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Freundliche Kirchenbomber

Freundliche Kirchenbomber

Die moslemische Familie, die mit Selbstmordanschlägen drei Kirchen in Surabaya, der zweitgrößten Stadt Indonesiens, angriff und ein Dutzend Menschen tötete und dabei vier Kinder opferte, lebte ein komfortables Mittelklasseleben in einem Vorort und war in der christlichen Nachbarschaft als freundlich bekannt.

Einen Tag nach den Anschlägen in Surabaya erfolgten neue Selbstmordattentate, ebenfalls in Surabaya und ebenfalls von einer Familie diesmal auf das Polizeihauptquartier der Stadt.

Indonesien, das vor allem in deutschen Medien immer wieder als moslemisches „Musterländle“ gepriesen wird, ist alles, nur das nicht.

Nachbarn sagten, es habe keine Anzeichen gegeben, dass die Familie Anschläge auf Kirchen plane. Präsident Joko „Jokowi“ Widodo verurteilte die Anschläge als barbarisch und jenseits der Menschlichkeit. Die Familie lebte seit 2010 in der Gemeinde Wonorejo Asri und hatte ein gutes Einkommen. Der Vater verkaufte Heilkräuter, berichteten Nachbarn.

Das Verbrechen kann an Schrecklichkeit kaum überboten werden.

Laut Polizei fuhren die beiden Söhne, 16 und 18 Jahre alt, mit einem Motorrad auf einen Kirchhof und sprengten sich dort in die Luft. Die Mutter griff mit ihren Töchtern im Alter von acht und zwölf Jahren eine zweite Kirche an. Die drei trugen Sprengstoffgürtel und sprengten sich dort in die Luft. Der Vater griff mit einer Autobombe eine dritte Kirche an. Alle sechs Attentäter starben bei den Anschlägen.

Raith Yunnanto, die zwei Häuser neben der Familie wohnte, sagte, die Familie sei zu ihr, einer Christin, immer nett gewesen. Sie sei mit der Mutter oftmals zusammen einkaufen gegangen und sie hätten auch oft Lebensmittel getauscht.

Die Familie hatte nichts Merkwürdiges an sich, sie waren wie jede andere gläubige moslemische Familie“, sagte sie. „Ihr Verhalten und ihre Art sich zu kleiden erinnerte an ganz normale Moslems.“ Es sei schwierig sich vorzustellen, wieso sie eine derartig barbarische Tat gegen Christen ausführen konnte. „Das Ehepaar besuchte mich, als ich ein Kind bekam und als meine Kinder krank waren.

Sie erzählte, sie habe einige Familienmitglieder zuletzt gesehen, als die Töchter mit anderen Kindern vor ihrem Haus einen Tag vor dem Anschlag Fahrrad fuhren.

Der älteste Sohn, berichtete sie, sei aus der Schule gekommen, er habe ein farbenfrohes Batikhemd getragen, ein Symbol für die Unterschiedlichkeit Indonesiens, einem Land, in dem mehr als 260 Millionen Menschen leben, bei denen es sich um rund ein Dutzend ethnische Gruppen handelt, die genauso viele Sprachen sprechen.

Die jüngere Schwester des Vaters sagte weinend, ihre Eltern stünden unter Schock. „Was er getan hat, hat uns sehr verletzt. Welche Gedanken haben ihn beeinflusst? Ich verstehe das nicht. Ich verstehe nicht, warum aus meinem guten Bruder ein Sadist wurde.

Sie sagte, sie sei wütend gewesen, als sie von den Anschlägen auf die Kirchen erfuhr, auch weil Kinder als wandelnde Bomben benutzt wurden. „Ich fiel in Ohnmacht als meine Schwester mir sagte, unser eigener Bruder sei es gewesen.

Zuletzt habe sie ihren Bruder und dessen Familie während des Ramadan 2017 gesehen. Sie sagte, alle hätten viel zu tun und sie hätten sich nur einmal im Jahr getroffen. Über Religion sei nicht gesprochen worden.

Die Polizei sagte, die Familie sei nach Syrien gereist, um sich dem Islamischen Staat anzuschließen, zog diese Aussage später jedoch zurück.
Offenbar war der Vater aber der Anführer einer Zelle mit dem Namen Jemaah Anshorut Daulah, ein indonesisches Netzwerk einer extremistischen Gruppe, die Verbindungen zum IS hat.

Der Vater sei laut Polizei mit der Familie befreundet gewesen, die einen Tag später das Polizeihauptquartier angriff. Er kannte auch eine dritte Familie, deren Mitglieder starben, als in einem Apartment mehrere Bomben offenbar vorzeitig explodierten.

Der Nachbar Abi Akbar sagte, der Vater und seine beiden Söhne seien wie die meisten Männer in der moslemischen Nachbarschaft zum Abendgebet in die Moschee gegangen.

Der 23-Jährige Akbar sagte auch, er habe von älteren Männern in der Gemeinde gehört, dass der Vater kein indonesischer Mainstream-Moslem gewesen sei und gegen säkulare Rituale gewesen sei, dazu gehörte beispielsweise das Hissen der indonesischen Flagge oder das Singen der indonesischen Nationalhymne.

Rückblickend meinte Akbar, dass ihm aufgefallen sei, dass sich der Vater und die Söhne nach dem Gebet nicht wie sonst üblich geküsst, sondern lange umarmt hätten.

Sie umarmten sich als ob sie getrennt würden“, sagte Akbar. „Zu diesem Zeitpunkt waren wir aber nicht misstrauisch, denn sie waren eine bekannte und normale Familie.

Nur ein paar Stunden später waren der Vater und seine Familie sowie zwölf weitere Menschen tot. Über 40 wurden verletzt.

Kenzi Tapy Gani, ein 21 Jahre alter Student, der in der Nähe der Familie wohnte, beschrieb den Vater als „freundlichen, netten Kerl. Wir haben das wirklich nicht kommen sehen.

Beitragsquelle : http://www.khaosodenglish.com/news/asean/2018/05/15/indonesian-family-that-bombed-churches-well-off-friendly/

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