Header Banner
Header Banner
Header Banner
Header Banner

Im tiefen Tal der Tier-Tränen

Im tiefen Tal der Tier-Tränen

Das war ein notwendiger Prozess. Aber er wird nicht die Pumpen entlüften, um aus dem Keller herauszukommen, sondern er zeigt vielmehr, warum Thailand in der Einstufung „Tier 2“ der US-Beobachtungsliste für Menschenhandel (TIP) fest hängt.

Und wir wollen ein anderes Beispiel aus einem anderen Gebiet nehmen, um zu zeigen, warum das so ist. Nur zwei Wochen vor den Urteilsverkündungen im Menschenhändlerprozess machte die schockierende Nachricht die Runde, dass in Krabi eine Familie in ihrem Haus überfallen und acht Familienmitglieder getötet, nein exekutiert, wurden. Unter den Opfer drei Mädchen, also Kinder. Und Sie können sich vielleicht erinnern, dass die Polizei alles daran setzte, den Fall schnellstmöglich aufzuklären, was auch gelang.

In anderen Worten: Die Beamten mit dem schlechten Ruf, die angeblich korrupt sind, ihre Beförderungen kaufen, Schmiergelder annehmen, Verdächtigen Drogendelikte anhängen und Anrufe beim Notruf ignorieren, können durchaus ihre Arbeit machen. Der Grund, weshalb niemand ihnen vertraut und nur wenige sie mögen, ist nicht ihre Inkompetenz, sondern weil sie sich weigern, kompetent zu sein.

Zurück zum Menschenhandel.
Wie kamen wir an diesen Ort, nur einen Monat nach der Machtergreifung des Militärs? Dieser Ort war der schlechteste Rang des US-TIP-Berichts, nämlich Tier 3. Es war bewiesen worden, dass in Thailand Menschenhandel in großem Stil abläuft, dass Migranten brutal behandelt werden, viele von ihnen aus Nachbarländern. Die Regierung unternahm zu wenig oder gar nichts, daher das denkbar schlechteste Ranking.

Anfang 2015 ordnete Premierminister General Prayuth Chan-ocha an, dass etwas gegen den Missbrauch von Migranten in Thailand unternommen werden müsse. Thailand hing nicht nur ganz unten auf dieser Liste fest, es war auch offensichtlich, dass viele Menschen starben, weil es im Süden des Landes eine Art barbarische Verschwörung gegen Migranten gab.
So wie der nationale Polizeichef Chakthip Chaijinda, der seinen Leuten auftrug, die Krabi-Morde aufzuklären, so packte General Prayuth 2015 seine Leute im übertragenen Sinn beim Kragen, schüttelte sie durch und sagte ihnen, sie sollen unter den Menschenhändlerbanden im Süden aufräumen.
Das machten sie.
Die USA kommentierte hierzu: Die Regierung zeigte signifikante Bemühungen und verstärkte ihre Versuche, Anti-Schleuser-Ressourcen zu erhöhen. Aber „sie klagte und verurteilte verdächtige Beamte in Menschenhandelsprozessen nicht aggressiv genug an.

Auch wenn damals 103 Personen verhaftet wurden und sogar jeder große Fisch eine hohe Haftstrafe bekam, so dauerte es zwei Jahre und zwei Monate, um nur einen Fall mit Urteilen abzuschließen.
Das ist aber noch nicht alles. Es kommt noch schlimmer.
Empfehlung Nummer eins aus Washington: „Ermitteln Sie aktiv gegen und verurteilen Sie Beamte, die offensichtlich Komplizen von Menschenhändlern sind.
Folgendes ist im nächsten großen Fall von Menschenhandel passiert, einige Tage nach dem US-TIP-Bericht und dem Ratschlag, wie man aus dem tiefen Tal der Tier-Tränen herauskommen könnte:
Schauplatz Bezirk Saphan Kwai, Bangkok. Vor zehn Monaten berichtete Nvader, eine respektierte NGO, über einen Fall von Menschenhandel. Migrantenkinder würden zum Zwecke der Prostitution an zwei Orten festgehalten werden.

Ein gemischtes Team, bestehend aus Soldaten und Polizisten, führte Razzien durch, und – Überraschung! – fand Migrantenkinder an zwei Orten, die zum Zwecke der Prostitution festgehalten wurden.
Ein todsicherer Fall. Ganz bestimmt ein Highlight im nächsten US-TIP-Bericht, wenn Thailand auf Tier 1 vorrückt.
Oder vielleicht doch nicht.
Die Polizei ermittelt. Die Ermittlungen ziehen sich hin. Vor zwei Monaten wurden die Kinder schließlich als Zeugen vernommen. Sie alle sagten, wirklich alle, sie seien zu gar nichts gezwungen worden. Sie sagten, es sei ihr Lebenstraum gewesen, Prostituierte zu werden. Die Zuhälter erwiesen ihnen einen großen Gefallen.
Sie wüssten auch gar nicht, wem die Bars, in denen sie arbeiteten, gehören. Sie seien dieserhalb gar nicht neugierig gewesen.
Und dann passierte etwas, das die folgende Prozentzahl der Leserschaft dieser Zeilen überraschen wird: null. Die Polizei gab den Bareigentümern und Zuhältern zu verstehen, sie seien alle frei.
Wir erinnern uns an den Fall in Mae Hong Son. Beamte hatten hochrangigen Beamten, darunter angeblich auch Gouverneure, minderjährige Mädchen „zum Nachtisch„serviert“. Der Verwaltungsbeamte, der diese Machenschaften offen legte, wurde nicht belobigt, sondern strafversetzt.
Vielleicht ist es da kein Wunder, wenn Thailand, eine Beförderung auf der US-TIP-Liste der USA weiterhin versagt bleibt.

Beitragsquelle : http://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/1292291/vale-of-tiers

Ähnliche Beiträge