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Japanische Firma will keinen Betriebsrat

Japanische Firma will keinen Betriebsrat

Wenn man in Thailand eine Gewerkschaft oder einen Betriebsrat gründen will, dann steht der Arbeitsplatz auf dem Spiel. Das bewies auch eine japanische Firma, die in Thailand Fahrzeugteile herstellt.

Der Arbeitgeber beobachtete mit Überwachungskameras angehende Gewerkschaftsmitglieder, lud diese zum Drogentest ein und feuerte einige. Andere wurden zur Kündigung gezwungen, der Gewerkschaftschef wurde wegen eines Postings in den sozialen Netzwerken mit einer Verleumdungsklage überzogen.

Der Fahrzeughersteller in Prachinburi gehört einem japanischen Unternehmen, hat 2.000 Mitarbeiter und produziert unter anderem Schläuche, Motorblöcke und Stoßdämpfer für eine Reihe von Herstellern wie Daihatsu, Isuzu, Suzuki, Sanyo und andere Firmen. In Prachinburi gibt es zwei Werke. Eines ist zehn Jahre alt, das andere relativ neu.

Die Prachinburi-Werke sind Teil eines Industriekomplexes, auf dem auch andere Werke zu finden sind, die mit der Zuliefererindustrie in Zusammenhang stehen. Es gibt keinen Betriebsrat, aber manchmal protestieren Arbeiter gegen die Arbeitsbedingungen oder rufen zu wilden Streiks auf.

Die Gewerkschaften IndustrieALL Global Union und Confederation of Thai Electrical Appliances, Electronic Automobile & Metalworkers (TEAM) griffen den Arbeitern unter die Arme, damit sie einen Betriebsrat gründen können.
Anfang Dezember 2016 wurden die Arbeiter unzufrieden, weil sie einen versprochenen Bonus zum Jahresende nicht erhielten. Die Lage eskalierte nach einer physischen Provokation eines Managers, daher wurden Polizei, Sicherheitsbeamte und Militär gerufen, um die Situation zu beruhigen.
Sieben Arbeiter wurden als Repräsentanten des Betriebsrates gewählt, und sie wurden formal bei der Gewerkschaft Prachinburi Automobile Part Workers Union am 26. Dezember registriert. Es sollte die Anerkennung des Betriebsrates durch den Arbeitgeber erfolgen.

Die direkte Reaktion des Arbeitgebers war die Abgrenzung der Betriebsratsmitglieder vom Rest der Belegschaft, indem sie nur noch Nachtschicht arbeiteten. Rund 90 Arbeiter, die bei den Protesten dabei waren, wurden einbestellt und darum gebeten, wegen „der Zerstörung des Vertrauensverhältnisses“ zu kündigen.

Nachdem sie sich weigerten, wurden 32 Arbeiter mit der Begründung entlassen, das Unternehmen werde umstrukturiert. Den Arbeitern wurden Abfindungen angeboten, ihnen wurde gedroht, falls sie nicht akzeptierten, würden sie ohne Abfindung fristlos entlassen.
22 Arbeiter nahmen das Angebot an, aber die Gewerkschaft beschwerte sich bei der dafür zuständigen Regierungsbehörde, dem Labor Relations Committee (LRC). Danach verstärkte das Unternehmen den Druck und versuchte den Betriebsratsvorsitzenden zu bestechen, damit er den Betriebsrat auflöst.

Überwachungskameras wurden benutzt, um Betriebsratsmitglieder zu beobachten, sie mussten Drogentests absolvieren. Das Unternehmen versuchte auch ganz normale Betriebsratsmitglieder zu bestechen, sie sollten andere Mitglieder zur Kündigung überreden. Als das nicht funktionierte, bot das Unternehmen pro Person 200.000 Baht an. Vier Arbeiter nahmen das Angebot an.
Zu dieser Zeit entschied die LCR zugunsten der Arbeiter und ordnete ihre Wiedereinstellung an. Das Unternehmen folgte der Anordnung nicht und klagte gegen diese Entscheidung.

Der Betriebsratsvorsitzende wurde degradiert, indem er von einem Posten als Vorarbeiter zu manueller Arbeit versetzt wurde. Das geht zu Lasten des Gehalts. Als er sich dieserhalb beim LRC beschwerte, wurde er vom Arbeitgeber wegen eines Postings in den sozialen Netzwerken wegen Verleumdung verklagt. Da es sich um einen Strafprozess handelt, wurde er entlassen.

Die Firma zeigte auch einen Akademiker wegen Verleumdung an, weil er diese kritisiert hatte.
Eine Stellungnahme seitens des Unternehmens liegt nicht vor.

Beitragsquelle : http://www.industriall-union.org/thailand-auto-parts-maker-y-tec-fires-workers-for-unionizing#.Wdy-9UwYj8M.facebook

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