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Hannover mit geschlechtsneutraler Amtssprache

Hannover mit geschlechtsneutraler Amtssprache

Deutsche Sprache, schwere Sprache!? Nein, denn Niedersachsens Landeshauptstadt Hannover, der ja das schönste Hochdeutsch nachgesagt wird, hat eine „Empfehlung für eine geschlechtergerechte Verwaltungssprache“ herausgegeben. Sie trägt jetzt der Vielzahl geschlechtlicher Identitäten Rechnung – und geht damit weiter als der bisherige Ausgleich zwischen männlichen und weiblichen Formulierungen. Sie entspricht auch der neuen Gesetzgebung, nach der zum Beispiel seit dem 1. Januar das dritte Geschlecht im Personenstandsregister geführt wird.

Die neue Empfehlung ist für sämtlichen Schriftverkehr der Verwaltung verbindlich. Sie wird schrittweise in E-Mails, Präsentationen, Broschüren, Presseartikeln, Drucksachen, Hausmitteilungen, Briefen, Flyern, Formularen und Rechtstexten umgesetzt.

Erst in zweiter Linie, wenn eine solche Formulierung nicht möglich ist, wird das sicherlich auffälligste Mittel – der „Gender Star“ – eingesetzt. Das Sternchen* zwischen der maskulinen und femininen Endung soll in der Schriftsprache als Darstellungsmittel aller sozialen Geschlechter. Beim Vorlesen wird der „Gender Star“ durch eine kurze Atempause gekennzeichnet. Er ersetzt das bisher verwendete Binnen-I.

Geschlechtsumfassende Formulierungen und der Gender Star helfen, die häufig umständlich anmutenden Formulierungen in der Paarform zu kürzen – und gewährleisten gleichzeitig die Ansprache aller Geschlechter, auch jenseits der Kategorien Frau oder Mann.

Beispiele aus dem neuen Gender-Wörterbuch

  • Rednerliste = Redeliste
  • Teilnehmerliste = Teilnahmeliste
  • Wählerverzeichnis = Wählendenverzeichnis
  • Antragsteller = antragstellende Person
  • Erziehungsberechtigter = erziehungsberechtigte Personen
  • keiner, keine = niemand
  • Rednerpult = Redepult
  • jeder, jede = alle
  • Bewerber sollten … = Wer sich bewirbt, sollte …

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