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Göttinnen im Bangkoker Nationalmuseum

Göttinnen im Bangkoker Nationalmuseum
Göttinnen im Bangkoker Nationalmuseum

In einer Sonderausstellung des Bangkoker Nationalmuseums kann der Besucher eine Zeitreise durch die Welt der Göttinnen erleben.

Das Amt für Bildende Künste organisierte diese Sonderausstellung mit dem Titel „Weibliche Gottheiten: Buddhismus, Hinduismus und heimische Kulte in Thailand“, im Nationalmuseum in Bangkok. Das Ziel ist es, das Wissen über Glauben in Bezug auf Frauen in Thailand anhand religiöser Statuen zu vertiefen.

Die Ausstellung gliedert sich in vier Teile.

Göttinnen: Traditioneller Glauben der Vergangenheit.
Göttinnen im Brahmanismus-Hinduismus: Die absolute Macht der Weiblichkeit.
Weibliche Gottheiten im Buddhismus: Die Macht des Intellekts.
Göttinnen im traditionellen Glauben: Die Macht der Natur.

In der ersten Abteilung ist zu sehen, dass Menschen seit prähistorischen Zeiten an die Existenz von Göttinnen glauben. Sie sind der Ansicht, dass Göttinnen übernatürliche Kräfte besitzen, mit denen sie Teile der Natur kontrollieren können. Demnach glauben Menschen, dass sie die Natur beeinflussen können, wenn sie Göttinnen verehren. Die Muttergöttin oder Erdgöttin soll beispielsweise für die Fruchtbarkeit von Frauen und deren natürliche Mutterinstinkte verantwortlich sein.

Skulpturen von Frauen aus antiken Zivilisationen in Europa, Asien, Amerika und Afrika beweisen, wie weit verbreitet der Glaube an die Macht der Göttinnen und der hohe Status von Frauen in dieser Zeit war. Die deutlichsten Merkmale sind die breiten Hüften, die auf ein gebärfreudiges Becken hinweisen, und große Brüste, die zeigen, dass die Frauen stillen können.

In Thailand siedelnde antike Zivilisationen glaubten, dass Frauen Zauberkräfte besaßen, weil sie Kinder gebaren und natürliche Mutterinstinkte entwickelten. Kunstobjekte mit weiblichen Symbolen wurden geschaffen, um den Frauen und Göttinnen Respekt zu zollen.

Der Glaube an die Macht von Frauen wurde markant, als der Hinduismus und der Buddhismus die indochinesische Halbinsel erreichte.

In der zweiten und dritten Abteilung der Ausstellung erfahren Besucher, dass während der Ausbreitung des Buddhismus und Brahmanismus-Hinduismus in der Region, die damals Suvarnabhumi (Goldland) genannt wurde, mehr und mehr Menschen weibliche Gottheiten in einer Kombination aus ursprünglichem Glauben (Animismus) und Göttinnen aus den unterschiedlichen Religionen Indiens anbeteten.

Die Beweise in Gestalt von Kunstobjekten geben Hinweise darauf, dass der Glaube an weibliche Gottheiten im Brahmanismus und Hinduismus während des fünften bis achten Jahrhunderts nach Thailand kamen und sich über die Sukhothai- und Ayutthaya-Periode bis heute hielten.

Im Mittelpunkt des Shaktismus steht der Glaube an Shakti oder Devi. Durga ist die Göttin der Macht und Stärke, Lakshmi die Göttin von Wohlstand und Glück, Saraswati die Göttin von Musik, Kunst, Weisheit und des Studiums. Die drei Göttinnen helfen der Dreieinigkeit Brahma, Vishnu und Shiva das Universum zu erschaffen, zu erhalten und zu erneuern.

In der vierten Abteilung sind Skulpturen einheimischer Göttinnen wie die Erdgöttin oder die Reisgöttin zu sehen. Ausgestellt ist auch Mae Sue (der Schutzengel für Neugeborene) sowie ein thailändisches Manuskript über Mae Sue.

Die traditionelle thailändische Gesellschaft gründet sich auf Landwirtschaft und hofft auf gute Ernten, die hauptsächlich von der Natur abhängig sind. Daher haben Thais seit der Antike versucht, indirekt die Natur zu beeinflussen, indem sie Göttinnen anbeteten, denen Macht über die Natur zugeschrieben wurde.

Thais glauben gleichzeitig, dass Göttinnen die Quelle der Fruchtbarkeit in der Natur sind und damit auch beim Menschen. Die Ankunft von Buddhismus und Hinduismus in Thailand ersetzte keinesfalls den animistischen Glauben der Menschen, sondern beeinflusste ihn nur dahingehend, wie die Gottheiten angebetet werden.

Die Ausstellung ist auf jeden Fall sehenswert, nicht nur, weil gezeigt wird, welche Rolle weibliche Gottheiten spielen, sondern sie auch eine Antwort auf die Frage gibt, weshalb thailändische Buddhisten Hindugötter verehren, obwohl sie eigentlich Animisten sind, weil sie Bäume verehren oder an Hausgeister glauben.

Die Ausstellung ist noch bis zum 26. Juli im Nationalmuseum in Bangkok zu sehen. Geöffnet ist sie von 9 und 16 Uhr. Der Eintritt beträgt für Thais 30, für Ausländer 200 Baht.

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