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Gier: Der Ruf nach thailändischen Werten wird lauter

Gier: Der Ruf nach thailändischen Werten wird lauter

Das frische Gesicht der thailändischen Tourismusindustrie verblasst langsam. Einst war sie eine blühende, strahlend schöne junge Dame, heute ist sie eine faltige Matrone in mittleren Jahren, die in einer Midlife-Crisis steckt.

Und doch, trotz der vielen Jahre, war es ihr möglich, ungeheuer attraktiv zu bleiben und damit ein leuchtender Stern in den ASEAN-Ländern und in der ganzen Welt zu sein. Laut der Welttourismusorganisation (UNWTO) gehörte Thailand 2012 und 2013 mit 22,4 Millionen und 26,5 Millionen Gästen zu den Top-Ten-Ländern, was die Anzahl der Besucher anbelangte. 2012 wurden 33,8 Milliarden und 2013 42 Milliarden US-Dollar generiert.

Anscheinend ist der Charme immer noch unwiderstehlich. Aber zuletzt ist vielleicht einfach zu viel passiert: Politische Unruhen, monatelange Straßenproteste, Putsch und Kriegsrecht, vorübergehende Ausgangssperre und zuletzt mehrere Touristenmorde. Es stellt sich die Frage, wie lange die Tourismusindustrie die Besucher noch nach Thailand locken kann und wie lange es noch einen Kuchen gibt, der geteilt werden kann. Die Frage stellt sich umso dringender, weil die Nachbarstaaten Vietnam, Laos und Burma sich jetzt am Wettbewerb beteiligen und ihrerseits Touristen ins jeweilige Land holen wollen.

Das Gesicht Thailands muss geliftet werden, um weiter voranzukommen. Tourismusexperten sind allerdings der Meinung, dass mehr benötigt wird als ein oberflächliches Lifting. Die Tourismusindustrie muss vollständig umgebaut werden, angefangen beim Ministerium und zuständigen Behörden bis hin zum Privatsektor und den Gemeinden.

Politische und wirtschaftliche Stabilität ist die Voraussetzung für ein weiteres Wachstum der Industrie. Der neuen Ministerin für Tourismus und Sport steht eine schwere Aufgabe bevor.

Unsichere Zukunft?

Sugree Sithivanich, Vize-Gouverneur des thailändischen Fremdenverkehrsamtes TAT, ist sich über die Zukunft der Tourismusindustrie nicht ganz sicher.

Thailand wird die Tourismusindustrie in der Region zunächst weiter anführen, aber es ist zweifelhaft, was die Zukunft bringt. Der Hauptgrund ist, dass die Moral der Thais heutzutage einfach schrecklich ist“, behauptete er.

Viele fragen, ob der Slogan „Land des Lächelns“ noch Gültigkeit hat, wenn immer mehr internationale Touristen betrogen, belästigt, missbraucht oder ermordet werden.

„Thailands Tourismus wird nicht vorankommen, wenn Thais ihre Einstellung nicht ändern“, sagte Sugree. „Eine Reihe von Reiseveranstaltern übervorteilen Touristen, die Anzahl der Betrugsdelikte steigt. Die Moral der Thais und deren Integrität haben sich zum Negativen hin verändert. Thais sollten nicht die Goldene Gans schlachten, denn das sei nicht klug“, fügte er hinzu.

Sumet Sudasna, Präsident des thailändischen Konferenzverbandes, sagte, dass viele Reiseveranstalter gierig seien, während Polizei und Behörden die Augen davor verschließen. Thailand, so sagte er, habe eine arglistige und illegale dunkle Seite. „Wenn wir diesen Weg weitergehen und die Probleme übersehen, dann wird das Land innerhalb von fünf Jahren das Vertrauen der Touristen verspielen“, sagte er.

Neue Wettbewerber

Laut TAT entwickelten die Leute in Burma und auf Bali in Indonesien eine Freundlichkeit und eine Willkommenshaltung gegenüber internationalen Touristen, das eigentlich zu den Werten Thailands gehörte und in Tourismushochburgen wie Phuket, Krabi oder Koh Samui aber nicht mehr zu finden ist.

Zu den Hauptgründen gehört, dass viele Reiseziele von profitorientierten Geschäftsleuten und Reiseveranstaltern ausgebeutet werden. Manchmal handelt es sich um Mafiosi, die das lokale Geschäft dominieren.

Heutzutage, so Sugree, seien die Strände in Burma immer noch unverdorben, genauso wie beispielsweise der Boracay Beach auf den Philippinen oder die spektakuläre Halong Bay in Vietnam.

Wenn diese Länder in naher Zukunft bequemere Transportmittel und Tourismuseinrichtungen bieten können, dann hat Thailand ernstzunehmende Wettbewerber.

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