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Gefährliches Reiseziel Thailand

In einem neuen Buch wird behauptet, dass Thailand, bekannt als „Land des Lächelns“, das gefährlichste Touristenziel der Welt ist. Der australische Autor John Stapleton erklärt in „Thailand: Deadly Destination“ (Thailand: Tödliches Reiseziel), warum weniger Touristen als geschätzt nach Thailand reisen. Der Tourismusboom habe zu Hass und Verachtung gegenüber Ausländern geführt. Die Todesfälle unter Touristen seien der größte Skandal in den Annalen des modernen Tourismus.

Thailands sorgfältig aufgebautes Image als Land der Palmen und sonnenüberfluteten Strände, Happy-Hour-Bars, der Gastfreundschaft, mit Hotels der Weltklasse in einem Paradies auf Erden ist in Wirklichkeit ganz anders, als viele Touristen glauben, sagt Stapleton in seinem kürzlich erschienenen Buch.

Das schnelle Wachstum der thailändischen Tourismusindustrie ist ein Triumph von Werbung und Imagepflege, die den Westen Glauben macht, dass Thais Fremde gerne empfangen.

In Wahrheit sind die Beziehungen zwischen ethnischen Thais oft schwierig. Je mehr Touristen kommen, umso größer die Spannungen, die im Kontrast zu den Aussagen der Werbekampagnen stehen.

Während viele Ausländer das Land glücklich verlassen, so gibt es Tausende Reisende aus Europa, Amerika, Australien, Indien und dem Nahen Osten, sowohl Kurzzeittouristen als auch Expats, die das Land verarmt, verzweifelt und verängstigt verlassen und nie mehr zurückkehren wollen.

Ein Menschenleben ist in Thailand billig. Die Todesfälle von Ausländern erregen oft keine Aufmerksamkeit, sie werden nicht einmal aufgezeichnet.

Stapleton arbeitete als Reporter für die australischen Zeitungen „The Sydney Morning Herald“ und „The Australian“. Seit den 70er Jahren machte er immer wieder Urlaub in Thailand, bevor er 2010 dorthin auswanderte.

Weil er mehrmals überfallen und ausgeraubt wurde, interessierte er sich schließlich für das Wohlergehen der Touristen. Als skandalös bezeichnet er das Verhalten der Polizei, die wenig Interesse daran hat, Ausländern zu helfen, die ein Verbrechen anzeigen wollen.

Es ist laut Stapleton in Thailand ganz normal, dass Bars und Clubs Schmiergelder an die lokale Polizei und Gemeindeverwaltungen zahlen, damit der Betrieb überhaupt öffnen darf. Wenn eine Bar, ein Pub oder ein Massagesalon diese Zahlungen nicht vornimmt, dann wird der Betrieb geschlossen. Die Polizei arbeitet nicht für die Interessen der Besucher, weil die Polizisten von den Bar- und Clubeigentümern bezahlt werden. Sollten sich Vorfälle ereignen, über die Touristen sich beschweren, zucken die Polizisten nur mit den Schultern.

Thailands vielfach gepriesene Tourismusindustrie macht 10 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus und geriet wegen andauernder politischer Unruhen und dem anschließenden Putsch erheblich unter Druck. Hinzu kam der Doppelmord auf Koh Tao an zwei britischen Touristen im September 2014 und das andauernde Kriegsrecht.

In den ersten neun Monaten 2014 kamen etwa zwei Millionen weniger Touristen nach Thailand als zwischen Januar und September 2013. Für das Jahr 2015 sagte das Ministerium für Tourismus und Sport eine Besucherzahl von über 30 Millionen voraus, korrigierte die Zahl dann aber auf 25,5 Millionen nach unten.

Die britische Regierung veröffentlichte Zahlen, wonach zwischen Mai 2011 und April 2012 in Thailand 296 Briten starben. In demselben Zeitraum ein Jahr später waren es 389 Briten und wiederum ein Jahr später 362 Tote. Zudem wurden 267 Briten stationär in Krankenhäusern behandelt.

Was das im Land weit verbreitete Verbrechen betrifft, sagte Stapleton: Besucher in Thailand werden von ihren Reiseveranstaltern, Fluggesellschaften und Regierungen nicht gewarnt, dass Reisepässe in Thailand sehr wertvoll sind. Je nach Nationalität können Pässe auf dem Schwarzmarkt Tausende von Dollar wert sein, was einem Vielfachen Monatslohn vieler Thais entspricht.

Es gibt Banden, die Pässe auf Wunsch stehlen. Insbesondere europäische, amerikanische, australische und kanadische Pässe sind begehrt.

Es ist normale Praxis im Land, dass Pässe hinterlegt werden, wenn man ein Motorrad, Auto, Jet-Ski oder andere ein anderes Gefährt mietet. Wenn die Touristen zurückkommen, sind die Dokumente verschwunden.

Stapleton fügte hinzu, dass bei all den gegen Touristen gerichteten Diebstählen, Raubüberfällen, Erpressungen, dem Einflößen von Drogen oder den Morden nebst allen anderen zahlreichen Skandalen, die bekannte Abzockereien oder unsichere Verkehrsmittel betrifft, zu dem häufig genannten Schluss führt, dass sich Thailands Multimilliarden-Dollar-Tourismusindustrie irgendwann selbst zerstört.

