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Gegrillte Seepferdchen

Gegrillte Seepferdchen

Das Fischereiamt teilte auf Anfrage mit, man könne nicht verhindern, dass in Restaurants gegrillte Seepferdchen am Spieß angeboten werden. Die Seepferdchen gelten in Thailand nicht als geschützte Art. Allein Im- und Export der Spezies sei verboten.

Umaporn Pimonbutr, Vizedirektorin des Fischereiamtes, teilte dies auf Anfrage des Fernsehsenders Thai PBS mit. Ein Tourist hatte in einem Lokal auf dem Floating Market in Pattaya die gegrillten Seepferdchen entdeckt und den Sender angerufen. Die herbei geeilten Journalisten wunderten sich, wieso es erlaubt ist, dass Seepferdchen zum Verzehr angeboten werden, pro Stück für 150 Baht.

Der Eigentümer sagte, die Seepferdchen seien echt und vor allem bei chinesischen Touristen beliebt.

Im Washingtoner Artenschutzabkommen werden Seepferdchen auf Liste 2 geführt, das bedeutet laut Umaporn, dass der Im- und Export dieser Tierart verboten ist. In Thailand sei dies ihren Aussagen zufolge ein Schlupfloch, denn da die Tiere nicht geschützt sind, wird mit ihnen dennoch gehandelt.

Sie sagte, sie sei erstaunt, dass man Seepferdchen essen könne, sie seien doch so klein.

Seepferdchen gelten vor allem in China, aber auch in Südostasien als Aphrodisiakum.

Hauptsächlich geht der Bestand der Seepferdchen zurück, weil die Lebensräume dieser Fischart immer weiter eingeschränkt werden. Verlässliche Zahlen gibt es hierüber jedoch nicht. Niemand weiß genau, wie viele Seepferdchen pro Jahr schlüpfen bzw. versterben.

Umaporn meinte zunächst, man könne den Händler bestenfalls verwarnen, viel mehr könne man nicht tun. Als die Angelegenheit in den Medien hohe Wellen schlug, meldete sie sich erneut zu Wort und sagte, man werde das kommerzielle Fischen von Seepferdchen innerhalb eines Monats verbieten.

Das geplante Verbot werde nach einem für das Fischereigesetz geltenden Notstandsparagraphen erfolgen, der es dem Ministerium erlaubt, Schlupflöcher zu schließen, die auch genutzt werden, um im Meer lebende Seepferdchen zu fangen und kommerziell auszubeuten.

Das Verbot wird sich darauf stützen, dass sieben Arten von Seepferdchen in Thailand als geschützte Spezies gelistet werden.

Thailand hatte früher den Export von zehn bis 15 Tonnen Seepferdchen gestattet, vor allem nach China. Angeblich soll es sich um Zuchttiere gehandelt haben, nicht um Fische, die im Meer gefangen wurden.

Umaporn sagte, es gäbe womöglich Leute, die Seepferdchen den umgekehrten Weg schmuggeln, nämlich nach Thailand, weil es in chinesischen Apotheken eine große Nachfrage nach dieser Fischart gebe.

Anders als die Behörden wurde die Geschäftsführung des Floating Market in Pattaya sofort tätig: Geschäftsführer Manas Meepong teilte mit, dass man den Geschäften dort untersagt habe, geschützte Meerestiere zu verkaufen, und dazu gehörten auch Seepferdchen. Zudem wurde der Laden geschlossen und die Lizenz mit sofortiger Wirkung zurückgezogen.

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