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Heuchelei bei Abtreibungen

Heuchelei bei Abtreibungen

Die Verhaftung einer Krankenschwester, die in Nakhon Ratchasima Abtreibungen durchführte, ist ein Weckruf für ein wichtiges Thema. Suwanna Kaewsawang, 56, ausgebildete Krankenschwester, wird vorgeworfen, in ihrem für medizinische Zwecke umgebauten Apartment heimlich Abtreibungen durchgeführt zu haben.
Während die Ermittlungen gegen sie laufen, wird deutlich, dass das Gesundheitsministerium, das die Razzia angeordnet hatte, weit hinter der Realität bei einem Thema zurückliegt, über das niemand reden will.
Das muss aber sein!

Suwanna ist bereits das zweite Mal verhaftet worden, nachdem sie ihren Arbeitsplatz in einem Privatkrankenhaus aufgab und sich selbständig machte. 2007 war sie laut Polizei unter ganz ähnlichen Umständen verhaftet worden. Sie betrieb eine medizinische Einrichtung mit entsprechenden Geräten und Medikamenten um Föten abzutreiben. In diesem Fall wurde sie freigesprochen. Die Behörden wollen über die unbequemen Wahrheiten aber nicht reden.

Abtreibungen wurden vor vielen Jahrzehnten kriminalisiert, lange vor der sogenannten sexuellen Revolution. Was dieses Thema anbelangt, wollen Regierungsstellen einfach nicht wahrhaben, dass sich bezüglich Sexualität und Familienplanung die Zeiten geändert haben.
Thais, die gegen eine Liberalisierung oder gar Legalisierung der Abtreibung sind, sind zweifellos in der Mehrheit. Eine Umfrage auf der Website der Bangkok Post, nicht repräsentativ, aber eindeutig, ergab, dass sich beinahe acht von neun Bürgern gegen eine Legalisierung aussprachen. Diese Mehrheit ignoriert die Fakten oder verwirft sie arroganterweise.
Es gibt keine universelle Abstinenz. Und es gibt keinen hundertprozentigen Schutz gegen die Empfängnis beim Sex, egal, um welche Methode es sich handelt. Ungewollte Schwangerschaften stehen im Gegensatz zu den Leuten, die – in anderen Ländern würde man sagen – heiliger als der Papst sein wollen, und kommen in allen Gesellschaftsschichten, in allen Altersgruppen und jeder Art von Beziehung, ob verheiratet oder nicht, vor.

Immer heißt es, dass die Leute unzureichend aufgeklärt seien. Das ist genauso falsch. Junge und alte Thais wissen ganz genau, woher die Babys kommen. Sie wissen auch, dass Abtreibung nicht zur Empfängnisverhütung gehört. Jeder, der einmal mit einer Frau oder einem Pärchen über Abtreibung sprach, weiß, wie schwer es für sie ist, bei einer ungewollten Schwangerschaft einen Ausweg zu finden.

Suwanna werden mehrere strafrechtlich relevante Verstöße vorgeworfen. Sie hat ohne Lizenz Abtreibungen durchgeführt, medizinische Dienstleistungen angeboten und Medikamente illegal besessen.
Es kann nicht bestritten werden, dass das Gesundheitsministerium nach Gesetzeslage richtig gehandelt hat, indem es die Razzia anordnete. Das Ministerium hat aber versagt, das Thema sowohl mit Regierung und Bürgern zu diskutieren.

Das letzte Mal wurde im Jahr 2010 über Abtreibung öffentlich diskutiert. Der Auslöser hierfür war wirklich grauenhaft. Damals gab es einen Vorfall, an den sich jeder erinnert, der zu dieser Zeit in Thailand war. In einem Bangkoker Tempel wurden Hunderte Föten gefunden. Anstatt sie einzuäschern, waren sie aufgehoben worden. Abhisit Vejjajiva (Demokratische Partei), der damals Premierminister war, kommentierte, dass die Abtreibungsgesetze genau richtig und flexibel genug seien. Das Problem sei, dass junge Leute keine Moralvorstellungen mehr hätten, und das führe sie in Abtreibungskliniken.

Während es medizinischen Fortschritt gibt wie beispielsweise Abtreibungspillen für ein Frühstadium der Schwangerschaft, die in Thailand auch erhältlich sind, ist der Staat nach wie vor kurzsichtig, und zusammen mit einem archaischen Gesetz bedeutet dies, dass diese Pillen kaum benutzt werden können.
Das führt dazu, dass sich Frauen an illegale Kliniken wenden wie die von Suwanna. Natürlich wissen die meisten Frauen, wenn auch nicht alle, dass der Eingriff unter sterilen und bestmöglichen Umständen vorgenommen werden sollte, bei dem nicht nur eine Krankenschwester, sondern auch ein Arzt anwesend ist.

Illegale Abtreibungen von Engelmacherinnen können lebensgefährlich sein. Aber das Gesetz lässt den Frauen keine andere Wahl.
Hinterhof-Abtreibungskliniken wie die von Suwanna wird es weiterhin geben, so lange eine Nachfrage besteht und die Regierung hieran nichts ändert.

Beitragsquelle : https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/1364231/hypocrisy-on-abortion

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