Der Autor des Buches behauptet, dass diejenigen, die Thailand kennen, von den Morden an Hannah Witheridge, 23 und David Miller, 24, auf Koh Tao Mitte September 2014 nicht überrascht waren.

Er sagte, dass die internationale Berichterstattung über den brutalen Doppelmord an den britischen Touristen heraushob, was viele Langzeitbeobachter Thailands schon längst wussten, nämlich, dass die Touristenindustrie schlecht geführt wird und das Land des Lächelns als eines der gefährlichsten Reiseziele der Welt bezeichnet wird. Sehr drastisch fiel daher auch die Reisewarnung der britischen Regierung aus, die sie den jährlichen 860.000 britischen Touristen in Thailand mit auf den Weg gibt. Darin heißt es unter anderem, dass „Touristen auf dem Samui-Archipel Opfer von bösartigen unprovozierten Angriffen durch Personen und Banden wurden. Über gewalttätige sexuelle Angriffe und Raubüberfälle, die sowohl gegen Männer als auch Frauen gerichtet sind, wird regelmäßig berichtet. Touristen wurden auch ausgeraubt, nachdem sie Besucher in ihr Hotelzimmer mitnahmen. In einigen Fällen wurden Drogen in ihre Getränke gemischt. Wegen des Risikos unprovozierter Angriffe sollten Sie vorsichtig sein und aufpassen, insbesondere nachts.

Auf die Frage, weshalb er sich entschloss, das Buch zu schreiben, sagte Stapleton, er habe sich nach seiner Pensionierung gefragt, was er tun solle und habe sich entschieden, nach Thailand zu gehen. Ihm sei der Pass gestohlen worden, seine Getränke gepanscht, er sei ausgeraubt und geschlagen worden. Er kam zu dem Ergebnis, dass Thailand wohl nicht das Land des Lächelns war, das er zu kennen glaubte.

Er wollte aber unbedingt in Thailand leben und blieb drei Jahre in Bangkok und Umgebung. Anders als viele andere Expats und Touristen verbrachte er viel Zeit mit Thais. Das ermöglichte ihm einen Einblick in ihre Gedanken und er begriff, dass sie Ausländer nicht wirklich mögen. Aus diesem Grunde hätten sie keinerlei Probleme, Ausländer auszurauben. Der Ultra-Nationalstolz und die kulturell bedingte Ablehnung alles Fremden gegenüber rechtfertige Verbrechen, deren Opfer Touristen sind.

Er fügte hinzu, dass wegen der Millionen von Touristen, die jedes Jahr nach Thailand strömen, eine gewisse Neugier der Einheimischen in Ablehnung umgeschlagen sei. Von einem Ende des Landes zum anderen würde es „Ich mag keine Ausländer“ und „Thailand den Thais“ schallen.

Ausländer die meinen, dass nur Touristen etwas zustoßen könne, die sich daneben benehmen, machen sich etwas vor, sagt der Autor.

In der thailändischen Presse wurde über das Buch von John Stapleton bislang nicht berichtet. Es gab jedoch mehrere Artikel in internationalen Medien.

Das thailändische Fremdenverkehrsamt TAT nahm Stellung und sagte, dass man natürlich über das Buch enttäuscht sei. Als Organisation glaube man jedoch an Thailand als Reiseziel, ebenso wie 860.000 britische Touristen, die jährlich Thailand besuchen.

Der weitaus größte Teil der Besucher genießt einen sicheren Urlaub ohne Zwischenfälle und 65 Prozent der Touristen kehren nach Thailand zurück. Das sei ein Beweis, dass sie Thailand sehr mögen und daher Jahr für Jahr zurückkehren.

Die Anzahl wäre nicht so hoch, wenn Touristen sich nicht sicher fühlten und darüber freuen würden, Thailand zu besuchen. Unfälle, Diebstähle und Todesfälle gibt es nicht nur exklusiv in Thailand, sondern leider lese man immer wieder solche Nachrichten über Touristen aus allen Teilen der Welt, kommentierte das TAT und fügte hinzu, die Aussagen im Buch seien übertrieben.

HALLO Online fiel auf, dass dies an zwei Stellen sehr offensichtlich ist. In dem Originaltext heißt es, dass „Thailands Tourismusindustrie nach über zwölf Monaten politischen Unruhen zerfällt.“ Weiterhin heißt es, dass es „Anfang des Jahres einen blutigen Militärputsch“ gab.

Die Unruhen, von denen hier die Rede ist, dauerten nicht „über ein Jahr“, sondern von Oktober 2013 bis Mai 2014, das sind sieben Monate. Der Militärputsch am 22. Mai 2014 verlief unblutig.

Abgesehen davon ist das Wort „zerfallen“ im Zusammenhang mit der thailändischen Tourismusindustrie sicherlich falsch gewählt.

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Zum E-Book: Thailand: Tödliches Reiseziel

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