutschland gibt – alle vom Fass und frisch. Das kalifornische Bier schmecke wie „Abwaschwasser“.

Und es gibt noch einen anderen Hinweis für seine Liebe zu Deutschland: Lydons Frau Nora, mit der er schon über 30 Jahre verheiratet ist, kommt aus Stuttgart.

Ich bin mit dem Land immer verbunden“, sagte er und lobte die Deutschen für ihren analytischen Verstand und ihre direkte Art. Sie seien so anders als die Leute zu Hause in England.

Nehmen Sie Briten und Deutsche zusammen, und sie können daraus einen wirklich guten Menschen bauen“, philosophierte er. „Die beiden gleichen sich zu einem perfekten Charakter aus.

Das mag ein Grund sein, weshalb dann auf das Thema des möglichen BREXIT kam. Vielleicht etwas ungewöhnlich für einen alten Punker.

Wie bescheuert“, meinte er. „Man kann doch dieses Wir-Gefühl nicht aufgeben. Isolation wird das Ende Großbritanniens sein. In der modernen Welt muss man auf Handel setzen, sonst wird man völlig isoliert. Man wird ein sehr kleines, dummes, unwichtiges Drecksloch ohne Freunde. Wen ich höre, dass es auf der anderen Straßenseite eine Party gibt, dann will ich auf die Party, und genauso denken ich über die EU.

Es ist nicht so, dass Lydon total begeistert ist, wohin die Welt 2016 steuert. „Uns wurden über zu lange Zeit zu viele Lügen aufgetischt“, sagte er. „Wir sehen jetzt eine Welt, von der wir wissen, dass alle Politiker Lügner sind, und wir sehen Typen wie Donald Trump, der eine Alternative bietet, und ich glaube, das ist sehr viel verderbter und gefährlicher.

Public Image Limited spielt in Deutschland am 10. Mai in Wiesbaden, 11. Mai in Düsseldorf, 12. Mai in Hamburg und am 14. Mai in Berlin.

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