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Geschichte von Ayutthaya

Geschichte von Ayutthaya

Ein vollbesetzter Minibus, dessen Fahrer sich vor der Abfahrt neben das Auto kniete und zu Buddha betete, soll ihn und seine Freundin Darling von Bangkoker Bahnhof Hua Lamphong nach Ayutthaya bringen. Ihm scheint, je weniger die Fahrt kostet, umso schneller wird man zum Zielort befördert. Sie durchrasen die Landschaft.

Ayutthaya ist eine historische und geschichtsträchtige Stadt, die er sich unbedingt ansehen will. Die Zerstörung der ehemaligen Hauptstadt durch die Burmesen 1767 gilt als das schwärzestes Datum in der Geschichte des Landes, und die Thais haben diese Schmach bis heute nicht verschmerzt.

Ayutthaya wurde 1351 gegründet und war 416 Jahre lang die Hauptstadt des siamesischen Königreiches gleichen Namens. Nach dem Untergang wurde die Hauptstadt ins heutige Bangkok verlegt.

König Ramathibodi I. hatte Ayutthaya am 4. März 1351 als Hauptstadt des neuen Königreiches gegründet. Das Königreich, das keine definierten Grenzen hatte, konnte in den folgenden Jahrhunderten seinen Einflussbereich immer weiter ausdehnen, obwohl der Einfluss manchmal auch wieder zurückging.

Wegen der fließenden Grenzen zu den Nachbarn wurde in den Außenbezirken nur unregelmäßig Tribut gezahlt. Einige der Gebiete gehörten gleichzeitig unterschiedlichen Reichen an oder wurden vorübergehend unabhängig.

Ayutthayas Handelswege waren weit verzweigt. So trieb es Handel mit China und Vietnam (damals Annam), mit Indien, Japan und Persien. Noch weiter entfernt waren Holland, Spanien und Portugal oder Frankreich. Den Franzosen wurde gestattet, Handelsniederlassungen vor den Stadttoren zu eröffnen.

Da die Franzosen die ersten Westler waren, die sich in Siam ständig ansiedelten, ist nicht ausgeschlossen, dass in dieser Zeit das Wort farang geprägt wurde, das von dem französischen Wort für Franzose, Français, stammen könnte.

König Narai (1656-1688) hatte Beziehungen zu König Ludwig XIV. Dessen Diplomaten verglichen Ayutthaya, was Wohlstand und Größe der Stadt anbelangte, mit Paris. Ayutthaya war eine für damalige Verhältnisse große Stadt. Anfang des 18. Jahrhunderts sollen hier eine Million Menschen gelebt haben.

Am größten war das Einflussgebiet von Ayutthaya während der Herrschaft von König Naresuan, der um 1600 lebte. Das Gebiet Ayutthayas reichte von den Shan-Staaten im Nordwesten bis zum Irrawady in Burma und von Lanna (heutiges Nord-Thailand) und Yunnan in Südchina über Lan Xang (heute Laos) bis zum heutigen Südvietnam und Kambodscha und im Süden zu den malaiischen Sultanaten.

Es hatte zuvor schon öfter Auseinandersetzungen mit den Burmesen gegeben, die 1765 mit einem Großangriff auf Siam begannen. Mit zwei Armeen nahmen sie Ayutthaya in die Zange. Im Februar 1766 erreichten die Truppen Ayutthaya und begannen eine ein Jahr dauernde Belagerung.

Die Siamesen wollten aufgeben und sich unterwerfen, aber die Burmesen strebten nach völliger Vernichtung. Während eines Brandes flohen viele Einwohner. Als ein Teil der Stadtmauer einstürzte, stürmten die Burmesen die Stadt.

Die Eroberer, die auch siamesische Söldnertruppen befehligten, hausten wie die Vandalen. Sie plünderten Tempel und Schätze, schmolzen das Gold ein und transportierten es ab. Große Kanonen wurden im Fluss versenkt, kleinere verschifft. Die Siamesen wurden zusammengetrieben und nach Burma deportiert. Dort kamen nicht viele an. Siamesische Plünderer gaben der Stadt den Rest, die zur menschenleeren Ruine wurde.

Der König war tot, das Siamesische Königreich am Ende. Ein General namens Paya Taksin setzte sich auf den Thron und wurde König Taksin. Durch geschickte Diplomatie entging er der Unterwerfung durch die Burmesen und gründete in Thonburi die neue Hauptstadt, die zum heutigen Bangkok gehört.

Die Akademie der Künste begann 1956 mit Ausgrabungen und der Restaurierung von Tempelanlagen.

Zu sehen sind in Ayutthaya mehrere Tempelruinen in einem Geschichtspark, der 1991 Weltkulturerbe der UNESCO wurde.

Die tragische Stille, die über den Ausgrabungsstätten zu liegen scheint, wird von den Besuchern offensichtlich gern als besonderer Charme der Ruinenstadt bezeichnet.

Pedro B. Erger

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