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Goldene Gans durch Besteuerung bedroht

Goldene Gans durch Besteuerung bedroht

Auf die kleinen und mittelständischen Betriebe, einer von Thailands Wirtschaftsmotoren, kommen umfassende Änderungen zu: Die Betriebe sollen ihre Steuern korrekt entrichten.

Die Steuerbehörde sprach gegenüber den kleinen und mittelständischen Betrieben (SMEs) eine ernstzunehmende Warnung aus: Falls die neuen Steuervorschriften nicht beachtet werden, drohen ab Oktober hohe Bußgelder und Haftstrafen von bis zu 20 Jahren.
Die Drohung hörte sich ähnlich an wie die gegenüber den Migrantenarbeitern und ihren Arbeitgebern. Hier erließ die Regierung eine neue Verordnung mittels Dekret. Verstöße gegen die neuen Vorschriften werden auch hier mit hohen Geldstrafen und sogar Haft bedroht. Daraufhin begann ein Exodus von Migranten, die zu Zehntausenden das Land verließen.

Die Maßnahmen stellen durchaus einen Schritt in die richtige Richtung dar, weil Thailand signalisiert, sich an internationale Arbeitsschutzgesetze halten zu wollen. Allerdings kamen die neuen Vorschriften überraschend und ohne Übergangsperiode, die den Arbeitgebern und Migranten erlaubt hätte, sich anzupassen. Der Exodus der Arbeiter führte zu Chaos in vielen Wirtschaftszweigen und geht zu Lasten der Wirtschaft, die auf die vielen Gastarbeiter angewiesen ist. Premierminister General Prayuth Chan-ocha war schließlich zur Kehrtwende gezwungen und setzte das Dekret mit einem neuen Dekret bis Ende des Jahres außer Kraft, damit sich alle Betroffenen auf die neuen Gesetze einstellen können.

Ähnliches passierte nun bei der Steuerbehörde. Diese kündigte an, dass SMEs korrekt Steuern abführen sollen. Auch das ist vollkommen richtig, und die Ankündigung soll nicht kritisiert werden, zumal die Körperschaftssteuern der SMEs neben der Mehrwertsteuer eine wichtige Einnahmequelle des Staates ist. Es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass sich Hunderttausende Betriebe innerhalb von wenigen Wochen umstellen können.
SME-Unternehmer und Steuerberater wurden darüber informiert, dass die neuen Steuergesetze ab 1. Oktober gelten, dem Beginn des Steuer- und Haushaltsjahres 2018. Ab diesem Datum wird jede Verfehlung, zum Beispiel falsch eingereichte Abrechnungen zum Zweck der Absetzung von der Steuer mit hohen Geldstrafen und sogar Haft bestraft.
Steuerberater und Buchhalter sind ebenfalls betroffen, weil auch sie haftbar gemacht werden. Die Intention der Regierung, die Steuergesetzgebung buchstabengemäß durchzusetzen, ist im Prinzip richtig. Aber hier steckt der Teufel im Fristablauf – den Betroffenen sollte mehr Zeit gegeben werden, damit sie sich darauf einstellen können.

Wenn die Übergangszeit nicht mindestens bis Anfang 2018 verlängert wird, könnten viele SMEs im ganzen Land darunter leiden. In der Zwischenzeit sollte es weitere Seminare, öffentliche Anhörungen und andere Informationskampagnen geben, damit sich die oft altmodisch geführten SMEs anpassen können, die durchaus versuchen, auf die eine oder andere Weise Steuern zu sparen, was vielleicht nicht immer legal ist. Wenn den SMEs der neue juristische und moralische Standard deutlich gemacht wird, würde die Regierung etwas Gutes für eine dauerhafte Wirtschaftsleistung tun.

Nach grober Schätzung werden 60 Prozent der thailändischen SMEs in guter alter Geschäftsmanier geführt, das heißt, es werden eine Reihe von Methoden angewandt, um Steuern zu sparen oder gar nicht zu zahlen. Dieses Steuerökosystem scheint sich wegen moderner Zahlungsmethoden aber langsam in Luft aufzulösen. Es wäre also für diese Betriebe kaum möglich zu überleben, wenn sie nicht korrekt ihre Steuern entrichten.
Dementsprechend muss sich die ältere Generation, die diese Betriebe führt, nach und nach an das neue und ungewohnt transparente Steuersystem anpassen, und sie verdient es, dass ihr dafür ein genügend langer Zeitraum eingeräumt wird. Stattdessen wird den Leuten mit jahrelangen Freiheitsstrafen gedroht. Das ist nicht weise, denn auf diese Weise wird der Gans, die goldene Eier legt, womöglich ernsthafter Schaden zugefügt.

Beitragsquelle : http://www.nationmultimedia.com/detail/opinion/30321351

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