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Immer mehr Tigertourismus

Immer mehr Tigertourismus

Das Geschäft mit dem Tigertourismus boomt, und die Tigerpopulation, die in Gefangenschaft aufwächst, steigt.

Immer mehr Tigertourismus
Immer mehr Tigertourismus

Drei Monate nach der Razzia im Tigertempel in Kanchanaburi hat sich die Einstellung der Touristen nicht geändert, und darauf setzen die Tigerzoos, was man ihnen unter geschäftlichen Gesichtspunkten nicht einmal vorwerfen kann.

Tierschützer riefen die Touristen nach den grausigen Entdeckungen im Tigertempel dazu auf, Attraktionen zu meiden, in denen Tiger eine Rolle spielen. Genutzt hat das offenbar nichts. Nichts bewirkt hat auch die Ankündigung der Wildtierbehörde, andere Tigerzoos zu überprüfen. Zwar wurden 24 Tiger an zwei Standorten beschlagnahmt, aber danach schlief die Sache ein. Auch scheinen die Ermittlungen gegen Mönche und Tierpfleger im Tigertempel vollständig zum Erliegen gekommen zu sein. Man wird das Gefühl nicht los, und das ist leider recht typisch für Thailand, dass die Sache von allen Beteiligten, ob staatliche Behörden oder Ermittler, ausgesessen wird.

Im Grunde hat sich nichts geändert“, sagte Jan Schmidt-Burbach von der NGO World Animal Protection. „Der Tigertempel-Fall hat auf das Thema aufmerksam gemacht, aber das ist nur auf den Tempel selbst beschränkt.

Ein Bericht von World Animal Protection vom Juli zeigt, dass die Anzahl der in Gefangenschaft lebenden Tiger in der thailändischen Tourismusindustrie von 623 Tieren 2010 auf 830 Tiere bis 2016 angestiegen ist. Acht neue Betriebe, Zoos mag man nicht sagen, wurden während dieser Zeit eröffnet.

Thailand bietet Touristen allerlei zweifelhafte Unterhaltung an: Selfies mit Tigern, Reiten auf Elefanten oder Boxkämpfe zwischen mächtigen Orang-Utans.

Schmidt-Burbach sagte, dass in einigen Betrieben so viele Tiere so schnell wie nur möglich gezüchtet werden. Dazu gehört, dass Neugeborene ihren Müttern weggenommen werden, damit diese schnell wieder schwanger werden. Er berichtete auch, dass sich die thailändische Regierung nicht um die steigende Anzahl von Tigern in Gefangenschaft kümmere.

Der stellvertretende Direktor der Nationalparkbehörde, Adisorn Noochdumrong, sagte, seit Juli gelte eine „Populationskontrollvorschrift“ bezüglich der Züchtung von Tigern für kommerzielle Zwecke. Weibchen und Männchen müssten demnach getrennt leben, und vor der Züchtung müsse die Erlaubnis der Behörde eingeholt werden.

Schmidt-Burbach und Edwin Wiek, Gründer der Stiftung Wildlife Friends Foundation Thailand, sagten, die neue Vorschrift sei unzureichend. Sie verlangen ein komplettes Tiger-Zuchtverbot.

All diese Unterhaltungsbetriebe mit Tigern in Thailand sollten keine Tiger züchten dürfen, denn sie tragen überhaupt nicht zur Arterhaltung bei“, sagte Schmidt-Burbach.

Wiek sagte, dass die Nachfrage derartig groß sei, dass die Betriebe nicht daran dächten, auf dieses lukrative Geschäft zu verzichten. „Die Leute wollen immer noch ihre Tigerselfies.

Problematisch wird es, wenn Prominente sich mit Tigern ablichten lassen, diese Fotos auf sozialen Netzwerken teilen und damit erst recht den Tourismus anheizen. So beispielsweise geschehen mit dem Bollywood-Star Sushmita Sen. Niemand weiß, wie viele Inder deshalb jetzt die Tigerzoos besuchen wollen und die grausame Industrie unterstützen.

Der bekannteste Tigerzoo neben dem Tigertempel in Kanchanaburi ist der Si Racha Tiger Zoo in Chonburi in der

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