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Getöteter burmesischer Journalist war Leibwächter von Suu Kyi

Ein burmesischer Journalist, der in Armeegewahrsam starb, war einst ein demokratischer Aktivist und Leibwächter von Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi. Das erklärte die Witwe des Opfers und sprach auch über ihre Befürchtungen, dass wohl nie geklärt würde, wie ihr Mann starb, da das Militär immer noch erhebliche Macht innehat.

Than Dar, die Frau des ermordeten Journalisten Par Gyi, sagte in einem Interview, sie plane eine internationale Kampagne, um herauszufinden, was mit ihrem Mann passiert sei.

Eine Fotografie an der Wand ihres zweistöckigen Holzhauses zeigt sie mit einem lächelnden Par Gyi und ihrer gemeinsamen Tochter zusammen mit Suu Kyi. Die Familie erhielt ein Kondolenzschreiben der Nobelpreisträgerin.

Par Gyi war am 30. September 2014 verhaftet worden, nachdem er eine Fotoserie abgeschlossen hatte, in der er Scharmützel des Militärs und der Karen-Rebellengruppe Demokratic Karen Benevlorent Army (DKBA) fotografierte. Par Gyi starb laut der burmesischen Hilfsorganisation für politische Gefangene (AAPP) wenige Tage später am 4. Oktober.

Die AAPP bezweifelt ein Statement des Militärs an, in dem es heißt, Par Gyi sei „auf der Flucht erschossen“ worden, nachdem er einem Soldaten ein Gewehr gestohlen hatte. Das Militär bestreitet nicht, Par Gyi festgenommen zu haben, weil man glaubte, er sein ein Mitglied der Organisation der Karen-Rebellen.

Than Dar vermutet, er starb bei der Folter, was dazu führte, dass das Militär heimlich die Leiche vergrub. Sie bat die Polizei darum, die Leiche zu exhumieren, damit bei einer Autopsie die Todesursache festgestellt werden kann.

Die Regierung gab zu dem Todesfall keine Stellungnahme ab.

Than Dar sagte, sie habe eine Gruppe aus 59 gesellschaftlichen und politischen Organisationen aus dem ganzen Land gebildet, die zusammenarbeiten wollen, um auf die Regierung Druck auszuüben, damit der Tod des Journalisten aufgeklärt werden kann.

Wir gründen ein Komitee mit Bürgern, Rechtsanwälten und Ärzten, um zu beobachten, wie die Polizei die Ermittlungen durchführt“, sagte sie, auf dem Boden ihres Hauses sitzend, umrundet von einem halben Dutzend Reportern. „Wir werden auf Polizei und Regierung Druck ausüben.

Nach 49 Jahren Militärherrschaft kam 2011 eine semi-zivile Regierung an die Macht und begann mit politischen und wirtschaftlichen Reformen. Aber Menschenrechtsorganisationen sagen, die Regierung sei im Laufe des Jahres immer wieder gegen Journalisten vorgegangen, und sie werfen dem Militär vor, weiterhin Menschenrechte zu verletzen.

Suu Kyi stand fast zwei Jahrzehnte unter Hausarrest, nachdem die Militärregierung die Ergebnisse der Wahl 1990 missachtete, die Suu Kyi mit ihrer Partei gewonnen hatte. Sie wurde 2010 freigelassen und gewann zwei Jahre später einen Parlamentssitz bei Nachwahlen.

Par Gyi war ein Mitglied der pro-demokratischen Studentenbewegung Tri-Color, deren Mitglieder Suu Kyi zwischen 1988 und 1990 als Leibwächter dienten, erzählte Than Dar. Auch wenn er nicht länger als Bodyguard arbeitete, so blieb der Mitglied der Organisation und auch in Kontakt mit Suu Kyi. Er habe an ihrer Geburtstagsparty im Juni teilgenommen.

Zurückhaltende Polizei

Nachdem Par Gyis Tod bestätigt wurde, bemühte sich Than Dar zum für die Ermittlungen zuständigen Polizeirevier und erkundigte sich nach dem Stand der Dinge. Die Polizei sei in Bezug auf die Ermittlungen jedoch zurückhaltend gewesen mit der Begründung, sie würde vom Militär unter Druck gesetzt.

Than Dar glaubt nicht, dass die Polizei faire Ermittlungen durchführt. „Jeder weiß, dass die Polizei nicht unabhängig ermitteln kann. Das Militär kontrolliert hier alles, daher haben wir wenig Hoffnung.

Than Dar, die wegen Verleumdung der Regierung zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt wurde, von der sie fünf Jahre absaß, sagte, sie habe ab 29. September mehrere Militäreinheiten aufgesucht, um Informationen über ihren verschwundenen Ehemann zu erhalten. Sie habe aber nichts erfahren. Am 23. Oktober habe sie vom Tod ihres Mannes erfahren, als ein burmesischer Journalist auf seiner Facebook-Seite die Nachricht verbreitete. Er behauptete in diesem Posting, Par Gyi sei 19 Tage zuvor vom Militär ermordet worden.

Am nächsten Tag veröffentlichte das Militär ein Statement und bestätigte den Tod von Par Gyi. Er habe einem Soldaten bei einem Fluchtversuch die Waffe gestohlen, hieß es. Weshalb er heimlich bestattet und die Familie nicht informiert wurde, steht in dem Statement nicht.

Das Militär behauptete später, Par Gyi habe mit rebellischen Karen zusammengearbeitet und ihnen Informationen zukommen lassen. Daher befand er sich auch in der Gegend, als das Militär sich Scharmützel mit Karen lieferte. Than Dar dementiert das und sagt, ihr Mann sei kein Informant, sondern Journalist gewesen. Auch die Karen dementierten, dass er etwas mit ihrer Rebellenorganisation zu tun gehabt habe.

Unterschiedliche Rebellengruppen bekämpfen seit der Unabhängigkeit Burmas 1948 die Zentralregierung. Zwar vereinbarte die jetzige Regierung mit den meisten Fraktionen einen Waffenstillstand, aber häufige Scharmützel unterminieren den angeblichen Willen der Regierung, vor den Wahlen einen nationalen Friedensvertrag zu unterzeichnen.

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