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Hubschrauber nicht teuer

Hubschrauber nicht teuer

Während die Medien ausführlich über den Hubschrauberabsturz berichteten, bei dem der thailändische Geschäftsmann Vichai Srivaddhanaprabha, Inhaber der Duty-Free-Kette King Power und Besitzer des britischen Fußballclubs Leicester City starb, beschäftigte sich ein Aktivist, der sich immer wieder für staatliche Transparenz einsetzt, mit anderen Dingen.

Srisuwan Janya fiel auf, dass das thailändische Militär beinahe dreimal so viel für denselben Typen von Hubschrauber bezahlt hatte als Vichai, mit dem dieser flog und auch abstürzte. Srisuwan stellte die Frage, wie dies sein könne.

„Der Helikopter, der dem Tycoon gehörte, war moderner als die Hubschrauber der Militärs, daher sollte der doch teurer sein. Aber die Militärhubschrauber sind teurer, auch wenn es sich um ältere Modelle handelt“, sagte Srisuwan. „Das macht doch etwas misstrauisch.“

Der Hubschrauber, in dem Vichai starb, war ein Augusta Westland AW169, hergestellt vom italienischen Unternehmen Leonardo. Srisuwan sagte, Vichai habe für den Hubschrauber umgerechnet etwa 280 Millionen Baht bezahlt.

Doch als die thailändische Armee zwölf Helikopter eines etwas älteren Typs zwischen 2012 und 2017 beim italienischen Unternehmen kaufte, zahlte sie 675 oder 737 Millionen Baht pro Stück, wie Zahlen zu entnehmen ist, die laut Srisuwan von den Streitkräften veröffentlicht wurden.

Srisuwan meinte, dass da etwas hinter den Kulissen vor sich gegangen sein könnte, und er fügte hinzu, er habe gehört, nur fünf der zwölf Helikopter seien einsatzbereit, die übrigen müssten repariert werden.

2012, damals war der jetzige Premierminister General Prayuth Chanocha Armeechef, wurden zwei AW-139-Helikopter zum Preis von 1,35 Milliarden Baht bzw. 675 Millionen Baht pro Stück gekauft, sagte Srisuwan. Durchschnittlich koste dieses Modell aber nur 396 Millionen Baht. Warum also bezahlte die Armee für beide Hubschrauber 558 Millionen Baht über dem Marktpreis?

Nach dem Putsch 2014 wurden zwei weitere AW 139 von der Armee gekauft. Der Preis betrug 737 Millionen Baht pro Stück oder 1,47 Millionen für beide, sagte Srisuwan. Demnach seien für die beiden Helikopter zusammen 692 Millionen Baht über dem Marktpreis bezahlt worden.

2016 und 2017 wurden sechs weitere AW139 gekauft und 2017 zusätzlich zwei AW 149, berichtete Srisuwan.

Armeesprecher Oberst Winthai Suvaree sagte, die höheren Preise für die Armee beim Kauf der Agusta Westland AW stammten daher, dass in den Kosten auch die Ausbildung für die Piloten an jedem neuen Modell enthalten sei sowie Ersatzteile und Training für die Mechaniker der Armee.

Oberst Winthai führte weiter aus, dass die 280 Millionen Baht, die Vichais Helikopter haben soll, wirklich nur den Hubschrauber umfassten. Die Piloten und das Wartungsteam dürften extra bezahlt worden sein.

Außerdem seien die 280 Millionen Baht, die Srisuwan nannte, nicht der offizielle Preis, sondern ein Preis, der in den Medien kolportiert worden sei.

Er sagte, dass Srisuwan nicht die Preise unterschiedlicher Hubschraubermodelle vergleichen dürfe.

Um alle Zweifel aus dem Wege zu räumen, kündigte Oberst Winthai an, dass die Armee sich selbst untersuchen wird: Man werde ein Team zusammenstellen, Informationen zusammentragen und dann in der Öffentlichkeit den Anschuldigungen Srisuwans entgegentreten.

Dass Hubschrauber zusammen mit weiteren Systemen gekauft werden, sei bei allen Streitkräften die Regel, erklärte der Oberst.

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