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Güter- oder Personenzüge

Güter- oder Personenzüge

Das mehrmals verschobene Bahnprojekt, bei dem Hochgeschwindigkeitszüge zwischen China und Thailand fahren sollen, findet immer neue Wege, einen zu enttäuschen.

Im Dezember gab Thailand schließlich grünes Licht für die Umweltverträglichkeitsstudie (EIA), um die letzten Hürden aus dem Weg zu räumen, die dem Verlegen der Gleise noch im Wege standen. Die chinesischen Medien verkündeten, dass mit den Bauarbeiten unverzüglich begonnen wird.

Inzwischen gibt es aber Berichte darüber, dass die thailändische Regierung die Strecke womöglich nur für Güterzüge nutzen will.

Auf der Weltinternet-Konferenz in Wuzhen, sagte Wallob Mueangkaew, Generalsekretär der thailändischen Nationalversammlung gegenüber der South China Morning Post, dass die Hochgeschwindigkeitsstrecke viel koste, aber wenig beliebt sei, und daher würde es aus wirtschaftlicher Sicht sinnlos sein, diese für den Personenverkehr zu nutzen.

Die Kosten betragen Milliarden von Dollar, daher müssen wir mindestens neun oder zehn Millionen Passagiere jährlich befördern – im Vergleich zu Thailands Bevölkerung von 60 oder 70 Millionen“, sagte Wallob der chinesischen Zeitung. „Ich würde mir wünschen, dass China deutlich macht, wie die Bahnstrecke genutzt werden soll.“ Es sei planbar, wie viele Güter mit der Eisenbahn transportiert werden könnten.

Die Gründe für die hohen Kosten der Strecke sind mehrere Rückschlägen und Verzögerungen, die über die Jahre immer wieder eintraten. Im Juli letzten Jahres stimmte die thailändische Regierung schließlich einem Budget von 5,2 Milliarden Dollar für die erste Bauphase zu. Bei dieser handelt es sich um eine 253 Kilometer lange Strecke von Bangkok nach Nakhon Ratchasima. Laut Vereinbarung mit den Chinesen finanziert Thailand die Strecke, während China seine Expertise beisteuert und den Bau beaufsichtigt.

Laut Wallob wird immer noch versucht die Frage zu klären, ob die Strecke für den Personen- oder Güterverkehr benutzt werden soll. Unterdessen arbeiten beide Seiten schon an der Verlängerung der Strecke von Nakhon Ratchasima ins 600 Kilometer nördlich gelegene Nong Khai an der laotischen Grenze.

Sobald die beiden Phasen fertig gebaut sind, kann die Bahn mit der Strecke von China nach Laos verbunden werden, die zurzeit gebaut wird. Fahrgäste könnten dann mit der Bahn in weniger als vier Stunden von Bangkok in die laotische Hauptstadt Vientiane fahren und von dort weiter ins chinesische Kunming.

Es gibt zudem noch die Hoffnung, dass die Strecke in den Süden ausgebaut wird, so dass die Eisenbahn von Bangkok aus über Kuala Lumpur bis nach Singapur fährt. Das gehört zur chinesischen Politik One Belt, One Road, einer Initiative, die den (chinesischen) Handel und die Verkehrsinfrastruktur verbessern soll.

Wallob sagte jedoch, dass China intensiver darüber nachdenken sollte, wie die „Kosten minimiert und die Profite maximiert“ werden könnten für Länder, die an der chinesischen „Belt-und-Road-Initiative“ (BRI) teilnehmen.

In den letzen Wochen des Jahres gab es für die Chinesen einen Rückschlag, denn Pakistan, Nepal und Burma haben Pläne verworfen und wollen diese nicht im chinesischen Sinne verwirklichen, wonach drei kostspielige Hydrokraftwerkprojekte, die zusammen fast 20 Milliarden Dollar gekostet hätten, nun doch nicht gebaut werden. Die Projekte waren von chinesischen Unternehmen im Rahmen der BRI geplant worden.

Ähnliche Kritik gibt es auch von anderen Entwicklungsländern, bei der es vor allem um die hohen Kosten chinesischer Projekte geht.

Ein Beispiel hierfür ist der Plan, dass zwei chinesische Firmen in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh die höchsten Türme der Welt bauen wollen. Die Wolkenkratzer wären 560 Meter hoch, und damit 372 Meter höher als das höchste Gebäude in Kambodscha. Es ist aber unklar, wie das Projekt finanziert werden soll, wenn vorher nicht feststeht, ob es für die Räume in den jeweils 133 Stockwerken auch genügend Mieter bzw. Käufer gibt.

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